Produktionsverlagerung: Mercedes schafft tausende neue Jobs – in Ungarn

Produktionsverlagerung in Europa
Mercedes schafft tausende neue Jobs – in Ungarn

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.03.2026
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Mercedes Produktion Elektromodelle EQ Produktionsstandorte
Foto: Mercedes

Seit 2025 läuft bei Mercedes in Deutschland ein Programm zum Stellenabbau, langfristig sollen sich bis zu 20.000 Mitarbeiter vom Konzern verabschieden. In Ungarn läuft es anders herum, dort soll in Zukunft kräftig aufgestockt werden. Konkret geht es um den Produktionsstandort im ungarischen Kecskemét, der stark ausgebaut werden soll. Nach Angaben des Unternehmens beschäftigt das Werk inzwischen rund 5.000 Mitarbeiter. In den kommenden Jahren sollen dort zusätzlich mehrere tausend Arbeitsplätze entstehen.

Mehrere tausend neue Jobs

Die Pläne wurden im Rahmen einer Veranstaltung zum 140-jährigen Jubiläum der Marke in Kecskemét vorgestellt, an der auch Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán teilnahm. Wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI berichtet, nannte Jens Bühler, Geschäftsführer von Mercedes-Benz Manufacturing Hungary, die Größenordnung der Erweiterung des ungarischen Standorts.

Seit dem Produktionsstart im Jahr 2012 hat sich das Werk zu einem wichtigen Baustein im europäischen Fertigungsnetzwerk des Herstellers entwickelt. In den vergangenen 14 Jahren liefen in Kecskemét mehr als zwei Millionen Fahrzeuge vom Band. Die Anlage produziert Kompaktklasse-Modelle für den europäischen Markt. Seit Anfang 2026 läuft dort auch der Elektro-SUV EQB vom Band. Der Standort wird damit stärker in die Elektromobilitätsstrategie des Konzerns eingebunden. Die Produktion der A-Klasse wird zusätzlich aus dem deutschen Werk Rastatt abgezogen und nach Ungarn verlagert. Und die kommende elektrische C-Klasse EQ wird ab Mitte 2026 ebenfalls in Kecskemét produziert.

Im Zuge der aktuellen Investitionsphase wird die Struktur des Werks deutlich erweitert. Teil des Programms ist ein Investitionsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro, das im Rahmen des Geschäftsplans des Konzerns bis 2026 bereitgestellt wird. Das Geld fließt unter anderem in neue Gebäude für Karosseriebau und Montage sowie in eine Anlage zur Batteriemontage. Mit diesen Erweiterungen soll die Produktionskapazität des Standorts langfristig auf bis zu 300.000 Fahrzeuge pro Jahr steigen, doppelt so viele, wie aktuell produziert werden.

Auch Forschung und Entwicklung

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der technischen Weiterentwicklung des Standorts. Direkt am Werk entsteht ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum, das in Kooperation mit ungarischen Hochschulen arbeiten soll. Für das Projekt sind Investitionen von rund 55 Millionen Euro vorgesehen. Neben der Produktentwicklung stehen dort auch Themen wie Produktionsdigitalisierung und Fertigungsprozesse im Mittelpunkt.

Der Standort spielt für den Hersteller auch wirtschaftlich eine bedeutende Rolle. Nach Unternehmensangaben erzielte Mercedes-Benz Manufacturing Hungary im Jahr 2024 einen Umsatz von rund 4,17 Milliarden Euro. Im gleichen Zeitraum wurden mehr als 146.000 Fahrzeuge produziert.

Fazit