Der heftige Ausbruch von Hepatitis-A-Infektionen steht im Zusammenhang mit dem Verzehr von Meeresfrüchten, gleichzeitig sollen Urlauber die grundlegende Hygieneregel beachten. Die Behörden vor Ort melden seit Jahresbeginn deutlich erhöhte Fallzahlen
Die betroffene Region Kampanien liegt im Süden von Italien am Tyrrhenischen Meer. Zentrum ist die Millionenstadt Neapel. Zu Kampanien zählen bekannte Reiseziele wie die Amalfiküste, die Insel Capri sowie Ischia. Gerade in den Osterferien gehört die Region zu den stark nachgefragten Urlaubszielen.
Was ist der Auslöser für die Hepatitis-A-Ausbrüche?
Nach bisherigen Erkenntnissen spielt kontaminiertes Wasser eine zentrale Rolle bei der Ausbreitung. Muscheln und andere Meeresfrüchte können Viren aus belastetem Wasser aufnehmen und in hoher Konzentration speichern.
Das Problem liegt im Übertragungsweg. Hepatitis A wird fäkal-oral übertragen, etwa durch verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel. Wird das Virus über Abwasser ins Meer eingetragen, kann es sich in Muscheln anreichern. Diese gelten deshalb als zentrale Infektionsquelle.
Die Stadt Neapel hat reagiert und den Verkauf sowie das Servieren roher Meeresfrüchte in Gastronomiebetrieben untersagt. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 20.000 Euro geahndet werden.
Hinweise für Reisende und Schutzmaßnahmen
Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden, ihr Verhalten entsprechend anzupassen. Neben dem Verzicht auf rohe Meeresfrüchte steht die allgemeine Hygiene im Vordergrund.
• Verzicht auf rohe Meeresfrüchte und unzureichend gegarte Lebensmittel
• Regelmäßiges und gründliches Händewaschen
• Beachtung behördlicher Hinweise vor Ort
• Prüfung eines Impfschutzes gegen Hepatitis A
Auch ausreichend erhitzte Speisen gelten als sicherer, da hohe Temperaturen das Virus inaktivieren können. Kurzes Erhitzen reicht jedoch nicht in jedem Fall aus.
Krankheitsverlauf und Symptome
Hepatitis A ist eine Virusinfektion der Leber. Die Erkrankung äußert sich häufig zunächst unspezifisch mit grippeähnlichen Beschwerden. Dazu zählen Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.
Im weiteren Verlauf kann es zu einer Gelbfärbung der Haut und Augen kommen. Die Erkrankung heilt in vielen Fällen aus, kann bei älteren Menschen jedoch schwerer verlaufen.
Auch Hepatitis B bleibt ein Thema für Reisende. Das Virus wird über Körperflüssigkeiten übertragen und kann chronische Verläufe verursachen. Das Risiko ist stark von individuellen Faktoren abhängig.
Impfschutz bleibt freiwillig, wird aber empfohlen
Für die Einreise nach Italien sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Dennoch raten Experten dazu, den eigenen Impfschutz zu überprüfen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, Standardimpfungen aktuell zu halten.
Für Reisen in südliche Landesteile Italiens wird eine Impfung gegen Hepatitis A als sinnvoll eingestuft. Bei längeren Aufenthalten oder besonderen Risiken kann zusätzlich eine Impfung gegen Hepatitis B in Betracht gezogen werden.
Eine Hepatitis-A-Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen. Bereits etwa zwei Wochen nach der ersten Dosis besteht bei den meisten Geimpften ein Schutz.





