Flüssiger Wasserstoff, auch sLH2 genannt, wird bei extrem niedrigen Temperaturen von -253 Grad Celsius gelagert. Diese Form des Wasserstoffs bietet eine deutlich höhere Energiedichte als gasförmiger Wasserstoff, was sie ideal für den Schwerlastverkehr macht. Der NextGenH2 Truck von Daimler Truck nutzt diese Technologie, um Reichweiten von über 1.000 Kilometern zu erreichen. Die Tanks des Fahrzeugs können bis zu 85 Kilogramm flüssigen Wasserstoff speichern, was eine Betankungszeit von nur 15 Minuten ermöglicht.
Aktueller Stand der Infrastruktur
In Deutschland gibt es derzeit nur wenige Tankstellen, die flüssigen Wasserstoff bereitstellen können. Zu den Standorten gehören Wörth am Rhein und der Raum Duisburg. Diese punktuelle Verfügbarkeit stellt eine erhebliche Herausforderung für die flächendeckende Nutzung von sLH2-Lkw dar. Laut Daimler Truck ist der langsame Ausbau der Infrastruktur einer der Hauptgründe, warum die Serienproduktion des NextGenH2 Trucks auf die frühen 2030er Jahre verschoben wurde.
Herausforderungen beim Ausbau
Der Aufbau eines flächendeckenden sLH2-Tankstellennetzes erfordert erhebliche Investitionen. Neben den hohen Kosten für die Errichtung der Tankstellen müssen auch Sicherheitsstandards eingehalten werden, um den Umgang mit flüssigem Wasserstoff zu gewährleisten. Zudem ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Industrie und Energieversorgern notwendig, um die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
Politische und wirtschaftliche Perspektiven
Die Bundesregierung hat Förderprogramme für Wasserstofftechnologien ins Leben gerufen, doch der Fokus liegt bisher stärker auf gasförmigem Wasserstoff. Für flüssigen Wasserstoff fehlen noch spezifische Fördermaßnahmen. Unternehmen wie Daimler Truck fordern daher eine stärkere Unterstützung durch die Politik, um den Ausbau der Infrastruktur zu beschleunigen.
Vergleich mit anderen Technologien
Im Vergleich zu batterieelektrischen Lkw bietet die sLH2-Technologie den Vorteil kürzerer Betankungszeiten und höherer Reichweiten. Allerdings ist die Infrastruktur für Elektro-Lkw bereits weiter fortgeschritten, was sie derzeit zu einer attraktiveren Option für viele Spediteure macht. Die Entscheidung für eine Technologie hängt daher stark von der Verfügbarkeit der jeweiligen Infrastruktur ab.







