Es war ein Drama, wie es im Buche steht. Und wieder mal ein Beispiel, wie hart die Nordschleife sein kann. Max Verstappen steuerte bei seinem ersten Versuch einem Sieg beim legendären 24h-Rennen Nürburgring vor der Rekordzuschauerzahl von 352.000 Fans entgegen. Bereits nach 4 Stunden und 15 Minuten hatte Mercedes-AMG Die Doppelführung inne. An der Spitze wechselten sich die Nummer 3 von Verstappen/Gounon/Juncadella/Auer und die 80 von Engel/Stolz/Schiller/Martin fortan ab.
Weil sich die Konkurrenz von Porsche, Lamborghini, BMW und Co. teils selbst ein Bein stellte, Strafen hinnehmen musste und auf der kalten und rutschigen Strecke nach Unfällen Federn lassen musste, sah es eigentlich so aus, als hätte man bei Mercedes-AMG leichtes Spiel.
Doch wenige Stunden vor Schluss war es dann gelaufen für den viermaligen Weltmeister. Kurz zuvor hatte man bereits über 47 Sekunden Vorsprung auf das Schwesterauto Vorsprung herausgefahren. Unter anderem lieferten sich die Erzrivalen Max Verstappen und Maro Engel in der Nacht ein wildes Duell auf der Strecke. Doch in Runde 132 wurde Dani Juncadella, der gerade erst nach dem Stopp von Verstappen übernommen hatte, plötzlich immer langsamer.
Antriebswellenschaden vernichtet Sieg-Chance
In Runde 133, gegen 11.37 Uhr, wurde er von Engel überholt und dann steuerte der Spanier schließlich die Box an. Zunächst schaute man nach dem rechten Hinterrad. Dann wurde er in die Garage geschoben. Rund eine Viertelstunde später stieg Juncadella aus, weil klar war, dass eine mögliche Reparatur länger dauern würde. Auf den TV-Bildern sah es zunächst nach einer defekten Antriebswelle aus, was sich später bestätigte.
AMG-Kundensportleiter Stefan Wendl sagte: "Es gab einen ABS-Alarm direkt nach dem Wechsel, wir dachten erst, es wäre ein technischer Defekt. Wir haben versucht, den zu resetten, doch dann kamen noch Geräusche und Vibrationen dazu. Es hat sich herausgestellt, dass es ein Antriebswellenschaden ist. Daraus resultierten weitere Kollateralschäden, es wird dauern, das Auto wieder fit zu bekommen. Wir wollen aber nochmal rausfahren."
Wildes Rennen für Verstappen
Verstappen hatte bis dahin ohnehin schon extrem viel Glück. Zu Beginn des Rennens ging er so viel Risiko, dass er unter anderem übers Gras fuhr und dabei wie durch ein Wunder nicht abflog. Am Sonntagmorgen wurde Verstappen beinahe abgeräumt, weil sich vor ihm zwei Autos miteinander anlegten. "Es war sehr knapp, vor mir haben sich zwei Autos berührt", sagte Verstappen noch wenige Minuten vor dem technischen Defekt nach seinem Stint. Der Formel-1-Pilot schien seinen GT3-Ausflug bis dahin zu genießen und erklärte seine Faszination: "Es ist der Wettbewerb, sich im Langstreckensport das Auto mit Teamkollegen zu teilen und auch die Strecke ist sehr herausfordernd – einfach die ganze Kombi."












