Die Gerüchte um einen möglichen Abschied von Max Verstappen aus dem Red-Bull-Lager reißen seit Jahren nicht ab. Immer wieder wurde der viermalige Weltmeister mit anderen Teams in Verbindung gebracht. Vor allem Mercedes wollte den Superstar sowohl 2024 als auch 2025 verpflichten. Doch der Familienvater blieb standhaft und hielt Red Bull die Treue. Nun hat der Niederländer selbst Stellung bezogen und dabei klar formuliert, wie er seine sportliche Zukunft sieht.
Im Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick" erteilte Verstappen allen Wechselspekulationen eine deutliche Absage. "Ich bin jetzt 28 Jahre alt und habe noch bis 2028 einen Vertrag mit Red Bull. Diesen Vertrag möchte ich auch erfüllen. Zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich einen Teamwechsel aus", sagte der Formel-1-Pilot. Damit setzt Verstappen ein klares Zeichen in einer Phase, in der sich das Kräfteverhältnis in der Königsklasse zuletzt verschoben hatte und wegen der neuen Regeln für die kommende Saison komplett ungewiss ist.
Gleichzeitig machte der Dominator der vergangenen Jahre deutlich, dass er seine Karriere nicht bis ins hohe Alter fortsetzen will. Ein Weg, wie ihn Fernando Alonso oder Lewis Hamilton eingeschlagen haben, kommt für ihn nicht infrage. "Darauf können Sie wetten, dass ich nicht mit 40 Jahren noch in der Formel 1 fahren werde. Mit 40 stehe ich höchstens noch als Teamchef in einer anderen Rennserie an den Boxen", hielt Verstappen fest.
Keine Jagd auf WM-Rekord
Auch der Rekord von sieben Weltmeistertiteln, den Michael Schumacher und Lewis Hamilton vorgelegt haben, ist für ihn kein erklärtes Ziel. "Es ist nicht mein Ziel, sieben Titeln nachzujagen. Es gibt für mich nichts Wichtigeres als die Familie mit den Kindern. Sie sind die Motivation, die du nur in den eigenen vier Wänden bekommst", stellte er klar.
Seine Rennleidenschaft beschränkt sich längst nicht mehr ausschließlich auf die Formel 1. Verstappen beschäftigt sich intensiv mit anderen Serien, sowohl virtuell im Simulator als auch real auf der Strecke. "Ich genieße solche Abenteuer sehr. Irgendwann ist die Formel 1 für mich kein Thema mehr, dafür aber andere Rennen. Sogar die MotoGP kann mich begeistern", sagte der Red-Bull-Pilot. Ein Wechsel als Fahrer zur zweirädrigen Königsklasse ist aber ausgeschlossen.

Red Bull und Ford haben die neue Power Unit für das Team ab der Saison 2026 entwickelt.
Was kann Red Bull 2026?
Sportlich stehen Max Verstappen und Red Bull vor einer ungewissen Zukunft. Mit dem umfassenden Regelumbruch zur Saison 2026 beginnt für die Formel 1 ein neues Kapitel mit neuen Motoren, neuen Autos und vielen offenen Fragen. Entsprechend zurückhaltend äußerte sich Verstappen zu Prognosen. "Wir haben alle keine Idee vom neuen Auto und vom neuen Motor. Ich glaube, bei den ersten Tests ab dem 26. Januar in Barcelona werden wir mehr in den Garagen stehen als auf der Strecke zu sein. Bei den zwei Februar-Tests in Bahrain sind wir dann hoffentlich alle etwas schlauer", erklärte er. Sein Fazit fällt nüchtern aus. "Im Moment tappen alle noch im Dunkeln."
Red Bull entwickelt für die kommende Saison erstmals einen eigenen Antrieb in der Formel 1. Gemeinsam mit der Hilfe von Partner Ford will man den großen Herstellern die Stirn bieten. Sollte das Experiment aber floppen, könnte Verstappen schneller wechseln, als dem Team lieb ist – oder seine Karriere beenden.
Denn die Saison 2025 hat bereits gezeigt, dass selbst für Verstappen und Red Bull das Gewinnen nicht mehr selbstverständlich ist. Nachdem Lando Norris im McLaren die Titelserie des Top-Piloten beendet hatte, sprach Verstappen offen über die schwierigsten Momente des Jahres. "Die Talsohle war Budapest. An diesem Wochenende lief wirklich nichts zusammen", erinnerte er sich. Entscheidend sei jedoch die Reaktion des Teams gewesen. "Wir haben uns danach als Mannschaft wieder zusammengerauft und am Ende ein gutes Finale erlebt, mit sechs Siegen in den letzten neun Rennen."












