Renault Captur und R-Space im Fahrbericht

Design und Technik von Morgen

Renault Capture, Frontansicht Foto: Karl-Heinz Augustin 22 Bilder

Auf das Konzeptauto Dezir folgen zwei weitere Studien: Captur und R-Space. Mit den Einzelstücken will Renault einerseits die neue Design-Philosophie des Hauses darstellen, andererseits technische Innovationen zeigen.

Glaubt man einer Renault-Analyse, lässt sich das Leben in sechs verschiedene Abschnitte gliedern. Jeder einzelnen Phase wird der französische Hersteller eine Studie widmen. Begonnen hat der Reigen im Herbst vergangenen Jahres mit dem Dezir – einem sportlichen Zweitürer mit E-Antrieb, der die Liebe verkörpern soll und etwas weniger prosaisch auch als Single-Mobil bezeichnet werden könnte. 

Variabler Crossover für Paare

Mit dem Renault Captur sind wir nun bei Stufe zwei angelangt, das Single-Dasein hat ein Ende. Designchef Laurens van den Acker nennt den Zweitürer einen sportlichen Crossover, ideal für ein junges Pärchen, das die Welt erobern möchte. Axel Breun, Direktor Renault Konzeptfahrzeuge, hat dem Rechnung getragen und den Captur entsprechend praktisch und variabel gestaltet.
Das Hardtop lässt sich abnehmen, große 22-Zoll-Räder erhöhen die Bodenfreiheit und ermöglichen damit das Befahren unbefestigter Wege. Im Heck des Autos finden sich Seile, mit denen sich Gepäck oder Sportgeräte fixieren lassen, die aber auch wie eine Hängematte genutzt werden können.

Als Antrieb dient dem Renault Captur ein 1,6-Liter-Diesel mit Biturbo-Aufladung und 160 PS sowie 380 Newtonmeter Drehmoment. Dieses Aggregat ist deutlich näher an der Serie, als es seine exotische Verpackung vermuten lässt, von der voraussichtlich lediglich die Gesichtszüge für künftige Renault-Modelle übernommen werden. Der Motor jedoch wird die bekannten 1,9-Liter-Diesel ablösen.

Sportlicher Familien-Van

Phase drei im Leben wird nach Renault-Lesart durch die Familie gekennzeichnet. Und Familien brauchen Platz. Die Van-Studie Renault R-Space bietet ihn und einiges mehr. Wobei die kompakten Abmessungen eher auf einen Nachfolger für den Scénic als auf den nächsten Espace hindeuten und die sportlich geduckte Linienführung eher Ford C-Max und Seat Altea als Konkurrenten erkennen lassen als Opel Zafira und VW Touran. Bei den gegenläufig öffnenden Türen verzichtet Renault sogar auf den B-Pfosten, was den Zustieg zum Fond enorm erleichtert. Dort lassen sich 27 Polstersäulen zu ganz unterschiedlichen Sitzlandschaften formen.

So futuristisch das Sitzkonzept, so nah an der Realität ist der Motor. Der nur 0,9 Liter kleine Dreizylinder mit 110 PS und 160 Nm Drehmoment wirkt in der Studie nicht so fehl am Platz, wie man vermuten könnte. Renault gibt für den Standardsprint aus dem Stand auf 100 km/h elf Sekunden an, der Scénic mit Zweiliter-Benziner und 140 PS ist nur eine halbe Sekunde schneller.

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