Nun kann man es auch offiziell sagen: Deutschland hat nach über 100 Jahren wieder einen Indy-500-Starter. Durch einen problemlosen, aber unter den Erwartungen gebliebenen Run am Sonntag (17.5.) steht Mick Schumacher auf dem ikonischen 33-Renner-Grid. Dieses Jahr gab es zwar keine Ausscheidungsqualifikation um die letzten Startränge, aber selbst wenn, hätte Mick die Hürde locker mit seinem Schnitt von 229,450 mph (369,265 km/h) genommen.
Der 27-Jährige resümierte zum 28. Rang gegenüber auto motor und sport: "Wir hatten leider nicht die erwartete Pace. Jetzt müssen wir uns schlau machen, wo sie hingegangen ist. Im Warm-up-Training hatten wir uns super gefühlt und hielten das auch bis in die Quali. Aber das Ergebnis zeigt es nicht." Eine positive Sache gab es dennoch zu vermelden.
"Die Balance ist konstant geblieben, auch wenn die Vorderachse nicht mehr ganz mitgespielt hat. Das Auto verhielt sich ruhiger im Vergleich zu den Teamkollegen." Warum der Speed der vorherigen Quali-Übungen fehlte, konnte sich Mick zumindest auf Anhieb nicht erklären. "Vielleicht haben wir uns auch etwas zu wohl gefühlt. Als jemand, der es zum ersten Mal erlebt, kann man es nur schwer einordnen."
Wetter verhindert Quali-Start
Dem Vier-Runden-Versuch war eine längere Hängepartie vorausgegangen. Das erste Qualifying-Segment hätte eigentlich am Samstag stattfinden sollen. Doch Gewitter und immer wieder auffrischender Regen vereitelten den Plan. Für Mick war es sogar hilfreich, weil er beim angesprochenen Morgentraining noch fehlendes Vertrauen sammeln konnte.
Zudem sah der zugeloste 15. Quali-Startrang – in Q1 haben alle 33 Autos nacheinander ihren Versuch – ordentliche Bedingungen. Kurz kühlte sogar eine Wolkendecke das vier Kilometer lange Oval ab. Nur sein Setup wollte nicht mitspielen. So muss Mick nun von der Seitenlinie aus verfolgen, wie die schnellsten Zwölf auf die schnellsten Sechs eingedampft werden und dann der Pole-Mann gefunden wird.
Dieses Schicksal ereilte ebenso andere spannende Namen. So scheiterte Titelanwärter Kyle Kirkwood (Andretti-Honda) deutlich an der Hürde, nachdem er nur minimal schneller als Mick gewesen war. Der deutsche RLL-Honda-Pilot schlug unter anderem seinen Kollegen Graham Rahal und einen der insgesamt drei Rookies, die um den Sondertitel "Indy 500 Rookie of the Year" kämpfen werden.

Die hohen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 380 km/h konnte Schumacher sofort abrufen, für die Spitze reichte es nicht.
Keine "dummen Sprüche" für Mick
Außerdem bleibt Schumacher eine etwas uncharmante Tradition erspart. Zu "Ehren" der letzten Reihe findet eine Party statt, bei der sich die abschließenden Drei doofe Sprüche anhören müssen. Der sogenannte "Roast" hat immerhin einen schönen Hintergrund: Beim Event werden Spenden gesammelt.
Am Montag (18.5.) findet ein weiteres Training statt, danach gehen alle Fahrer auf Reise und bewerben landesweit das Rennen. Wer eine letzte Übung braucht, bekommt dank des Warm-ups am Freitag (22.5.) eine passende Chance. Am 24. Mai wird schließlich der Sieger des 110. Indy 500 gesucht.
"Unser Fokus lag hauptsächlich auf dem Renn-Setup. Daran werden wir weiterwerkeln", blickte Mick Schumacher direkt voraus. "Das wird sich hoffentlich auszahlen."





