Ab 2026 sollen in Nordamerika mehr als 100.000 Achtzylindermotoren pro Jahr gebaut werden – rund dreimal so viele wie bisher. Ram-CEO Tim Kuniskis erklärte auf der Detroit Auto Show 2026, die Nachfrage habe die verfügbaren Produktionskapazitäten übertroffen. Vor allem große Pick-ups und SUVs der Marken Ram, Dodge und Jeep verkaufen sich mit klassischen Verbrennungsmotoren weiterhin sehr gut. Die geringeren Stückzahlen der vergangenen Jahre seien demnach nicht auf fehlendes Kundeninteresse, sondern auf eingeschränkte Fertigungsmöglichkeiten zurückzuführen. Der Konzern möchte hauptsächlich die Herstellung der 5,7- und 6,4-Liter-V8-Motoren ankurbeln.
Die Produktionsausweitung betrifft ausschließlich den nordamerikanischen Markt. Dort profitieren großvolumige Verbrennungsmotoren von vergleichsweise lockeren Emissionsvorschriften und stabiler Kundennachfrage. Modelle wie der Jeep Wrangler V8 oder leistungsstarke Versionen von Ram-Pick-ups sind in den gesamten USA – einschließlich Kalifornien – wieder erhältlich. Gleichzeitig streicht Stellantis in Nordamerika mehrere Plug-in-Hybridvarianten für das Modelljahr 2026 aus dem Programm.
Politische und regulatorische Rahmenbedingungen
Die Kehrtwende von Stellantis fällt in eine Phase politischer Neuorientierung in den USA. Präsident Donald Trump hat zentrale Elemente des geplanten Ausstiegs aus dem Verbrennungsmotor auf Bundesebene zurückgenommen. Dadurch sinkt der regulatorische Druck auf die Hersteller, ihr Angebot kurzfristig zu elektrifizieren.
Zugleich schwächen politische Entscheidungen und Gerichtsurteile die Sonderrolle Kaliforniens. Sie schränken die Möglichkeit einzelner Bundesstaaten ein, eigene, strengere Emissionsvorgaben durchzusetzen. Frühere Vereinbarungen zwischen Stellantis und den kalifornischen Behörden über hohe Quoten emissionsfreier Fahrzeuge gelten damit als rechtlich unsicher. Für die Konzerne bedeutet das mehr Handlungsspielraum. Die gelockerten Vorgaben erhöhen die Planungssicherheit für klassische Verbrenner und könnten die Nachfrage nach leistungsstarken Modellen in den USA weiter stärken.
Zwei Strategien für zwei Märkte
In Europa verfolgt Stellantis den Elektrifizierungskurs weiter konsequent. Strenge CO₂-Flottengrenzwerte lassen dort kaum Spielraum für großvolumige Verbrennungsmotoren. Neue Plattformen, Hybridantriebe und batterieelektrische Fahrzeuge stehen im Fokus, um Strafzahlungen zu vermeiden.












