Der Niederlande-GP (23.8.) war für Williams ein Wochenende zum Vergessen. Die Freude über die Vertragsverlängerung von Alex Albon und Carlos Sainz wurde schnell von einem weiteren punktelosen Wochenende überschattet.
Albon schaffte es immerhin in beiden Qualifikationen in die zweite Runde, während sein spanischer Teamkollege den Aufstieg beide Male verpasste. Im Sprint war für Williams ebenfalls nicht mehr drin.
Das Rennen am Sonntag startete für die beiden Fahrer in Blau zunächst vielversprechend. Während der ersten Boxenstopp-Phase lagen beide zweitweise in den Top 10. Dabei profitierten die Chauffeure auch vom Chaos zu Rennbeginn. Sainz hetzte dabei vor einer angriffslustigen Truppe aus Pierre Gasly, Arvid Lindblad und Nico Hülkenberg davon.
Nach der zweiten Service-Runde bei Williams purzelten die beiden das Klassement runter. Sainz kämpfte sich anschließend wieder zwei Plätze nach vorn, schloss direkt zu Albon auf und überholte ihn schließlich.

Im Qualiduell hat Carlos Sainz Teamkollege Alex Albon in der ersten Saisonhälfte mit 10:2 klar im Griff.
Teaminterne Kollision
Gegen Ende des Rennens kam dann jedoch die große Enttäuschung für Williams. Bei der Anfahrt auf die erste Kurve zog Albon aus dem Windschatten von Sainz nach außen. Beim Versuch, sich zu verteidigen, verbremste sich der Spanier und beförderte damit seinen Teamkollegen mit sich in die Auslaufzone.
Für Albon war das Rennen wegen der Schäden beendet. Sainz erhielt für den Zwischenfall eine 10-Sekunden-Strafe und fiel dadurch auf den letzten Platz zurück.
Sainz erklärte im Anschluss, er habe mit seinen alten Reifen sehr zu kämpfen gehabt. Die Schuld für die Kollision nahm er auf sich: "Als ich in die Verteidigung gegangen bin, hat mich eine heftige Bodenwelle beim Anbremsen in die erste Kurve überrascht. Ich habe damit einen massiven Verbremser mit beiden Vorderrädern ausgelöst und dann Alex mitgerissen. Das ist natürlich das Letzte, was man mit einem Teamkollegen machen möchte."
Albon reagierte gelassen auf den Vorfall. "Sowas passiert", sagte er. "So wollten wir das Wochenende nicht beenden und das Team kann sowas natürlich erst recht nicht gebrauchen, aber es ist nun mal, wie es ist." Der Thailänder war wie sein Stallgefährte ohnehin frustriert. Beide beklagten sich während des Wochenendes über den nicht vorhandenen Grip des Williams.

Aktuell liegt Williams mit elf Punkten auf dem drittletzten Platz in der Konstrukteurswertung.
Verpasste Chance auf Punkte?
Ob in Zandvoort trotz dessen Punkte möglich gewesen wären, sehen die beiden allerdings unterschiedlich. Sainz ist überzeugt, dass die Williams-Pace auch ohne Kollision nicht gereicht hätte.
Albon hingegen hat in Zandvoort eine Chance auf wichtige WM-Zähler gesehen. "Wir waren das ganze Rennen über mit Alonso gleichauf und er hat das Rennen auf P9 beendet. Wir müssen also herausfinden, was passiert ist", forderte er. "Ich glaube, ich weiß, was falsch gelaufen ist. Wir haben den Boxenstopp zu früh gemacht und kamen dann hinter einem Zug von sieben Autos raus", analysierte er.
"Wenn wir länger draußen geblieben wären, hätten wir die Gruppe hinter uns vermutlich mit einem Overcut überholen können. Ich denke wirklich, dass Punkte möglich gewesen wären. Es ist also frustrierend", sprach der 30-Jährige. Hoffnung macht das geplante Upgrade für Baku. Da soll der übergewichtige Williams deutlich abgespeckt am Start stehen.





