Schwierige Manta-Bergung aus der Donau: Der abgelaufenen TÜV ist sein geringstes Problem

Schwierige Manta-Bergung aus der Donau
Der abgelaufenen TÜV ist sein geringstes Problem

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.06.2026
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Opel Manta Wasserleiche
Foto: Thomas Heckmann

Nach stundenlanger Bergung förderten die Einsatzkräfte einen Opel Manta zutage, der vermutlich bereits seit mehreren Jahrzehnten auf dem Grund des Flusses gelegen hatte. Nun versuchen die Ermittler herauszufinden, wem das Fahrzeug einst gehörte und wie es in die Donau gelangte.

Am Samstagmittag (30.5.2026) ging bei der Leitstelle ein ungewöhnlicher Notruf ein. Ein Angler hatte mit seinem Echolot ein versunkenes Fahrzeug auf Höhe des Bosch-Rexroth-Geländes bei Oberelchingen entdeckt. Weil zunächst unklar war, ob sich möglicherweise noch Personen im Fahrzeug befanden, wurden umgehend zahlreiche Rettungskräfte alarmiert.

Taucher finden Fahrzeug schnell

Die Taucher von Wasserwacht und DLRG konnten das Fahrzeug dank der präzisen Angaben des Anglers rasch lokalisieren. Schnell stellte sich heraus, dass sich keine Personen mehr im Inneren befanden. Damit war zumindest die Sorge vor einem aktuellen Unglücksfall ausgeräumt. Bereits unter Wasser zeigte sich jedoch, dass das Fahrzeug schon sehr lange im Fluss gelegen haben musste. Der Zustand des Wracks deutete auf mehrere Jahrzehnte im Wasser hin.

"Das große Problem war, dass das Wasser über die Zeit sich mit Schlamm im Auto angesammelt hat. Das hat uns Probleme gemacht beim Rausziehen durch das hohe Gewicht", erklärte Nicholas Gretzschel, Zugtruppführer beim THW Neu-Ulm gegenüber der "Augsburger Allgemeinen".

Vieles spricht für einen frühen Opel Manta A

Für die eigentliche Bergung wurde die Bergungstauchergruppe des THW Neu-Ulm angefordert. Insgesamt rückten 18 Helfer und fünf Fahrzeuge an. Zunächst legten die Einsatzkräfte vorsorglich eine Ölsperre aus. Wie sich später herausstellte, war diese Vorsichtsmaßnahme notwendig. Im Fahrzeug befanden sich noch Reste von Betriebsstoffen, die während der Bergung austraten. Anschließend wurde das Wrack mit Hebekissen angehoben. Mit einer Seilwinde zogen die Helfer das Fahrzeug ans Ufer. Ein Kran hob das Wrack schließlich vollständig aus dem Wasser.

Opel Manta Wasserleiche
Thomas Heckmann

Zum Vorschein kam ein stark beschädigter Opel Manta. Anhand der noch erkennbaren Karosserieform, der Frontpartie mit den runden Scheinwerfern und der charakteristischen Motorhaube dürfte es sich um einen Manta A handeln, die erste Generation des Sportcoupés. Diese wurde von 1970 bis 1975 gebaut.

Eine eindeutige Identifizierung des genauen Modells oder Baujahrs ist aufgrund des Zustands des Fahrzeugs derzeit nicht möglich. Nach Angaben des THW soll der letzte bekannte TÜV bereits 1978 abgelaufen gewesen sein.

Die Bilder der Bergung zeigen, wie stark das Fahrzeug von Jahrzehnten im Wasser gezeichnet wurde. Das Dach ist teilweise eingestürzt, zahlreiche Karosserieteile sind deformiert und große Mengen Schlamm bedecken das Wrack. Dennoch sind die Grundformen des Coupés noch erkennbar. Vor allem die Frontpartie mit den vier runden Scheinwerfern sowie die Form der Motorhaube erlauben Rückschlüsse auf das ursprüngliche Modell.

Eine Restaurierung kommt bei dem Modell wohl kaum in Frage – als Opel Manta A in Zustand 1 wäre er als 1200 rund 23.500 Euro wert, als 1900 SR rund 29.800 Euro.

Polizei sucht nach der Herkunft des Fahrzeugs

Nach der Bergung wurde das Fahrzeug zur Beweismittelsicherung an die Polizei übergeben. Die Ermittler stehen nun vor mehreren offenen Fragen. Weder die Herkunft des Fahrzeugs noch der Weg in die Donau sind bislang geklärt. Erschwert werden die Ermittlungen durch fehlende Identifikationsmerkmale. Kennzeichen wurden nicht gefunden. Auch eine Fahrgestellnummer konnte zunächst nicht entdeckt werden. "Wir haben keine Kennzeichen gefunden und wir konnten jetzt bis jetzt auch noch keine FIN im Auto finden", sagte Gretzschel.

Dass die Ermittlungen schwierig werden dürften, liegt auch am Zustand des Fahrzeugs. Jahrzehntelange Lagerung im Wasser, Schlammablagerungen und Korrosion haben zahlreiche Spuren zerstört. Ob sich die Fahrgestellnummer noch freilegen lässt und damit Hinweise auf frühere Halter möglich werden, ist derzeit offen.

Kein Einzelfall in der Region

Bereits im November vergangenen Jahres war im Illerkanal bei Illertissen ein weiteres Fahrzeug geborgen worden, das offenbar ebenfalls über Jahrzehnte im Wasser gelegen hatte. Trotz vorhandenen Kennzeichens konnte damals letztlich nicht geklärt werden, wie das Fahrzeug in das Gewässer gelangt war.

Der aktuelle Fund zeigt, dass solche Entdeckungen auch Jahrzehnte nach dem Verschwinden eines Fahrzeugs noch möglich sind. Moderne Echolote und gezielte Suchmaßnahmen führen immer wieder dazu, dass alte Fahrzeuge auf dem Grund von Flüssen, Seen oder Kanälen entdeckt werden.

Fazit