In der Tesla-Gigafabrik im brandenburgischen Grünheide ist die Zahl der Beschäftigten in den vergangenen zwei Jahren deutlich gesunken. Nach Recherchen des Handelsblatts arbeiten derzeit 10.703 Menschen in dem Werk. Bei der Betriebsratswahl vor zwei Jahren waren es noch 12.415 Beschäftigte. Das entspricht einem Rückgang von rund 14 Prozent.
Die Angaben gehen aus internen Unterlagen des Wahlvorstands im Tesla-Betriebsrat hervor. Dessen Vorsitzender René Seyfert nennt in einer Einladung zu den anstehenden Betriebsratswahlen Anfang März 1.683 Frauen, 9.006 Männer und 14 nicht-binäre Personen als aktuell Beschäftigte. Bei der Betriebsratswahl 2024 waren es demnach noch 1.788 Frauen, 10.616 Männer und elf diverse Personen. Eine Anfrage des Handelsblatts zu den Gründen für den Rückgang blieb unbeantwortet.
Mehr Stellenstreichungen als angekündigt
Der Umfang des Stellenabbaus liegt nach den vorliegenden Zahlen über dem Abbau, den Tesla-Chef Elon Musk im April 2024 für den Standort in Aussicht gestellt hatte. Damals kündigte Musk an, weltweit mehr als zehn Prozent der Arbeitsplätze streichen zu wollen. Für Grünheide war von rund 400 Stellen die Rede.
Die Werksleitung hatte seinerzeit betont, dass es in Grünheide weder Massenentlassungen noch betriebsbedingte Kündigungen geben werde. Stattdessen sollten zunächst 300 Leiharbeitsverhältnisse beendet und weitere rund 400 Stellen über freiwillige Programme abgebaut werden. Politik und Landesregierung hatten diese Aussagen damals positiv aufgenommen. Vertreter der brandenburgischen Landespolitik sprachen von Planungssicherheit für die Beschäftigten und einem moderaten Stellenabbau ohne Kündigungen.
In den folgenden Monaten hatte die Werksleitung wiederholt erklärt, dass es keine Pläne für Produktionsstillstände, Kurzarbeit oder weiteren Personalabbau gebe. Gleichzeitig verschlechterte sich die Marktsituation für Tesla deutlich. In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 lagen die Neuzulassungen des Unternehmens in Deutschland laut Handelsblatt rund 50 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Trotzdem hatte das Management bis zuletzt betont, dass die Produktion in Grünheide weiter ausgebaut und Arbeitsplätze gesichert würden. Interne Zahlen deuten jedoch darauf hin, dass bereits bis Herbst 2025 rund 1.000 Stellen weggefallen waren. Wie sich die Beschäftigtenzahl künftig entwickeln wird, ließ die Werksleitung zuletzt offen.












