Formel 1: Das ist der Grund für die Stotter-Starts von Audi

Keine schnelle Lösung für Start-Problem
Deshalb kommt Audi nicht gut weg

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.04.2026
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Gabriel Bortoleto - Audi - GP Japan 2026
Foto: Wilhelm

Schon bei den Testfahrten in Bahrain wurden die Ingenieure darauf aufmerksam, dass der neue Audi R26 einen ernsten Schwachpunkt in sich trägt, der ihn verwundbar macht. Bei den Probestarts auf dem Wüstenkurs fiel schnell ins Auge, dass die Konkurrenz deutlich besser aus den Blöcken kam. Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto hinkten beim Launch deutlich hinterher.

Bis zum Saisonstart konnte das Problem leider nicht behoben werden. Immer, wenn sich die neuen Werksrennwagen vor der Ampel aufstellten, mussten die Piloten in den Rückspiegel schauen und in den Verteidigungsmodus schalten. Besonders auffällig wurde es in Japan, als Hülkenberg von P13 auf P19 fiel und Bortoleto von P9 auf P13 abrutschte.

"Es ist leider nicht das erste Mal passiert. Der Start ist sicher nicht unsere Stärke", grummelte Teamchef Mattia Binotto nach dem Rennen. Gerade auf Strecken wie Suzuka, wo das Überholen schwierig ist, kann ein schlechter Start schon früh die Entscheidung bedeuten. Mit einer starken Aufholjagd schaffte es Hülkenberg immerhin noch auf Platz 11. Punkte gab es dafür allerdings nicht.

Audi - GP Australien 2026
xpb

Schlechter Start kostet WM-Punkte

Der Pilot klagte anschließend, dass sein Rennen nach den ersten Metern praktisch schon im Eimer war: "Danach habe ich viel im Verkehr gesteckt. Es war schwierig, nach vorne zu kommen. Das war mit diesen neuen Autos interessant und teilweise auch spaßig, aber auf der anderen Seite auch frustrierend, wenn einem ein gutes Manöver gelingt und man dann auf der nächsten Gerade direkt zurück überholt wird, ohne dass man sich wehren kann."

Über den genauen Grund der schlechten Starts lässt sich nur spekulieren. Die Fahrbarkeit des Audi-Antriebs ist generell ein Thema, das die Piloten immer wieder kritisieren. Ein schlechtes Ansprechverhalten, fehlendes Gefühl im Gasfuß und das zickige Energie-Management helfen sicher nicht dabei, sauber von der Linie wegzukommen. Das spezielle Ansaugsystem in Kombination mit dem bekannten Power-Defizit beim Verbrenner könnten ebenfalls einen Anteil an der Launch-Problematik haben.

Die Stotter-Starts sind auch deshalb so ärgerlich, weil die Pace im Auto ansonsten passt. Das zeigen auch die guten Quali-Ergebnisse. Ohne ein paar kleinere Fahrfehler von Hülkenberg hätten es wohl beide Autos in Suzuka ins Q3 geschafft. Und mit normalen Starts hätte es wohl auch bei beiden mit WM-Punkten geklappt.

Mattia Binotto - Audi - Formel 1  - GP Japan 2026
Audi

Keine einfache Lösung

Auf Dauer kann es sich Audi nicht leisten, einfach so die Plätze zu verschenken. "Wir sind das Thema nur deshalb noch nicht angegangen, weil es hier keine offensichtliche Lösung gibt. Es steht aber auf der Prioritätenliste ganz oben", betont Binotto. Die Frage lautet, ob man zur Behebung neue Hardware benötigt, oder ob kleinere Eingriffe in der Software schon Linderung bringen.

"Es ist in gewisser Art gut, dass zwei Rennen gestrichen wurden. Das gibt uns als Team mehr Zeit, um über den Saisonstart nachzudenken", so Binotto. "Es war alles sehr stressig. Es gab viele Probleme zu lösen. Da blieb bisher wenig Zeit, über die Weiterentwicklung nachzudenken. Darauf werden wir in den nächsten Wochen unseren Fokus legen. Und dann hoffentlich besser vorbereitet nach Miami reisen."

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