Insgesamt drei Wochen Testen liegen hinter der Formel 1. Während die Shakedown-Woche Ende Januar in Barcelona noch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, durften zu den offiziellen Testfahrten nach Bahrain wieder Medienvertreter reisen. In Spanien waren Fans und Journalisten noch davon abhängig, was die Teams an Bildmaterial freigaben. Die interessantesten Technik-Details blieben verborgen.
Erst als am 11. Februar die Boxengasse des Bahrain International Circuit für Fotografen und Journalisten geöffnet war, endete das technische Versteckspiel. Das Interesse an der neuen Generation der Formel-1-Autos war selten so hoch wie jetzt. Die Rennwagen haben sich in ihren Proportionen deutlich geändert. Sie sind kleiner, leichter und dadurch kompakter als die Groundeffect-Autos, die nicht überall auf Gegenliebe gestoßen waren.
Die Ideen der Ingenieure sind vielfältig. Trotz des engen Regelkatalogs lassen sich die klugen Köpfe besondere Dinge einfallen. Der Heckflügel-Trick und der vom Auspuff angeblasene Diffusor-Flügel am Ferrari waren in der zweiten Bahrain-Woche die großen Hingucker. Sieben Tage zuvor hatte Audi mit seinem Zero-Pod-Konzept die Blicke der Journalisten und Gegner auf sich gezogen.
Extreme Kühlungen der neuen Autos
Die unterschiedlichen Frontflügel-Designs haben wir bereits thematisiert. Jetzt wandert der Fokus auf den Bereich etwas weiter hinten. Genauer gesagt zu den verschiedenen Kühlkonzepten der Teams. Unter der Wüstensonne Bahrains kletterten die Temperaturen gegen Mittag stets in den mittleren 20-Grad-Bereich. Da kommen auch die Ingenieure langsam ins Schwitzen.
Das als Top-Favorit gehandelte Mercedes-Team legte in der zweiten Woche mit einem Upgrade nochmal nach. Beim W17 ist das Heck nun noch kompakter als zuvor. An der Seite waren die Luftauslässe verschwunden. Lediglich auf dem Seitenkasten gibt es kleine Schlitzer zu sehen. Aus Kreisen des Rennstalls ist zu hören, dass man sehr zufrieden sei mit dem Kühlsystem des neuen Antriebs.
Dabei ist das Packaging für 2026 auf dem Papier komplizierter geworden. Die Batterie steuert maximal 350 kW bei und ist deutlich größer als in den alten Power Units. Es gibt einige Stimmen im Fahrerlager, die behaupten, dass neben einem guten Energie-Management vor allem die Kühlung der Batterie ein Schlüssel zum Erfolg werden könnte. Deshalb verblüfften die teilweise radikalen Ideen in Bahrain den ein oder anderen Beobachter.

Am Audi R26 sind einige Schlitze auf der Motorabdeckung zu erkennen.
Audi geht auf Nummer sicher
Neben Mercedes ist auch beim Ferrari das Heck kompakt geschlossen. Hier sind keinerlei Luftauslässe sind zu erkennen. Das Weltmeister-Team McLaren geht ebenfalls kompromisslos vor. Chefdesigner Rob Marshall gilt als Meister des Packagings. Marshalls Ex-Arbeitgeber Red Bull überraschte mit seiner eigenen Lösung. Trotz des ersten eigenen Antriebs sind nur minimale Schlitze auf der Motorhaube des RB22 zu sehen.
Ein weiterer neuer Motorenhersteller ist Audi. Die Ingolstädter starten mit dem R26 in das F1-Abenteuer. Zwar gab es hin und wieder kleinere technische Schwierigkeiten bei den Testfahrten, insgesamt war der Eindruck aber positiv. Das Design Richtung Heck wirkt zunächst etwas konservativer als bei den Top-Teams, auch die Schlitze an der Seite stechen mehr ins Auge. Dafür lief der Antrieb bisher relativ zuverlässig, auch wenn es noch Fragezeichen bei der Leistungsfähigkeit gibt.

Gut sichtbar sind am Aston Martin die großflächigen Kiemen in der Verkleidung auf Höhe des Motors.
Aston ist durchlöchert
Das kann man von Aston Martin nicht behaupten. Das Team von Adrian Newey will endlich an die Spitze, doch das wird noch etwas Zeit brauchen. Der AMR26 ist aktuell eine fahrende Baustelle. Das liegt auch am neuen Honda-Motor. Der RA262H leidet an Überhitzungsproblemen. In der ersten Bahrain-Woche waren kaum Schlitze am Aston zu sehen, in der zweiten Woche waren riesige Kiemen in der Motorabdeckung zu erkennen.
Newey ging bei der Philosophie gewohnt radikal zu Werke. Das fällt nun Honda auf die Füße. Die aktuelle Lösung zeigt, wie viele Probleme Aston Martin hat. Während die Konkurrenz sich dem Limit nähert, muss das in Silverstone beheimatete Team zunächst auf Nummer sicher gehen. Raffinierte Ideen bei der Kühlung sind in der Prioritäten-Liste weit hinten angesiedelt.
Wir haben die Lösungen aller neuen Autos in der angehängten Bildergalerie zusammengestellt.












