VW, BMW, BYD oder Tesla? Wer wirklich vom Elektroauto-Boom profitiert

VW, BMW, BYD oder Tesla?
Welche Marken profitieren wirklich vom E-Auto-Boom

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.07.2026
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E-Auto Boom wer profitiert
Foto: KI generiert

Der Elektroauto-Boom ist längst kein rein deutsches Phänomen mehr. Während batterieelektrische Fahrzeuge hierzulande im Juni erstmals Benziner und Diesel bei den Neuzulassungen überholten, zieht auch der europäische Markt kräftig an. Nach Angaben des europäischen Branchenverbands Acea stiegen die Pkw-Neuzulassungen im Juni um 13,6 Prozent auf knapp 1,15 Millionen Fahrzeuge. Reine Elektroautos legten sogar um mehr als 60 Prozent auf 270.557 Einheiten zu. Ihr Marktanteil kletterte im ersten Halbjahr auf 20,7 Prozent. Doch wer profitiert tatsächlich von dieser Entwicklung?

Tesla ist zurück

Nach dem schwierigen Jahr 2025 erlebt Tesla derzeit die deutlichste Erholung. In Deutschland schnellten die Neuzulassungen im Juni um 317,6 Prozent nach oben. Das Model Y bleibt mit über 6.000 Neuzulassungen das erfolgreichste Elektroauto Deutschlands. Auch europaweit stabilisiert sich die Marke wieder – das Model Y aus Grünheide steht auch hier ganz vorn in der Statistik. Im ersten Halbjahr erreichte Tesla damit einen Marktanteil von 2,1 Prozent. Dennoch ist die Ausgangslage heute eine andere als noch vor wenigen Jahren. Der Elektro-Wettbewerb ist nämlich deutlich intensiver geworden – sowohl durch deutsche Hersteller als auch durch immer mehr chinesische Marken.

Meistverkauftes Elektroauto: Tesla Model Y

Volkswagen bleibt Marktführer

Gemessen an den Stückzahlen führt allerdings am Volkswagen-Konzern kein Weg vorbei. Die Wolfsburger setzten im Juni europaweit 291.366 Fahrzeuge ab und steigerten ihren Absatz um 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit liegt VW weiterhin deutlich vor allen Wettbewerbern. Auch auf dem deutschen Elektroauto-Markt ist der Konzern hervorragend aufgestellt. Hinter dem Tesla Model Y folgen mit ID.3, ID.7 sowie den Konzernmodellen Skoda Enyaq, Skoda Elroq und Cupra Tavascan gleich mehrere Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern. Die Wolfsburger profitieren davon, dass sie inzwischen nahezu jedes wichtige Segment elektrisch besetzen.

An der Spitze der Verkaufsstatistik: Skoda Elroq

BMW wächst schneller als alle großen europäischen Hersteller

Während Volkswagen beim Volumen dominiert, glänzt BMW mit der höchsten Dynamik. Europaweit legte der Konzern im Juni um 16,1 Prozent zu – stärker als jeder andere große europäische Hersteller. Auch in Deutschland läuft das Geschäft. Der BMW X1 gehört inzwischen zu den meistverkauften Elektroautos des Landes, gleichzeitig sorgen Mini und die ersten Neue-Klasse-Modelle für zusätzlichen Rückenwind. BMW scheint derzeit besonders erfolgreich darin zu sein, den Wechsel vom Verbrenner zum Elektroauto in steigende Verkaufszahlen umzusetzen.

Mercedes wächst – aber langsamer

Mercedes-Benz entwickelt sich ebenfalls positiv, allerdings weniger dynamisch. Europaweit stiegen die Verkäufe im Juni um 4,8 Prozent und damit deutlich unter dem Marktwachstum. Der neue elektrische CLA sorgt zwar bereits für erste Erfolge und schaffte es im Juni auf Anhieb in die Top Ten der deutschen Elektroauto-Zulassungen. Gleichzeitig belasten die Schwäche auf dem chinesischen Markt und die dortige Konkurrenz durch heimische Hersteller weiterhin das Geschäft.

BYD und Co. holen mit hohem Tempo auf

Besonders aufmerksam verfolgen die etablierten Hersteller die Entwicklung chinesischer Anbieter. BYD steigerte seine deutschen Neuzulassungen im Juni um 273,7 Prozent und baut seine Präsenz in Europa kontinuierlich aus. Noch sind die Marktanteile überschaubar. Geely – inklusive Volvo und Polestar – kommt europaweit auf 2,7 Prozent Marktanteil. BYD und SAIC mit der Marke MG erreichen jeweils 2,2 Prozent. Hinzu kommen Chery und Leapmotor, die ebenfalls deutlich wachsen.

Die Zahlen müssen jedoch relativ betrachtet werden. Während Volkswagen, BMW oder die Stellantis-Marken nämlich auf einer sehr hohen Basis wachsen, legen die chinesischen Hersteller von einem vergleichsweise niedrigen Ausgangsniveau aus deutlich schneller zu.

Woher kommt der plötzliche Elektro-Boom?

Der Erfolg der Elektroautos hat mehrere Ursachen. Die staatliche Förderung spielt in Deutschland eine extrem wichtige Rolle. Gleichzeitig machen dauerhaft hohe Kraftstoffpreise Elektroautos wirtschaftlich attraktiver. Hinzu kommen immer günstigere Modelle, eine wachsende Ladeinfrastruktur und strengere CO₂-Flottengrenzwerte der EU. Für viele Hersteller sind hohe Elektroauto-Verkäufe inzwischen keine Option mehr, sondern wirtschaftliche Pflicht, um Strafzahlungen zu vermeiden. Attraktive Leasingangebote und hohe Rabatte sorgen zusätzlich für steigende Zulassungszahlen.

Deutschland wird zum umkämpften E-Auto-Markt

Gerade Deutschland entwickelt sich zunehmend zum Schauplatz dieses Wettbewerbs. Die Neuzulassungen stiegen im Juni um 15,7 Prozent und damit stärker als in Frankreich, Italien oder Spanien. Gleichzeitig wächst das Angebot rasant – von günstigen chinesischen Modellen über neue Volumenfahrzeuge wie den Skoda Elroq bis hin zu den kommenden Kleinwagen wie VW ID. Polo oder Renault 5. Für interessierte Käufer bedeutet das mehr Auswahl als je zuvor, und das wahrscheinlich sogar mit attraktiveren Preise.

Fazit