Für Cadillac ist in der Formel 1 noch alles neu. Die Mannschaft von Teamchef Graeme Lowdon muss sich in der Königsklasse erst noch akklimatisieren. Bei der Vorbereitung zeigte sich das Auto technisch zwar ganz gut aussortiert, auf den Rest des Feldes fehlten aber ein paar Sekunden. Wenn Aston Martin seine Probleme irgendwann in den Griff bekommt, übernimmt Cadillac höchstwahrscheinlich die rote Laterne.
Am Ende des Feldes werden Valtteri Bottas und Sergio Perez wohl eher selten im Bild sein, was viele Fans sicher schade fänden. Die Autos hatten mit ihrer ungewöhnlichen Schwarz-Weiß-Lackierung viel Beifall in den sozialen Medien erhalten. Das auffällige Design, das im Rahmen eines Superbowl-Werbespots vorgestellt wurde, kam bei den Zuschauern gut an. Endlich traute sich jemand mal etwas Neues.
Das Besondere am Cadillac-Look ist, dass die Verteilung der Farben nicht wie bei den anderen zehn Autos auf beiden Seiten gleich ist, sondern asymmetrisch angebracht wurde. Auf der linken Fahrzeugseite sind die Sponsorenlogos schwarz auf weiß aufgepinselt, auf der rechten Seite ist alles umgedreht weiß auf schwarz zu lesen. Nur die Oberseite der Nase und die Elemente des Heckflügels weisen einen einheitlichen Look auf.

Die äußeren Ringe an den Felgen sind nun weiß lackiert.
Fotoshooting mit Mario Andretti
Kurz vor dem ersten Auftritt beim Saisonstart in Melbourne durfte auch Mario Andretti das Auto erstmals aus der Nähe betrachten. Zu Ehren des Formel-1-Weltmeisters von 1978 gaben die Cadillac-Verantwortlichen dem Grand-Prix-Renner die Modellbezeichnung MAC-26, was abgekürzt für "Mario Andretti Cadillac 2026" steht. Die Taufe besiegelte das Team mit einem kleinen Fotoshooting in der Boxengasse von Melbourne.
Wer dabei genauer hinschaute, dem fiel auf, dass der Cadillac nicht mehr das gleiche Design aufwies wie noch bei den Testfahrten in Bahrain zwei Wochen zuvor. Das Team hatte gleich an mehreren Stellen kleine Änderungen am Farbschema vorgenommen. Es blieb zwar immer noch beim ursprünglichen Schwarz-Weiß-Look, doch die Verteilung der Kontrasttöne wechselte in ein paar Bereichen.
Am deutlichsten sichtbar ist die Verwandlung am Frontflügel. Wie der Rest des Autos hatte Cadillac den Flügel bei der Präsentation noch in zwei verschiedenen Tönen lackiert – von vorn betrachtet links ganz in Schwarz und rechts ganz in Weiß. Für Melbourne bekamen nun beide Seiten ein ungleichmäßiges Streifenmuster, das an das Cadillac-Logo erinnert.

Das alte Flügel-Design (oben) und die neue Lackierung (unten) standen in Melbourne praktischerweise direkt untereinander.
Optisch nur ein halber Flügel
Der Grund für die Verwandlung ist einfach: Mit dem alten Design sah es im Fernsehbild aus etwas größerer Entfernung immer so aus, als würde die linke Flügelhälfte fehlen. Der komplett schwarze Look hob sich zu wenig vom dunklen Asphalt ab. Vor allem mit der komplett weißen rechten Hälfte als Kontrast sorgte das für Irritationen, die beim Design-Prozess noch nicht bedacht wurden.
Der Flügel ist aber nicht das einzige Element, das einen neuen Look bekommen hat. Im Gegensatz zu den Testfahrten in Bahrain sind nun auch die ringförmigen Verkleidungen an den Felgen in Weiß lackiert. Sie waren vorher einfach in nacktem Sichtcarbon gehalten. Der weiße Ring gibt dem ansonsten etwas einfallslosen Felgendesign deutlich mehr Charakter. Cadillac geht damit den umgekehrten Weg zu den Racing Bulls. Hier sind die äußeren Ringe schwarz und der innere Teil ist weiß lackiert.
Eine weitere kleine Änderung auf der Außenhaut des Cadillacs betrifft Sponsor Jim Beam. Die Whiskey-Marke aus Kentucky darf in Australien mit ihrem Logo gut erkennbar auf dem Bargeboard werben. Wegen des Alkohol-Werbeverbots in Bahrain wurde bei den Tests nur der Schriftzug "Best enjoyed responsibly" angebracht – ohne konkret auf den Werbepartner hinzuweisen.












