NG eCall startet: Die neue Generation Auto-Notruf mit massivem Technologie-Schub

Neue Generation Auto-Notruf mit Technologie-Schub
NG eCall startet in deutschen Mobilfunknetzen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.01.2026
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E-Call-Test, ams2323
Foto: Sveinn Gunnar Baldvinsson

Mit dem Start von NG eCall haben die deutschen Mobilfunknetzbetreiber Vodafone, Deutsche Telekom und O2 Telefónica eine neue Generation des automatischen Auto-Notrufs in Betrieb genommen. Das System ist seit dem 23. Januar 2026 in den Netzen aktiv und ersetzt schrittweise die bisherige eCall-Technik, die auf dem Mobilfunkstandard 2G basiert. Der neue Notruf nutzt stattdessen 4G-LTE und perspektivisch auch 5G. Ziel ist ein schnellerer Verbindungsaufbau sowie eine zügigere und stabilere Übertragung von Daten an die Leitstellen.

Seit Januar aktiv

Der klassische eCall wurde eingeführt, um nach schweren Verkehrsunfällen automatisch eine Sprachverbindung zur Notrufnummer 112 herzustellen und grundlegende Informationen wie den Unfallort an die Rettungsdienste zu übermitteln. Dieses Prinzip bleibt auch bei NG eCall erhalten.

Der Unterschied liegt in der zugrunde liegenden Übertragungstechnik. Während das bisherige System auf den Mobilfunkstandard GSM setzt, greift NG eCall auf moderne paketvermittelte Mobilfunknetze zurück. Dadurch verkürzen sich die Zeiten bis zum Aufbau der Sprechverbindung, die Datenübertragung erfolgt mit höherer Geschwindigkeit und geringerer Anfälligkeit für Störungen.

Alte Technik bleibt in Betrieb

Beide Systeme werden zunächst parallel betrieben. Ein Notruf wird über NG eCall abgewickelt, wenn Fahrzeug und Leitstelle die neue Technik unterstützen. Andernfalls erfolgt der Verbindungsaufbau weiterhin über das bisherige eCall-System. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass der automatische Notruf auch während der Übergangsphase zuverlässig funktioniert. Die Netzbetreiber sprechen von einer koordinierten Umstellung, die den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigt.

Mit NG eCall erweitern sich auch die technischen Möglichkeiten des Fahrzeugnotrufs. Die bisherigen Beschränkungen bei der Datenübertragung entfallen. Perspektivisch können zusätzliche, datenbasierte Dienste angebunden werden, sofern rechtliche Vorgaben und die Zustimmung der Fahrzeuginsassen vorliegen. Denkbar ist die Übermittlung weiterer Informationen aus dem Fahrzeug, etwa medizinischer Angaben oder Bilddaten aus integrierten Kameras. Einsatzkräfte könnten dadurch bereits vor dem Eintreffen am Unfallort einen genaueren Eindruck der Lage gewinnen.

Künftig auch Bildübertragung möglich

Die 3G-Netze wurden in Deutschland bereits 2021 außer Betrieb genommen. Vodafone plant die Abschaltung von 2G im September 2028, hält das Netz für besonders kritische Anwendungen wie eCall jedoch bis Ende 2030 offen. Die Telekom will ihr 2G-Netz im Juni 2028 abschalten. O2 Telefónica hat bislang keinen konkreten Termin genannt. Wichtig ist das auch deshalb, weil noch Millionen von Pkw mit dem bisherigen, 2G-basierten eCall-System auf den Straßen unterwegs sind.

Während eCall seit 2018 in der Europäischen Union für neue Pkw und leichte Nutzfahrzeuge verpflichtend ist, gilt NG eCall seit Januar 2026 für alle neuen Fahrzeugmodelle als Voraussetzung für die Typzulassung. Ab dem kommenden Jahr muss das neue System dann in sämtlichen neu zugelassenen Fahrzeugen verbaut sein. Der Netzbetreiber 1&1 beteiligt sich derzeit noch nicht am NG-eCall-Betrieb, da keine entsprechenden Verträge mit Fahrzeugherstellern bestehen. Ob es für Bestandsfahrzeuge mit dem bisherigen 2G-eCall eine Nachrüstlösung geben wird, wenn das 2G-Netz endgültig abgeschaltet wird, hängt von den Autoherstellern ab.

Fazit