Die ersten Ausfahrten der neuen Formel-1-Generation finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Vom 26. bis 30. Januar dürfen die Teams an drei von fünf Tagen ihre neuen Autos in Barcelona testen. Offiziell nennt die F1 die Woche in Katalonien "Shakedown-Woche". An Informationen kommen die Medienvertreter nur schwer ran. Lediglich auf der Website der Formel 1 gibt es Details zu den Testtagen.
Am Dienstag (27.1.) fuhren nur Ferrari und Red Bull auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Für die Italiener war es Tag eins, während Red Bull schon die zweite von drei Möglichkeiten nutzte, um den RB22 besser kennenzulernen. Max Verstappen war am Vormittag erstmals den neuen Wurf der Ingenieure aus Milton Keynes unterwegs. Am Nachmittag löste ihn Isack Hadjar ab. Dem Franzosen gelang dabei auch die schnellste Zeit des Tages, die aber nicht überbewertet werden sollte.
Die Bedingungen waren am Dienstag deutlich schlechter und wurden Hadjar eine Stunde vor Ablauf der Uhr zum Verhängnis. Dem letztjährigen Rookie unterlief in Turn 14 wohl ein Fahrfehler, er verlor die Kontrolle über sein Auto. Bilder und Videos von Schaulustigen zeigen, wie der Red Bull rückwärts in der Tecpro-Barriere hing.
Wie lange dauert die Reparatur?
Die Gründe für den Abflug wollte man bei Red Bull nicht preisgeben. Die feuchten Bedingungen sprechen jedoch dafür, dass der Abflug auf Hadjars Konto gehen dürfte. "Wir versuchen jetzt unser Bestes, um das Auto zu reparieren, und dann sehen wir, was als Nächstes passiert", erklärte Teamchef Laurent Mekies.
Der Schaden am RB22 ist wohl größer. Auf einem Social-Media-Video ist zu sehen, dass der Heckflügel schief hängt und das rechte Hinterrad abgerissen wurde. Der Unterboden und die Verkleidung dürften ebenfalls etwas abbekommen haben.
Der Einschlag erfolgte offenbar seitlich. Dafür spricht auch, dass auf der linken Seite der Hinterradaufhängung noch das Rad befestigt ist. Bei Unfällen im Heckbereich wird häufig auch das Getriebe in Mitleidenschaft gezogen. Ein Problem für Red Bull könnte auch das frühe Datum des Unfalls sein. Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist die Ersatzteilversorgung bei den Teams noch angespannt.
Glück im Unglück für Red Bull?
Immerhin passierte der Crash schon am Ende des zweiten von drei Testtagen, die dem Team zustehen. Und da Red Bull bereits am Montag und Dienstag auf der Strecke gewesen ist, haben die Mechaniker theoretisch bis zum Freitag (30.1.) Zeit, den RB22 wieder flott zu bekommen. "Die Priorität liegt darauf, den Schaden am Auto zu begutachten und zu sehen, welche Möglichkeiten uns das für die nächsten Tage bietet", gab Mekies zu Protokoll.
Trotz des Unfalls von Hadjar verliefen die bisherigen Testtage für Red Bull zufriedenstellend. Der RB22 lieferte keine technischen Dramen. Bis zum Abflug absolvierte Hadjar 51 Runden, Verstappen 27, am Montag drehte Hadjar insgesamt 107 Umläufe. Das ist insofern erwähnenswert, weil das Team erstmals in seiner F1-Geschichte mit einem eigenen Antrieb fährt. Das ist auch der Konkurrenz nicht verborgen geblieben. Mercedes-Pilot George Russell sagte: "Die Power Unit hat viele Runden gedreht. Da es sich um den ersten von ihnen gebauten Motor handelt, zeigt die gute Arbeit, die sie geleistet haben."












