Hintergrund ist ein Gutachten, das ein Versagen der automatischen Türöffnung nach dem Aufprall beschreibt. Drei Menschen waren im September 2025 in dem brennenden Auto gestorben.
Mit diesem Schritt richtet sich der Fokus der Ermittlungen nicht nur auf den Unfallhergang, sondern auch auf mögliche technische Ursachen.
KBA prüft, ist aber nicht zuständig
Das Kraftfahrtbundesamt soll anhand des Gutachtens nach Angaben der Bild-Zeitung nun prüfen werden, ob ein sicherheitsrelevanter Mangel vorliegt.
Die Behörde verweist jedoch auf die Zuständigkeit der niederländischen Zulassungsstelle. Dort wurde die EU-Typgenehmigung für das Fahrzeug erteilt. Mögliche Maßnahmen wie Rückrufe könnten daher nur von dieser Stelle ausgehen.
Der Unfallhergang und das Gutachten
Der Unfall ereignete sich, als ein 43-Jähriger mit seinem Fahrzeug von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Zuvor soll ein anderer Fahrer verbotswidrig überholt haben. Gegen ihn läuft ein Verfahren.
Nach dem Aufprall geriet das Fahrzeug in Brand. Der Fahrer und zwei Kinder konnten sich nicht befreien. Ein weiteres Kind überlebte, weil eine Tür durch die Wucht des Unfalls aufgerissen wurde.
Ein Gutachter stellte fest, dass die automatische Entriegelung von Türen und Fenstern nicht funktionierte. Warum das System ausfiel, ist nicht geklärt.
Tesla-Türen in der Kritik
Die Diskussion um die Tesla-Türsysteme reicht inzwischen über den Einzelfall hinaus. Hintergrund sind mehrere Unfälle, bei denen Insassen nach Kollisionen nicht oder nur verzögert aus den Fahrzeugen kamen.
Technisch unterscheiden sich die Systeme deutlich von klassischen Türgriffen. In vielen Modellen werden Türen primär elektrisch entriegelt. Der eigentliche Öffner im Innenraum ist oft kein mechanischer Hebel, sondern eine Taste. Ohne Stromversorgung funktioniert diese nicht mehr.
Für solche Fälle gibt es mechanische Notlösungen. Diese sind jedoch je nach Modell unterschiedlich umgesetzt und teilweise schwer zugänglich. In einigen Fahrzeugen müssen Abdeckungen entfernt oder versteckte Züge betätigt werden, um die Tür zu öffnen.
China und USA wollen elektrische Türgriffe verbieten
Dass diese Konstruktion im Ernstfall relevant wird, zeigen mehrere bekannte Unfälle. Neben dem Fall in Nordrhein-Westfalen gab es 2022 einen tödlichen Unfall in Brandenburg. Auch international wurden ähnliche Situationen dokumentiert, bei denen Insassen eingeschlossen waren.
Die Kritik beschränkt sich nicht nur auf Tesla. Auch andere Hersteller setzen zunehmend auf versenkbare oder elektrisch gesteuerte Türgriffe. Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck. In China sollen solche Systeme ab 2027 nur noch zulässig sein, wenn eine klar erkennbare mechanische Notöffnung vorhanden ist. In den USA liegt ein Gesetzentwurf vor, der eine Öffnung auch ohne Strom ausdrücklich verlangt.
Parallel arbeitet Tesla selbst an Änderungen. Künftig könnten elektrische und mechanische Entriegelung in einem Bedienelement zusammengeführt werden, um die Bedienung im Notfall zu vereinfachen.





