Der Volkswagen-Konzern legte für das Jahr 2025 einigermaßen stabile Zahlen vor. Insgesamt lieferte die Gruppe fast genauso viele Autos aus wie im Jahr zuvor; das Minus betrug lediglich 0,5 Prozent. Etwas unter dieser Norm bewegte sich die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns. Der Gesamtabsatz betrug im gerade abgelaufenen Jahr 401.000 Fahrzeuge; 2024 waren es noch 409.600 Einheiten gewesen, was einen Rückgang von 2,1 Prozent bedeutet.
Gewinner und Verlierer
Heruntergebrochen auf die Modellpalette von VW Nutzfahrzeuge gibt es drei Gewinner: Den ID. Buzz, der sein Ergebnis mehr als verdoppelt hat, sowie den Caddy und den Crafter, die jeweils im Plus liegen, wenn auch nur knapp. Im Umkehrschluss muss es aber auch Verlierer geben. In der relativen Betrachtung ist das ganz klar der Amarok; der Absatzeinbruch des Pick-ups auf Ford-Ranger-Basis lag bei satten 40,4 Prozent.
Doch in absoluten Zahlen musste das Kernmodell der Volkswagen-Nutzfahrzeug-Palette am meisten Federn lassen: der gute alte Bulli. Wurden 2024 noch 148.300 Exemplare der – wie Volkswagen sie inzwischen nennt – T-Baureihe abgesetzt, waren es 2025 nur noch 125.700 Einheiten. Damit beträgt der Rückgang 15,2 Prozent.
Da es sich – insbesondere bei den Pkw-Versionen des Bulli – um ein gemeinhin margenstarkes und damit wichtiges Modell für VW Nutzfahrzeuge handelt, sollte man meinen, der negative Trend führe bei einigen Entscheidern in Hannover zu Stirnrunzeln. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein. Im Gegenteil: Möglicherweise haben die Niedersachsen mit dieser Entwicklung sogar gerechnet. "Wir haben einen klassischen Verlauf gesehen, wie er bei einem Modellwechsel typisch ist", sagt ein Sprecher.
Modellwechsel vom T6.1 zum Transporter auf Ford-Basis
Zur Erinnerung: Die Produktion der fünften Bulli-Generation und des T6, der im Grunde nicht mehr als ein tiefgreifendes Facelift der Baureihe war, endete im Sommer 2024 nach etwa 21 Jahren. Von diesem Transporter klassischer Machart wurden 2025 also nur noch Bestandsexemplare abverkauft. In Summe waren das etwa 1.600 Fahrzeuge.
Erst im Frühjahr 2025 übernahm die Nachfolgegeneration, die nicht offiziell T7 heißen darf. Unter anderem deshalb, weil sie kein originärer VW-Bulli mehr ist, sondern die technische Basis des Ford Transit Custom nutzt und auch in einem Ford-Werk in der Türkei gebaut wird. "Insgesamt gut 71.200 Transporter im Jahr 2025 sind ein solides Ergebnis", sagt Lars Krause, Vorstand für Vertrieb, Marketing und Aftersales bei Volkswagen Nutzfahrzeuge. "Der Transporter als drittes Fahrzeug unseres Bulli-Trios kam 2025 in die Märkte und schließt Schritt für Schritt an die Erfolge des Vorgängers an."
VW setzt auf Nachfrage-Push durch neue Bulli-Varianten
Doch zufriedengeben wollen sich die VW-Nutzfahrzeugler mit diesen Zahlen auf Dauer nicht. Viel versprechen sie sich in Hannover vom nun folgenden sukzessiven Ausbau der Modellvarianten. "Hier werden uns die 2026 kommenden Derivate und der Ausbau unserer digitalen Services insbesondere für Gewerbekunden helfen, unsere Marktposition wieder zu stärken", ergänzt Krause. So findet im kommenden Jahr endlich die Pritsche mit Doppelkabine ihren Weg ins Portfolio, das im Laufe des Jahres auf 13 Karosserievarianten sowie drei verschiedene Antriebssysteme (Diesel, Plug-in-Hybrid und Elektro) in elf unterschiedlichen Leistungsstufen anwachsen wird.
Klar ist aber auch: Ohne den letztjährigen Erfolg des Multivan auf Basis des Modularen Querbaukastens, die VW Nutzfahrzeuge seit deren Debüt hier mit einrechnet, hätten die Absatzzahlen der "T-Baureihe" im vergangenen Jahr noch etwas trauriger ausgesehen. Denn mit 38.700 Neuzulassungen verzeichnete der Multivan "das beste Jahr seiner langen Geschichte". Hinzu kamen 14.200 Exemplare des California, der inzwischen auch auf dem MQB-Multivan basiert.
Äpfel mit Birnen verglichen?
Wobei hier zur Wahrheit gehört, dass der Multivan früher vom "echten" Transporter abstammte und nicht wie heutzutage auf einer Pkw-Plattform basierte. Wer meint, dass Volkswagen hier Äpfel mit Birnen vergleicht, liegt also nicht ganz falsch.












