Nach Angaben der Polizei wurde der sportliche Radler bereits am Mittwoch (18.3.2026) in Nachrodt-Wiblingwerde mit 59 km/h erfasst. Erlaubt waren 30 km/h.
Die Messstelle lag auf Höhe einer Schule. In unmittelbarer Umgebung befinden sich außerdem eine Sporthalle und ein Schwimmbad. Die Polizei weist in Ihrer Mitteilung darauf hin, dass in solchen Bereichen jederzeit mit querenden Fußgängern gerechnet werden muss, insbesondere mit Kindern. Der Radfahrer gehörte an diesem Tag sogar zu den schnellsten gemessenen Verkehrsteilnehmern. Laut Polizei lag er auf Platz zwei der gesamten Kontrolle, obwohl diese in erster Linie auf den motorisierten Verkehr ausgerichtet war.
Tempolimit gilt unabhängig vom Fahrzeug
Geschwindigkeitsbegrenzungen gelten nicht nur für Autos. Auch Radfahrer müssen sich an ausgeschilderte Limits halten. Eine gesonderte Bußgeldsystematik wie für Kraftfahrzeuge gibt es jedoch nicht.
Maßgeblich ist in solchen Fällen, ob die Geschwindigkeit den Umständen angepasst war und ob andere gefährdet wurden. Gerade im Umfeld von Schulen wird die Situation regelmäßig strenger bewertet.
Welche Konsequenzen möglich gewesen wären
Da der Radfahrer nicht angehalten wurde, blieb der Verstoß ohne direkte Folgen. Wäre es zu einer Kontrolle gekommen, hätte kein klassischer Bußgeldkatalog wie bei Autos gegriffen.
Stattdessen kommen für Radfahrer Verwarnungen oder Bußgelder wegen unangepasster Geschwindigkeit in Betracht. In der Praxis liegt der Rahmen meist im Bereich zwischen etwa 15 und 35 Euro. Ein Punkt in Flensburg kann hinzukommen, wenn eine konkrete Gefährdung festgestellt wird. Die Höhe hängt dabei nicht allein von der gemessenen Geschwindigkeit ab, sondern vor allem von der Verkehrssituation vor Ort.
Es kommt immer öfter zu ungewöhnlichen Blitzer-Fällen.
- A30: Eine Frau als Beifahrerin sollte 150 Euro Bußgeld bezahlen
- A3: Hier sollte ein Kleinwagen für 7 km/h zu viel 960 Euro zahlen
- A9 (Bayern/Thüringen): Eine Frau sollte für eine Geschwindigkeitsüberschreitung haften – das Beweisfoto zeigte sie jedoch auf der Rücksitzbank. Verfahren eingestellt.
- Berlin: Mehr als 2.000 falsche Bescheide verschickt. Eine Datenpanne ordnete Fotos falsch zu – eine Porsche-Fahrerin erhielt das Bild eines Mannes am Steuer eines Skoda.
- Leipzig: Unbekannte stellten illegal ein falsches Temposchild auf und lockten Autofahrer in eine Radarfalle. Die Behörden konnten nicht feststellen, wie lange das Schild dort gestanden hatte.
- Köln: Tippfehler mit Folgen – statt 75 Euro forderte die Bußgeldstelle von einer Autofahrerin auf der A555 satte 7.500 Euro.





