Ralf Schumacher übt Kritik: "Formel 1 muss wieder Gladiatorensport werden"

Ralf Schumacher übt Kritik
„Formel 1 muss wieder Gladiatorensport werden“

GP Australien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.03.2026
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Der Countdown zum Saisonstart in Melbourne befindet sich bereits auf der Zielgeraden. Am kommenden Wochenende (8.3.) werden endlich alle Fragen beantwortet: Wer hat das beste Auto für 2026 gebaut? Wer kommt am besten mit dem neuen Reglement zurecht? Und sorgen die Regeln wirklich für die erhoffte Action oder wird die neue Hybrid-Formel zum befürchteten Rohrkrepierer?

Viele Piloten haben ihre Meinung zu den neuen Autos schon kundgetan. Mehr oder weniger offen hörte man bei den Testfahrten viele kritische Worte. Vor allem der fehlende Fahrspaß wurde bemängelt. Statt ans Limit zu gehen, steht künftig das Haushalten mit der begrenzten Energie ganz oben auf der Prioritätenliste.

Ralf Schumacher ist ebenfalls bekannt für seine klaren Worte. Im Rahmen einer Presserunde des Senders Sky zeigte sich der TV-Experte verwundert, dass es so weit kommen musste: "Mich überrascht vor allem, dass man mit all den schlauen Köpfen und all den Simulationen erst jetzt draufgekommen ist, wie komplex die Themen sind, und sich dann darüber beschwert. Für die Journalisten ist das gut, aber es tut der Formel 1 nicht gut."

Formel 1 ist zu kompliziert

Der ehemalige Rennfahrer kann den Ärger aus dem Pilotenkreis nachvollziehen: "Ich gebe Max Verstappen recht, dass man viel zu viel mit der Elektro-Energie kalkulieren muss, dass die Gesamtleistung deutlich geringer ist als zu unserer Zeit und dass das Auto bedeutend schwerer ist. Das sind auch meine Kritikpunkte. Die Formel 1 ist zu kompliziert."

Der 50-Jährige erwartet, dass die Aufgabe nicht nur für die Fahrer, sondern auch für die TV-Experten dieses Jahr schwieriger wird. Es habe ein eintägiges Briefing für die Kommentatoren gegeben, verrät der sechsfache Grand-Prix-Sieger. Dennoch befürchtet Schumacher, dass es nicht immer leicht zu erkennen ist, wie Überholmanöver oder Unfälle zustande kommen, wenn die Elektro-Energie im Spiel ist.

Dass man das Reglement kurzfristig ändert, daran glaubt der Sky-Experte nicht: "Der Plan B kann nur so aussehen, dass wir mit synthetischen Kraftstoffen spätestens 2030 wieder zu normalen Verbrennungsmotoren zurückkehren. Die Formel 1 muss wieder als Gladiatorensport angesehen werden und nicht vorrangig durch das Thema Nachhaltigkeit. Das kann man auch gut im Umfeld darstellen."

Max Verstappen - Red Bull - Bahrain - Test - Formel 1 - 2026
xpb

Neue Regeln für Audi

Für Schumacher droht die Formel 1 mit der aktuellen Hybrid-Strategie vom Erfolgskurs abzukommen: "Auf der Strecke sollte es der reine Sport sein und das, was wir Menschen mögen: Emotionen durch Geräusche und den Mann-zu-Mann-Vergleich. So schön es auch ist, viele tolle Marken zu haben, aber bis auf Ferrari sind für mich vor allem die Personen entscheidend. Deshalb ist für mich die Fahrer-WM auch viel präsenter als die Team-WM."

Als das aktuelle Motorenreglement geschrieben wurde, galten noch andere Voraussetzungen. Damals war die Elektrifizierung das große Zukunftsthema. Die Formel 1 versuchte mit allen Mitteln, neue Hersteller an Bord zu bekommen. "Dass für Audi eine komplette Neuentwicklung wichtig war, ist klar. Das Ziel lautete, dass jeder bei null anfängt", erklärt Schumacher die Hintergründe der aktuellen Situation.

Der Renn-Rentner hofft jedoch, dass die Kritik aus den Reihen der Fahrer jetzt erst einmal etwas leiser wird: "Max Verstappen hat natürlich eine sehr laute Stimme und ist ja auch ein Super-Typ, aber wenn die Fahrer jetzt schon anfangen, obwohl noch kein Rennen gelaufen ist, dann ist das etwas schade. Da hätte man vielleicht noch etwas abwarten können. Die Diskussionen bringen ja auch nichts. Da müssen sie jetzt durch die nächsten Jahre. Wir sollten jetzt vielleicht mal drei Rennen die Füße stillhalten."

Fazit