In den nächsten Tagen plant ein Team nach dem anderen, sein neues Design für die Formel-1-Saison 2026 vorzustellen. Die einzelnen Lackierungen sorgen jedes Jahr für gemischte Reaktionen bei den Fans. Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Beim Look der Rennwagen kommt es nicht nur auf Ästhetik an. Auch die Lesbarkeit der Sponsoren spielt natürlich eine Rolle.
Im YouTube-Podcast des Kanals "Business of Sport" hat sich nun Antoine Le Nel zu dem Thema geäußert. Der Franzose ist Marketing-Chef beim neuen Audi-Titelsponsor Revolut und hat dabei kein Blatt vor den Mund genommen. Seiner Meinung nach ist der Ingolstädter Autobauer als Partner für sein Unternehmen besser geeignet als andere Werksteams mit teilweise größeren Namen und längerer Formel-1-Zugehörigkeit.
"Zunächst aus Markensicht betrachtet: Wenn man sich die Marke Audi anschaut, ist sie Premium, aber zugleich nahbar. Ferrari ist sehr Premium, Aston Martin ist sehr Premium, McLaren ist sehr Premium und so weiter – aber kann man sich wirklich mit Ferrari identifizieren? Das ist etwas ganz anderes. Audi hingegen ist wirklich zugänglich – in vielerlei Hinsicht eine Form von erschwinglichem Luxus."

Für das Rennen in Miami hat Ferrari letztes Jahr eine HP-Sonderlackierung mit besonders großem Blau-Anteil aufgelegt.
Blaues Logo auf rotem Auto
Bei der Auswahl des richtigen Partners spielen bei einem Sponsor aber auch noch weitere Faktoren eine Rolle. "Bei Revolut legen wir großen Wert auf Design. Wir sind sehr auf das Nutzererlebnis fokussiert, und das muss dazu passen. Nicht böse gemeint, aber ich finde, was HP und Ferrari mit ihren Autos gemacht haben, ist aus Designperspektive nicht gut. Wie kann man Blau auf ein rotes Auto setzen? Das ist nicht gut."
Die Lackierung der nicht mehr ganz so roten Göttin hat auch bei vielen Formel-1-Fans schon für kritische Stimmen gesorgt. In den sozialen Medien wird immer wieder der Wunsch geäußert, dass man lieber auf die Sponsormillionen verzichtet und das Logo weglässt. Oder dass Ferrari das Logo alternativ in einer neutralen Farbe wie Weiß oder Schwarz auf das Carbonkleid sprüht.
Le Nel gibt aber auch Beispiele, die er für gelungen hält: "Mastercard und McLaren muss ich ein großes Lob aussprechen – das ist aus Markensicht großartig. Auch was sie mit den Rädern und dem Chrome-Logo gemacht haben, ist sehr gelungen. Es gibt also Marken, die wirklich einen sehr guten Job machen, und bei denen es hervorragend funktioniert."

Auf dem Design-Showcar von Audi, das im November gezeigt wurde, sind noch gar keine Sponsoren zu sehen.
Das verbindet Audi und Revolut
Wie sich das Markenzeichen von Revolut in das Audi-Design einfügen wird, ist noch nicht bekannt. Das fertige Formel-1-Auto soll erst am 20. Januar in Berlin vorgestellt werden. Im Gegensatz zu HP nutzt die Online-Bank aber keine auffälligen Farben in ihrem Markenzeichen. Meistens ist es einfach schwarz auf weiß zu sehen.
Laut Le Nel haben am Ende noch mehr Faktoren den Ausschlag gegeben, dass die Wahl auf Audi als neuen Partner fiel: "Die Geschichte dahinter ist extrem wichtig. Wir bei Revolut sind angetreten, um das Bankwesen aufzumischen und uns gegen etablierte Anbieter durchzusetzen. Und bei Audi ist das genau das Gleiche."
Zwei Neulinge haben sich verbündet: "Die Audi-Story ist beeindruckend, weil sie in einen Sport einsteigen, der derzeit wohl der härteste der Welt ist. Sie fangen bei null an und bauen ihr Auto selbst. Es ist nicht wie bei Cadillac, die das komplette Auto kaufen. Audi baut alles selbst. Das gesamte Chassis, den Motor, das Getriebe, die Antriebseinheit – alles wird von ihnen selbst gefertigt. Genau wie bei Revolut. Wir bauen alles selbst: Wir fangen bei null an und bauen von Grund auf – und genau das macht Audi auch."












