Jäger oder Gejagter: Wo stehen Max Verstappen und Red Bull vor dem Saisonstart?

Max Verstappen ist das Ass im Ärmel
Wo steht Red Bull vor dem Saisonstart?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 28.02.2026
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Das Saisonfinale des Vorjahres liegt knapp drei Monate zurück. In Abu Dhabi feierte Max Verstappen den wohl unbefriedigendsten Sieg seiner bisherigen Karriere. Trotz des überlegenen Erfolgs musste sich der Niederländer in der Schlusstabelle seinem Kumpel Lando Norris beugen. Am Ende fehlten mickrige zwei Punkte zum fünften Titel in Serie. Der 28-Jährige verpasste nur hauchzart, sich als zweiter Pilot nach Michael Schumacher (2000 bis 2004) fünf Mal in Folge zum Weltmeister zu krönen.

Rekorde sind dem wohl besten Piloten seiner Generation laut eigener Aussage nicht so wichtig. Max Verstappen will mit einem konkurrenzfähigen Auto um Rennsiege kämpfen und sich in der Königsklasse mit seinen Rivalen messen. Für die kommende Saison ist es noch nicht absehbar, wie viel Erfolg er und Red Bull haben werden. Zu groß ist der technische Umbruch.

Die Elektro-Power wächst auf 350 Kilowatt an und macht fast die Hälfte der Gesamtleistung aus. Dazu hat das Top-Team aus Milton Keynes erstmals in seiner F1-Geschichte einen eigenen Antrieb entwickelt. Zusammen mit Partner Ford entstand der DM01, der im Auto von Verstappen und dessen neuem Teamkollegen Isack Hadjar steckt.

Verstappen-Kritik trifft F1

Gespannt blickten sowohl Gegner, Teams, Journalisten als auch Fans auf die ersten Ausfahrten des Red Bull in Barcelona und später in Bahrain. Der Tenor war grundlegend positiv. Selbst die Konkurrenz schüttete Lob aus: "Sie haben sehr gute Arbeit geleistet", erkannte Mercedes-Pilot George Russell die Leistung des Gegners während der Shakedown-Woche in Barcelona an.

Lob von seinem Erzrivalen interessiert Max Verstappen aber vermutlich wenig, um sich auf die neue Saison zu freuen. Der Familienvater nutzte seine Medienrunde in der ersten Bahrain-Testwoche lieber, um das neue Reglement zu bewerten: "Es macht nicht viel Spaß, diese Autos zu fahren. Es fühlt sich mehr an wie Formel E auf Steroiden", polterte der Superstar.

Den Verantwortlichen der Formel 1 gefielen die Worte des Aushängeschilds natürlich nicht. Sie möchten den neuen Regularien eine Chance geben, bevor es ein abschließendes Urteil geben soll. Verstappen hingegen hat sein Urteil bereits gefällt. Trotz des vielversprechenden Auftakts für Red Bull und der Chance auf Erfolg.

Red Bull - Bahrain-Test 2026 - Formel 1
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Keine Zeitenjagd bei Red Bull

Denn die Aussicht auf weitere Verstappen-Siege scheint gegeben. In der zweiten Bahrain-Woche spulte der viermalige Champion insgesamt 207 Runden ab und schaffte Platz fünf im Endklassement. Verglichen mit Ferrari schickte Red Bull seinen Schützling allerdings nicht auf die Zeitenjagd. Man konzentrierte sich lieber auf Longruns. Zudem fuhr man zwischenzeitlich mit reduzierter elektrischer Leistung. Mercedes hingegen operierte in der Wüste stets mit der maximalen E-Power.

"Wir haben das gesamte Programm absolviert, so dass wir eine Menge Daten analysieren können. Wir haben uns so gut wie möglich auf die Tests in Bahrain vorbereitet und das Team hat dort einen tollen Job gemacht", lobte Verstappen die Herangehensweise seines Arbeitgebers. Positiv aufgefallen ist das erste Upgrade, das es in Bahrain gab. Der Frontflügel war beim zweiten Test an der Unterkante gewölbt und soll den Luftstrom unter dem Auto verbessern. Auch die Seitenkästen wurden grundlegend überarbeitet.

Max Verstappen - Red Bull - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
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Verfolgerrolle für Verstappen

Kleinere Wermutstropfen waren noch auszusortierende Zuverlässigkeitsprobleme, die in erster Linie Isack Hadjar betrafen. Der Franzose kam in der letzten Woche lediglich auf 129 Runden. Der Abstand zu Verstappen scheint (noch) beträchtlich zu sein. Bei Red Bull weiß man, dass vor allem die Nummer 1 den Unterschied machen muss. Ein paar Hundertstel oder gar Zehntelsekunden kann der Ausnahmefahrer auf der Strecke gutmachen. Dafür muss der RB22 aber zumindest in Schlagdistanz liegen.

Aktuell scheinen Mercedes und Ferrari einen Schritt voraus zu sein. McLaren und Red Bull sind dahinter die ersten Verfolger. Das kann sich jedoch je nach Strecke schnell ändern. Dem Energie-Management kommt 2026 eine große Bedeutung zu. Nach der ersten Woche in Bahrain hatte Mercedes hier Red Bull noch im Vorteil gesehen. Nach dem Abschluss der Testfahrten glauben die Silberpfeile, dass sie selbst die Nase vorn haben könnten. Jedoch habe Red Bull einen leistungsstärkeren Verbrenner gebaut, heißt es.

Klarheit über das Kräfteverhältnis wird es erst zum Saisonauftakt in Australien (8.3.) geben. Im zweiten Sektor wird kaum gebremst. Hier zeigt sich, wer am besten und effizientesten rekuperiert. Zum Testbeginn in Bahrain schockte Verstappen mit seinem aggressiven Herunterschalten die Konkurrenz. Der Trick verhalf ihm, die Batterie schneller zu laden. Mal schauen, was dem Red-Bull-Piloten für Melbourne einfällt.

Fazit