Vorgesehen sind rund zehn Einheiten pro Monat. Parallel wird die Fertigung der Missionsmodule gemeinsam mit der Dräxlmaier Group ausgebaut. Aber, was kann der Boxer genau?
Der Boxer ist bei der Bundeswehr als gepanzertes Transport-Kraftfahrzeug (GTK) im Einsatz. Er bildet eine zentrale Plattform für Infanterieeinheiten, weil er Personal, Ausrüstung und Führungsmittel in einem geschützten Fahrzeug bündelt.
Konstruktiv besteht der Boxer aus zwei Teilen. Das Fahrmodul enthält Motor, Fahrwerk und Fahrerplatz. Darauf wird ein Missionsmodul gesetzt, das je nach Aufgabe variiert. In der Truppentransportversion können bis zu zehn Soldaten inklusive Ausrüstung mitfahren. Ein Großteil der persönlichen und einsatzbezogenen Ausrüstung bleibt dabei unter Panzerschutz.
Der Innenraum ist klimatisiert und gegen ABC-Bedrohungen geschützt. Ein- und Ausstieg erfolgen über eine Heckrampe.
Schutz, Bewaffnung und Mobilität
Der Schutz ist auf typische Bedrohungen in Einsätzen ausgelegt. Dazu gehören Beschuss mit mittleren Kalibern, Minen und improvisierte Sprengsätze. Der Unterboden ist entsprechend geformt, die Panzerung modular aufgebaut.

Fertigungslinie des Boxer bei KNDS.
Als Standardbewaffnung nutzt die Bundeswehr eine fernbedienbare Waffenstation vom Typ FLW 200. Sie wird entweder mit einem schweren Maschinengewehr im Kaliber 12,7 Millimeter oder einer Granatmaschinenwaffe im Kaliber 40 Millimeter bestückt.
Der Antrieb erfolgt über einen Dieselmotor mit 530 kW (720 PS). Permanenter Allradantrieb und Einzelradaufhängung sorgen für Beweglichkeit auf Straße und im Gelände. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei rund 103 km/h.
Varianten in der Truppe
- Gruppentransportfahrzeug in mehreren Ausbaustufen (A0, A1, A2)
- Führungsfahrzeug mit erweiterter Funk- und IT-Ausstattung
- Schweres geschütztes Sanitätskraftfahrzeug
- Fahrschulfahrzeug
Die Weiterentwicklungen betreffen unter anderem Schutz, Sichtsysteme und technische Anpassungen am Fahrzeug.
Auf dem Boxer-Fahrgestell basiert auch die RCH 155. Dabei handelt es sich um ein Artilleriesystem mit einem unbemannten Turm und einem 155-Millimeter-Geschütz.
- Kaliber 155 mm, Rohr L52
- Reichweite bis etwa 40 km, mit Spezialmunition mehr
- Besatzung zwei Personen
- vollautomatisches Ladesystem
- Feuer aus kurzer Haltephase, schneller Stellungswechsel
Das System nutzt die Mobilität des Boxer, kombiniert sie aber mit der Feuerkraft klassischer Rohrartillerie.





