Basis der neuen "BGB 20" ist ein vierachsiges Scania-Fahrgestell mit permanentem 8x8-Allradantrieb und 520 PS. Den Spezialaufbau liefert der polnische Hersteller Szczesniak.
Die rund 34 Tonnen schweren Fahrzeuge sind für Einsätze im Gelände ausgelegt und sollen beschädigte Militärfahrzeuge auch abseits befestigter Straßen bergen können. Dafür besitzt der Lkw insgesamt fünf Seilwinden. Die Hauptwinde vom Typ Sepson Septrac erreicht laut FMV eine Zugkraft von 20 Tonnen.
Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über einen Hauptausleger mit ebenfalls 20 Tonnen Hubkraft. Damit lassen sich liegengebliebene Fahrzeuge nicht nur abschleppen, sondern auch anheben oder versetzen. Die Bergefahrzeuge sollen sämtliche Radfahrzeuge der schwedischen Streitkräfte bergen können. Dazu gehören militärische Lastwagen, geschützte Transportfahrzeuge und andere schwere Spezialfahrzeuge.
Mehr als 300 Werkzeuge an Bord
Die Kabine der neuen Fahrzeuge ist für drei Soldaten ausgelegt. Zusätzlich führen die Berge-Lkw mehr als 300 Werkzeuge und Zubehörteile mit.
Nach Angaben der Beschaffungsbehörde FMV (Försvarets materielverk) wurde die neue Fahrzeuggeneration bewusst dafür entwickelt, möglichst viele Einsätze eigenständig bewältigen zu können. Die Bergefahrzeuge sollen deshalb auch ohne zusätzliche Unterstützungsfahrzeuge arbeiten können.
Gerade bei militärischen Einsätzen im Gelände ist das wichtig. Festgefahrene oder beschädigte Fahrzeuge müssen häufig unter schwierigen Bedingungen geborgen werden, etwa auf weichem Untergrund oder in unwegsamem Gelände.
Alte Bergefahrzeuge waren fast 20 Jahre im Einsatz
Mit den neuen BGB-20-Fahrzeugen ersetzt Schweden eine ältere Bergefahrzeug-Generation. Laut Angaben aus Schweden stammen die bisherigen schweren Berge-Lkw noch aus der Zeit vor rund 20 Jahren und waren nur in kleiner Stückzahl vorhanden.
Die Beschaffungsbehörde FMV hat insgesamt 45 neue schwere Berge-Lkw bestellt. Die neue zweite Bestellung von 35 Modellen hat einen Wert von rund 420 Millionen schwedischen Kronen, umgerechnet etwa 38 Millionen Euro. Die ersten Fahrzeuge befinden sich bereits in Schweden. Derzeit laufen Tests sowie die Ausbildung der Besatzungen, bevor die Bergefahrzeuge später an verschiedene Verbände ausgeliefert werden.





