Formel 1: Binotto enthüllt: Deshalb flog Wheatley raus - und so geht es bei Audi weiter!

Darum musste Wheatley gehen
Binotto verrät Pläne für neue Audi-Führung

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.03.2026
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Mattia Binotto - Audi - Formel 1  - Bahrain-Test - 2026
Foto: Wilhelm

Das neuformierte Audi-Team geht gerade durch eine turbulente Phase. In der Fabrik in Hinwil müssen sich die vielen neuen Mitarbeiter erst noch einspielen. Die Umstrukturierung, die schon vor zwei Jahren begonnen wurde, ist noch in vollem Gange. Und auch die Motoren-Entwicklung in Neuburg steckt verglichen mit der Konkurrenz noch in den Kinderschuhen. Der ganze Rennstall muss sich eingrooven.

Eigentlich wünscht man sich in dieser Phase Stabilität, besonders auf Seiten der Führungsmannschaft. Doch ausgerechnet hier musste Audi schon früh in der ersten Saison als Werksteam eine Veränderung vermelden. Seit vergangenem Freitag (20.3.) ist Jonathan Wheatley nicht mehr Teamchef. Der Brite, der von Red Bull angeheuert wurde, verließ nach nicht einmal einem Jahr die Brücke in Hinwil.

"Alles ging sehr schnell. So läuft es manchmal", erklärte Audi-F1-Projektleiter Mattia Binotto in Suzuka am Sky-Mikrofon. "Letzten Freitag hat uns Jonathan darüber informiert, dass er sich nicht langfristig binden will. Hierfür waren persönliche Gründe ausschlaggebend, die wir hier aber nicht näher diskutieren können. Wir respektieren diese Entscheidung. Als Konsequenz haben wir uns als Team entschieden, ihn von seinen Pflichten zu entbinden."

Mattia Binotto - Audi - Formel 1  - GP Japan 2026
Audi

Wheatley-Trennung ohne Vorwarnung

Binotto gab zu, dass auch er selbst vom plötzlichen Abgang Wheatleys überrascht wurde: "Ich habe es ehrlich gesagt nicht kommen sehen. Jonathan war immer sehr fokussiert auf seine Aufgaben und hat alles für das Team gegeben. Er hat gute Arbeit abgeliefert, die sich auf jeden Fall positiv auf unsere Entwicklung ausgewirkt hat."

Ein Teil der Doppelspitze ist damit weg. Laut offizieller Audi-Mitteilung soll Binotto das Schiff nun erst einmal alleine auf Kurs halten. Im Fahrerlager von Suzuka musste der Italiener die Aufgaben von Wheatley mitübernehmen. Auf der operativen Seite des Rennteams an der Strecke und bei der Medienarbeit hatte Wheatley bisher die Hauptarbeit geleistet.

Laut Binotto darf die aktuelle Situation aber nicht zum Dauerzustand werden: "Wir müssen uns neu organisieren", kündigte der 56-Jährige an. "Wir suchen dabei nicht speziell nach einem neuen Teamchef. Aber das Team und ich müssen jetzt neue Strukturen aufbauen. Speziell an den Rennwochenenden brauche ich Unterstützung. Es gibt noch so viel zu tun in Hinwil und Neuburg, um die Autos und das ganze Team weiterzuentwickeln. Darauf will ich meinen ganzen Fokus legen."

Audi - GP China 2026
xpb

Verpflichtet Audi einen Rennleiter?

Es klingt stark danach, dass Audi einen neuen Rennleiter oder einen Sportdirektor verpflichten will, der dann als Bindeglied zwischen dem Einsatzteam und Binotto fungiert. Ob man bei der Besetzung des Postens einen Mitarbeiter aus der Stammbesetzung befördert oder die Stelle von extern besetzt wird, konnte Binotto zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Der Gesamtverantwortliche bat die Fans um etwas Geduld: "Wir nutzen jetzt die Zeit, um darüber nachzudenken, wie wir uns an den Rennwochenenden neu aufstellen können. Im April gibt es ja erstmal keine Rennen. Das ist ein guter Moment, eine neue Struktur aufzubauen. Wir haben da schon einige Ideen. Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, werden wir sie verkünden."

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