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Versorgungskrise Großbritannien: Spritmangel

Versorgungskrise in Großbritannien Spritmangel verschärft sich

Nach dem Brexit leidet Großbritannien unter einem Versorgungsengpass, weil Lkw-Fahrer fehlen. Kraftstoff wird zum knappen Gut, Notfallpläne werden geschmiedet.

In Großbritannien fehlen nach Angaben des Branchenverbands Road Haulage Association mindestens 100.000 Lkw-Fahrer. Als Gründe werden die Corona-Pandemie, fehlender Nachwuchs, aber auch die harten Einwanderungsregeln nach dem Brexit genannt. Dieser Fahrermangel führt aktuell auf der Insel zu einem echten Versorgungsengpass. Nach ausbleibenden Lieferungen in der Lebensmittelbranche und immer wieder leeren Supermarktregalen zeigen sich jetzt auch massive Engpässe beim Kraftstoff.

Kein Kraftstoff-, aber Fahrer-Mangel

Sprit an sich wäre genug vorhanden, nur gibt es eben keine Fahrer, die diesen zu den Tankstellen bringen. Der Ölmulti BP hatte bereits in der Vorwoche erklärt, dass er aufgrund des Fahrermangels die Benzin- und Diesellieferungen an die Tankstellen nicht in vollem Umfang aufrechterhalten kann. Man bereite sich darauf vor, die Lieferungen an die einzelnen Tankstellen zu reduzieren und bevorzugt die Stationen an den Autobahnen zu beliefern. Einige Tankstellen wurden aber auch schon vorübergehend geschlossen. Auch der Wettbewerber Esso hat auf der Insel zwischenzeitlich schon einige Zapfsäulen stillgelegt. Der britische Branchenverband Petrol Retailers Association, der rund 5.500 unabhängige Tankstellen vertritt, meldet, dass derzeit zwei Drittel der Mitglieder keinen Kraftstoff mehr hätten.

Die britische Regierung zeigte sich ob dieser Ankündigung besorgt, erklärt aber, es gäbe keinen Mangel an Treibstoff in Großbritannien, daher sollten die Leute ihn weiterhin wie gewohnt kaufen. Die Lieferketten seien, wie bei den Lebensmitteln, stark und belastbar. Wie der Spiegel berichtet, fordert Londons Bürgermeister Sadiq Khan unterdessen Vorrang für Menschen in systemrelevanten Berufen. Ausgewählte Tankstellen sollten nur von Menschen genutzt werden dürfen, die in wichtigen Branchen arbeiteten und mit dem Auto zur Arbeit fahren müssten, sagte der Labour-Politiker. Premier Boris Johnson will die Probleme unter anderem mit Arbeitsvisa für bis zu 5.000 ausländische Lastwagenfahrer bekämpfen. Auch die britische Armee sei bereits alarmiert und könnte kurzfristig Soldaten als Lkw-Fahrer abstellen.

Zunehmend besorgt zeigen sich auch die britischen Autofahrer. An Tankstellen bilden sich seit Tagen lange Warteschlangen, auch von Hamsterkäufen wird berichtet. Die Angst vor einen Kraftstoffrationierung geht um. Nach Medienberichten gibt es auch immer mehr Spritdiebstähle.

Fazit

Großbritannien leidet aktuell unter einem Versorgungsengpass bei Lebensmitteln und nun auch bei Kraftstoffen. Waren und Sprit wären genug vorhanden, nur gibt es viel zu wenig Lkw-Fahrer für den Transport.