IndyCar: Mick Schumacher von Streckenposten ausgebremst?

Mick Schumacher bei IndyCar-Debüt abgeschossen
Kostete ein Streckenposten-Fehler Rennrunden?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.03.2026
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Mick Schumacher - RLL - IndyCar 2026 - St. Petersburg
Foto: FLAT-OUT media agency

Zunächst schien alles gut zu laufen. Mick Schumachers Dallara-Honda kam vom 21. Startplatz aus nicht nur unbeschadet durch die erste Kurve, sondern auch durch die schnelle, riskante S-Passage danach. Dort hatte es in der Geschichte des Grand Prix von St. Petersburg (Florida) sonst nahezu immer geknallt. Die Anbremszone der vierten Kurve – der Beginn einer anspruchsvollen 90-Grad-Sektion – nahm der Deutsche ebenfalls bedacht auf der äußeren Linie. Wenige Sekunden später war es dann vorbei.

Der Hinterbänkler Sting Ray Robb (Juncos Hollinger) hatte sich auf seinen kalten, weichen Reifen ganz innen verschätzt und verlor die Kontrolle. Er knallte mit qualmenden Pneus in Santino Ferrucci (A. J. Foyt), dessen Heck wiederum Mick traf. Der RLL-Renner des Deutschen stieg sogar über Ferruccis Hinterachse auf. Was in der Formel 1 ein sicheres Ende provoziert hätte, muss bei den extrem stabilen IndyCar-Wagen noch nichts bedeuten.

Es gab sogar Piloten, die nach ähnlichen Situationen noch ein Top-10-Resultat holten. Mick Schumacher hätte gerne eine ähnliche Aufholjagd probiert und weitere Rennerfahrung gesammelt. Doch das rigoros eingreifende Personal der mobilen Streckensicherung der IndyCar legte Einspruch gegen den Plan ein. Die US-Serie hat zwar auch feste Punkte, an denen Flaggen von Marshalls gezeigt werden. Aber die Rettung übernehmen Crews in Spezialtrucks, die ähnlich wie ein Safety-Car zu den gestrandeten Piloten eilen.

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Voreilige Entscheidung kostet Erfahrung

Nach der Rückkehr zum Team-Lkw berichtete Schumacher der versammelten Presse: "Es war eine Kettenreaktion durch den Fehler von Sting Ray Robb. Ich hatte gehofft, das Auto im Rückwärtsgang herauszuziehen. Doch der Motor ging aus und die Sicherheitscrew bat mich, das Fahrzeug zu verlassen. Ich bin ein großer Fan dieses Personals und die rasche Hilfe ist vorbildlich. Hier hätte es wohl die Möglichkeit gegeben, durch das erneute Anlassen weiterzufahren. Das Auto schien aus meiner Perspektive okay."

Obwohl Schumacher zuversichtlich auf seine Strategie und damit die Chancen blickte, lag der Fokus woanders. "Unser Ziel war es natürlich, alle Runden zu absolvieren. Wir haben dennoch wichtiges Wissen gesammelt, das wir auch zum Ovalrennen nächstes Wochenende in Phoenix mitnehmen können. Jetzt geht es an die Suche nach Verbesserungen, bei der ich speziell die Qualifikation vor Augen habe. Denn wenn man im hinteren Feld startet, wird es einfach schwierig."

Deswegen wollte sich Schumacher nicht allzu sehr über die Situation aufregen. "Das Rennen wäre wichtig gewesen, um uns als Team weiter zu sortieren und mehr Sicherheit zu finden. Es kommen aber jetzt 17 weitere Möglichkeiten. Am Ende des Tages zeigt sich die Sache simpel: höher qualifizieren und so dem Chaos fernbleiben."

Die nächste Chance hierfür hat Mick Schumacher am Freitag (6.3.), wenn er und die 24 anderen Vollzeit-Piloten die Startpositionen auf dem kompakten Oval von Phoenix ausfechten. Die Rennübertragung am Samstag startet um 21:00 Uhr deutscher Zeit (Sky/Motorvision+/IndyCar-Streaming). Den Sieg holte sich in St. Petersburg übrigens Alex Palou. Der Meister aus den letzten drei Jahren startete damit mal wieder perfekt in die Saison.

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