Wiesel bekommt "Flüüügel": Warum lernt der Porsche-Panzer erst jetzt fliegen?

Wiesel bekommt „Flüüügel“
Warum lernt der Porsche-Panzer erst jetzt fliegen?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.04.2026
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Wiesel-Panzer an Fallschirm
Foto: KI-generiertes Bild / Wittich

Der Test fand im April 2026 mit einem Airbus A400M statt. Der "Wiesel" wurde in einem Transportgestell über die Laderampe aus dem Flugzeug geschoben, öffnete mehrere Fallschirme und landete gedämpft auf dem Boden.

Das Heer beschreibt auf Instagram den Ablauf selbst auffallend knapp. "Fallschirm dran. Käfig verladen. Rauswerfen. Fertig", heißt es in einem Instagram-Beitrag der Bundeswehr. Der Test wird dort mit der Frage eingeleitet "Kann ein Wiesel fliegen?" und direkt beantwortet mit "Wir sagen ja". Die nüchterne Darstellung verdeckt, dass es sich um eine Fähigkeit handelt, die bisher fehlte. Fahrzeuge konnten zwar transportiert, aber nicht per Fallschirm abgesetzt werden. Genau diese Lücke wird nun erprobt.

Was hinter dem Test steckt

Im Kern geht es nicht um den "Wiesel" selbst, sondern um ein Verfahren. Die Bundeswehr prüft, ob sich Fahrzeuge künftig gemeinsam mit Fallschirmjägern in ein Einsatzgebiet bringen lassen. Bisher läuft ein solcher Einsatz in mehreren Schritten ab. Zunächst springen Soldaten ab und sichern ein Gebiet. Fahrzeuge folgen erst später, etwa über Landebahnen oder per Transportflugzeug nach der Landung. Dieser Ablauf kostet Zeit und bindet Kräfte.

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Mit einem funktionierenden Abwurfsystem könnten Fahrzeuge gleichzeitig mit der Truppe vor Ort sein. Das würde die Einsatzfähigkeit unmittelbar erhöhen, insbesondere in Situationen ohne gesicherte Infrastruktur.

Britisches Abwurfsystem als Kern des Tests

Zum Einsatz kommt ein Schwerlast-Abwurfsystem aus Großbritannien. Dabei handelt es sich um ein modulares Fallschirmsystem mit sogenanntem Rapid-Rig-Verfahren. Das System wird in Fachkreisen als ATAX bezeichnet. Der Ablauf ist standardisiert. Das Fahrzeug wird in einem stabilen Rahmen fixiert, der als Trägerstruktur dient. An diesem Rahmen sind mehrere Fallschirme befestigt, die sich nach dem Abwurf automatisch öffnen und die Sinkgeschwindigkeit kontrollieren.

Wiesel-Panzer
Bundeswehr/Carl Schulze

Entscheidend ist die Landung. Unter dem Gestell befinden sich spezielle Luftkissen. Diese sogenannten Soft-Landing-Airbags fangen den Aufprall ab und reduzieren die Belastung für Fahrzeug und Struktur. Im Gegensatz zu klassischen Einweg-Dämpfungssystemen können diese Elemente wiederverwendet werden.

Ein weiterer Punkt ist die Einsatzbereitschaft nach der Landung. Das System ist darauf ausgelegt, dass das Fahrzeug nach dem Aufsetzen schnell freigegeben werden kann. Soldaten können den "Wiesel" unmittelbar nach der Landung aus dem Gestell herausfahren und einsetzen.

Warum ausgerechnet der Wiesel genutzt wird

Der "Wiesel" eignet sich für diesen Test vor allem wegen seiner Bauweise. Das Fahrzeug ist kompakt, wiegt weniger als fünf Tonnen und wurde ursprünglich für luftbewegliche Einsätze entwickelt.

Seine Herkunft aus der Porsche-Entwicklung spielt dabei eine Rolle. Das Konzept sah bereits in den 1970er-Jahren vor, ein leichtes, transportables Gefechtsfahrzeug für Luftlandetruppen zu schaffen. Der Abwurf per Fallschirm war Teil dieser Überlegungen, wurde aber nie umgesetzt. Heute wird genau dieser Punkt nachgeholt.

Anm. d. Red.: Das Aufmacherfoto ist ein Schmuckbild, dass KI-generiert nicht die reale Abwurfszene zeigt.

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