Formel 1: FIA verweigert Start-Regeländerung, aber reagiert trotzdem

Reaktion auf Beinahe-Crash in Melbourne
So will die FIA die Start-Gefahr reduzieren

GP China 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.03.2026
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Formel 1 - GP Australien 2026 - Start
Foto: xpb

Nur Millimeter fehlten bis zur Katastrophe. Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson kam in Melbourne extrem langsam von der Stelle und stand den Verfolgern bleiern im Weg. Nur mit sehr viel Glück konnte Franco Colapinto seinen Alpine um den weißen Renner herumzirkeln. Der Argentinier atmete danach auf: "Ich bin erleichtert, dass ich aus der Nummer rauskam." Lawson bedankte sich später aufrichtig bei ihm.

Diese Szene ließ wenig überraschend die früheren Diskussionen während der Tests wieder hochkochen. Bereits da warnte beispielsweise McLaren-Teamchef Andrea Stella, dass die neuen komplexen Batterie-Ladeprozesse riesige Speed-Differenzen beim Start riskieren. "Das dürfen wir nicht aus den Augen verlieren, denn früher oder später geht es schief."

Wohl auch wegen politischen Drucks – Ferrari fertigte extra einen kompakteren Turbo, der schneller den nötigen Druck aufbaut – tut sich die FIA mit der Reaktion schwer. Eine radikale Änderung schiebt die Weltbehörde bislang vor sich her. Denkbar wäre, das Ladelimit für die Einführungsrunde aufzuheben. Die technischen Rahmenbedingungen gestalten sich aber schwierig.

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Folgeeffekte bereiten Sorgen

Deswegen wählte die FIA eine Politik der Zwischenlösungen. Schon vor der Saison wurde eine Vor-Start-Phase eingeführt. Die 22 Autos drehen fünf Sekunden länger die Turbos hoch, dann folgt die altbekannte Ampel-Abfolge. Dies half aber nur teilweise gegen das Chaos. Australien bewies, dass sich das erwähnte Ladelimit pro Runde nur schwer mit der klassischen Startvorbereitung, darunter das teils rustikale Reifenaufwärmen, verträgt.

Den Fahrern bereitete diese komplexe Balance Kopfschmerzen. Der Cadillac-Pilot Sergio Pérez sprach für viele, als er sagte: "So ist es nur eine Frage der Zeit, bis es mal heftig knallt." Am China-Donnerstag verhandelten die Teams und die Regelhüter.

Wer große Reformen erwartete, musste eine Enttäuschung erleben. Der Mix aus Politik und unvorhersehbaren Folgeeffekten ließ die FIA vorsichtig bleiben. Außerdem gibt es Hoffnung, dass der Shanghai-Streckencharakter der neuen Autogeneration deutlich mehr entgegenkommt.

Formel 1 - GP China 2026 - Ferrari - Lewis Hamilton
Mark Sutton - Formula 1/Formula 1 via Getty Images

Übung lässt Fahrer Starts meistern?

So setzte sich erneut eine Zwischenlösung durch. Renndirektor Rui Marques ergänzte in den Event-Notes, dass Fahrer nach jeder Session zwei Extra-Runden für Startsimulationen bekommen. Der Portugiese unterstrich, dass sie nur für diesen Zweck freigegeben sind. Das Fahrerlager übte sich in Diplomatie. Während der Teamboss-PK lobten Laurent Mekies (Red Bull) und Jonathan Wheatley (Audi) den offenen Austausch.

Mekies erkannte den schwierigen Kontext an: "Es gibt schlicht Begrenzungen bei möglichen Änderungen, aber die Umstände bleiben so oder so für alle gleich. Wir werden zusammen lernen, besser mit den Bedingungen umzugehen. Ja, das bedeutet eine gewisse Komplexität, man könnte sicher argumentieren, dass diese unnötig ist."

Audi-Mann Wheatley fühlte mit den Fahrern. "Es gibt nun so viel, was man während der Einführungsrunde beachten muss. Die Piloten sollen jetzt Reifen, Bremsen und das Energie-Management in ein richtiges Fenster bringen. Die FIA arbeitet stetig weiter mit uns daran, und es ist richtig, dass wir keinen Schnellschuss riskieren."

Fazit