Rocket-and-Feather-Effekt: So lange dauert es, bis Benzin wieder billiger wird

Rocket-and-Feather-Effekt beim Ölpreis
So lange dauert es, bis Benzin wieder billiger wird

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.03.2026
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Rocket and Feather-Effekt Spritpreis
Foto: KI generiertes Bild / Wittich

Zwischen Rohölpreis und Zapfsäule liegt eine mehrstufige Lieferkette. Rohöl wird zunächst gekauft, transportiert und in Raffinerien zu Benzin und Diesel verarbeitet. Anschließend gelangt der Kraftstoff über Großhandel und Lager zu den Tankstellen. Dadurch reagieren die Preise an der Zapfsäule nicht unmittelbar auf Bewegungen am Ölmarkt.

Bei moderaten Rückgängen des Ölpreises dauert es in der Praxis meist einige Tage bis mehrere Wochen, bis sich eine Veränderung bemerkbar macht. Erste kleinere Anpassungen können nach etwa einer Woche auftreten. Spürbarere Rückgänge zeigen sich häufig erst nach zwei bis drei Wochen. Voraussetzung ist, dass der Ölpreis auf dem niedrigeren Niveau bleibt und nicht kurzfristig wieder anzieht.

Warum Benzinpreise langsamer fallen

Ein häufig beobachtetes Phänomen auf dem Kraftstoffmarkt wird in der Ökonomie als "Rocket and Feather"-Effekt bezeichnet. Wörtlich übersetzt bedeutet das "Rakete und Feder".

Der Begriff beschreibt ein asymmetrisches Preisverhalten:

• Steigt der Ölpreis, erhöhen Tankstellen ihre Preise oft sehr schnell
• Fällt der Ölpreis, sinken die Preise meist deutlich langsamer

Die Preisbewegung verläuft nach oben wie eine Rakete, nach unten dagegen eher langsam wie eine Feder.

Mehrere Faktoren tragen dazu bei. Tankstellen verkaufen zunächst Kraftstoff aus Beständen, die zu höheren Preisen eingekauft wurden. Zudem orientieren sich Anbieter stark an den Preisen der Konkurrenz und geben sinkende Einkaufskosten häufig nur schrittweise weiter.

Rohöl ist nur ein Teil des Literpreises

Selbst wenn Rohöl deutlich fällt, wirkt sich das nur begrenzt auf den Endpreis aus. Ein großer Teil des Benzinpreises besteht aus Steuern und Abgaben, die unabhängig vom Ölpreis bleiben.

Zum Literpreis gehören unter anderem Energiesteuer, CO₂-Preis, Mehrwertsteuer sowie Kosten für Raffinerien, Transport und Vertrieb. Der Rohölanteil macht je nach Marktlage nur einen Teil des gesamten Literpreises aus.

Wann wieder niedrigere Preise möglich sind

Bleibt der Ölpreis mehrere Tage oder Wochen auf einem niedrigeren Niveau, kann sich das schrittweise auch an den Tankstellen zeigen. Erste Anpassungen beginnen häufig nach etwa einer Woche. Deutlichere Preisrückgänge folgen oft nach zwei bis vier Wochen.

Wie stark die Preise tatsächlich sinken, hängt auch von weiteren Faktoren ab. Dazu gehören der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar, die Auslastung der Raffinerien sowie die saisonale Nachfrage nach Kraftstoffen.

Nutzen Sie unsere Spritpreis-App

Um ein wenig die Kraftstoffkosten für die Urlaubsreise oder den Ausflug zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen. Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.

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