Das geplante Automotodrom "Croatia Ring" nahe der Stadt Slunj hat einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Realisierung gemacht. Das kroatische Ministerium für Umweltschutz und grüne Transformation entschied, dass für das Projekt keine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich ist. Bereits bestehende Umweltauflagen müssen jedoch eingehalten werden.
Mit dem Croatia Ring soll auf rund 50 Hektar Fläche ein Motorsport- und Freizeitkomplex entstehen, der internationalen Standards entspricht. Langfristig verfolgen die Initiatoren sogar das Ziel, große Rennserien bis hin zur Formel 1 nach Kroatien zu holen. Das Projekt gliedert sich in eine Rennstrecken- und eine Tourismuszone auf und soll in mehreren Bauphasen umgesetzt werden.
Den größten Teil des Geländes nimmt die Motorsportanlage ein. Geplant sind eine 4.226 Meter lange Rennstrecke, ein Fahrerlager, ein großes Boxengebäude, Serviceeinrichtungen sowie Tribünen für rund 15.000 Zuschauer. Ergänzt wird die Infrastruktur durch Parkflächen für knapp 1.000 Fahrzeuge.

Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve unterstützt das Rennstrecken-Projekt in Kroatien.
Jacques Villeneuve als Berater
Auf den verbleibenden zehn Hektar sollen touristische Angebote entstehen. Vorgesehen sind 23 Apartments, sechs luxuriöse Wohneinheiten sowie ein Boutique-Hotel mit Pool und großzügigen Terrassen. Hinzu kommen ein Ausstellungszentrum, Lagerflächen und weitere Freizeitangebote. Die technische Infrastruktur umfasst unter anderem eine eigene Wasser- und Energieversorgung, moderne Entwässerungssysteme sowie energieeffiziente LED-Beleuchtung.
Ein wichtiger Punkt im Genehmigungsverfahren: Rund 61 Prozent der insgesamt mehr als 500.000 Quadratmeter großen Fläche bleiben als Grünflächen erhalten. Dieser hohe Anteil an unbebauten Flächen hatte offenbar maßgeblich dazu beigetragen, dass keine zusätzliche Umweltverträglichkeitsprüfung angeordnet wurde.
Hinter dem Vorhaben steht das Unternehmen Automotodrom Plitvice aus Split. Die Idee für den Croatia Ring wurde bereits 2021 von den Unternehmern Ante Busic und Davorin Stetner angestoßen. Später stieß mit Tomislav Mamic einer der bekanntesten Unternehmer Kroatiens zum Projekt hinzu. Für internationale Aufmerksamkeit sorgt zudem die Beteiligung von Jacques Villeneuve. Der Formel-1-Weltmeister von 1997 unterstützt das Projekt als Berater.
Fertigstellung bis Ende 2027?
Auch politisch genießt das Vorhaben Rückenwind. Der Croatia Ring wurde bereits als nationales strategisches Investitionsprojekt eingestuft. Die Initiatoren sehen darin nicht nur einen Impuls für den Motorsport, sondern auch einen wirtschaftlichen Motor für die Region. Durch die Nähe zu Zagreb soll die Anlage Besucher, Veranstaltungen und Investitionen anziehen. Die Hauptstadt und ihr internationaler Flughafen sind in rund 75 Minuten erreichbar
Die Fertigstellung des Croatia Ring ist derzeit für Ende 2027 vorgesehen. Mit der jüngsten Umweltentscheidung ist das Projekt seinem Ziel ein gutes Stück nähergekommen.





