Aiways U5 Malte Buls
Aiways U5
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Aiways U5 19 Bilder

Erster Check Aiways U5

So wirkt das Elektro-SUV nach langer Fahrt

Aiways hat sein Elektro-SUV aus China nach Deutschland gefahren. Beim letzten Stopp vor der IAA in Leonberg haben wir uns schon mal reingesetzt.

Die Proportionen des Aiways U5 stimmen – von der Größe her ist er mit einem VW Tiguan Allspace vergleichbar. Seine Ladebuchse sitzt immer unter dem linken Frontscheinwerfer. Die Türgriffe schließen bündig mit der Karosserie ab, zum Türöffnen drückt man sie erst heraus, bevor man sie greifen kann. Aston Martin macht seine Türgriffe schon lange so, dann sprang Tesla auf den Zug auf und inzwischen ist das ein Trend.

Hinterm Lenkrad gibt es auch für große Fahrer viel Platz in allen Richtungen. Das Lenkrad selbst ist ein bisschen extrovertiert gestaltet: Etwas dünner und härter als in vielen anderen SUVs ist es zudem oben und unten stark abgeflacht – von seiner Form her ähnelt es eher Sportwagen-Lenkrädern. Die Symbole für die Touchbedienflächen auf den Lenkradspeichen leuchten erst nach einer Berührung auf. Vor dem Lenkrad sitzt ein Triptychon ähnlich aufgeteilter Bildschirm, dessen Seitenteile leicht Richtung Fahrer abgewinkelt sind. Die Abwinkelung bedeutet: Diese Anzeige geht vornehmlich den Fahrer etwas an – sagt Aiways. Die Fahrdaten sind auf der Hauptanzeige zu sehen, rechts und links davon erscheinen beispielsweise Informationen zum aktuell gewählten Entertainment. Etwas weiter in den Innenraum gerückt, thront am oberen Ende der Mittelkonsole ein breiter Infotainment-Bildschirm. Dieser ist laut Aiways für alle Insassen da. Und mit Seitenblick auf Byton betonen die Verantwortlichen: Man habe sich ganz bewusst gegen einen großen durchgehenden Bildschirm entschieden – die Fülle der dort darstellbaren Informationen wäre viel zu unübersichtlich.

Aiways U5
Malte Buls
Eckiges Lenkrad und klare Innenraumgestaltung beim Aiways U5.

Top Verarbeitung

Unter der hoch liegenden Mittelkonsole gibt es ein großes, von den Seiten zugängliches Staufach. Dieses Fach ist auch ein bisschen als Ersatz für das Handschuhfach gedacht, das es nur gegen Aufpreis gibt. An den Sitzen fallen die perfekten Nähte auf, wie auch sonst alles in dem Prototyp hochwertig verarbeitet wirkt. Dabei ist nicht zu vergessen, dass der U5 bereits mehrere 1.000 Kilometer Erprobungsfahrt von China nach Deutschland in den Rädern hat. Die Sitze sitzen sich bequem und fühlen sich straff genug für längere Reisen an. Der Seitenhalt ist moderat. Die Übersichtlichkeit ist vom Fahrersitz aus nach vorn und hinten gut, nur zu den hinteren Seiten blockiert die breite C-Säule die Sicht. Durch das in die Säule eingelassene Fenster kann der Fahrer aufgrund des ungünstigen Sichtwinkels nicht schauen.

Aiways U5
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Der Kofferraum des Aiways U5 hat keine Ladeschwelle und reicht bei umgeklappten Rücksitzen für bis zu 1.555 Liter Gepäck.

Sensationell viel Platz im Fond

Außergewöhnlich viel Platz genießen die Passagiere in der zweiten Reihe: Hier können selbst große Erwachsene problemlos ihre Beine übereinanderschlagen. Die Polsterung gibt genau die richtige Stützkraft und die Nähte sind ebenso tadellos verarbeitet wie vorn. Die Innenraumleuchten rechts und links in Höhe der B-Säulen lassen sich durch kurzes Berühren mit einem Finger einschalten – selbst wenn der Finger noch einen halben Zentimeter entfernt ist, schalten sie sich schon ein oder aus. Sehr komfortabel ist die Regelung des Luftzustroms für den Fond gelöst: In der am hinteren Ende der Vordersitz-Mittelkonsole positionierten Düse sitzt eine große metallisch glänzende Taste, ein kurzer Druck und die Luftzufuhr ist freigegeben oder gesperrt.

Der Kofferraum ist dank der Abwesenheit einer Ladeschwelle gut zugänglich, auch wenn die Ladekante SUV typisch etwas höher liegt. Unter dem ersten Ladeboden gibt es einen zweiten und unter dem wiederum noch einen dritten. Die Kofferraumvolumina hat Aiways noch nicht bekanntgegeben – bis auf eins: Bei umgelegten Rücksitzen entsteht eine ebene Ladefläche und dann passen bis zu 1.555 Liter Gepäck ins Heck des SUV.

Video Sitzprobe Aiways U5 (2019)
3:40 Min.

Unter 35.000 Euro – nur als Leasingmodell

Der Preis des Aiways U5 ist noch nicht auf den Euro genau festgelegt – er soll auf jeden Fall unter 35.000 Euro liegen. Und man kann ihn ausschließlich leasen – damit möchte Aiways der Kundschaft die Angst vor einem zu starken Wertverlust nehmen. Der U5 ist nur über das Internet oder in Popup-Stores zu bekommen – man möchte keine eigenen Gebäude kaufen oder anmieten, betont Alexander Klose, Aiways-Chef für die Auslandsgeschäfte. Klose hat 30 Jahre Erfahrung in der Automobil-Industrie, war unter anderem bei BMW und zuletzt Chef von Volvo China. Ab April sollen die Auslieferungen des U5 in Europa beginnen – ob gleich in mehreren Ländern, ist noch nicht entschieden. Aiways muss sich anscheinend mit einem Luxus-Problem herumschlagen: Bei der langen Fahrt nach Deutschland wollte zum Beispiel in Kopenhagen ein dänischer Taxibetreiber gleich eine große Charge U5 kaufen, freut sich Klose. Ein ähnliches Spiel in den Niederlanden: Die Steuergesetzgebung bevorzugt Autos mit einem niedrigen CO2-Ausstoß, was das Interesse an Elektroautos dort aktuell massiv erhöht. Allerdings ist der deutsche Markt zu groß, um ihn vom U5-Angebot auszusparen, beschwichtigt der Auslands-Chef. Entschieden ist allerdings noch nichts – auch nicht, wer Wartung und Reparatur der Fahrzeuge übernimmt. Man sei allerdings mit mehreren Interessenten in Kontakt, heißt es bei Aiways.

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Fazit

Sieht außen und innen gut aus, sitzt sich gut, fühlt sich gut an, ist gut verarbeitet und bieten im Fond sensationell viel Platz: der neue Aiways U5 ist ein richtig ernst zu nehmendes Auto. Hinzu kommt, dass das SUV aus China rein elektrisch fährt und dafür auch noch überraschend günstig ist. Das bedeutet: hohe Erfolgs-Chancen auf dem deutschen Markt und damit hoher Druck auf die Konkurrenz – wovon der Kunde am Ende profitieren könnte.

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