Die Formel 1 ist ein globaler Zirkus. Fast auf jedem Kontinent finden Rennen statt. Damit die Autos und allerlei Teile immer vor Ort sind, haben die Teams schon seit Jahren Logistikexperten, die den reibungslosen Ablauf gewährleisten sollen. Dennoch gibt es gelegentlich mit dem Zoll Probleme. Auch Top-Teams sind davor nicht gefeit.
Vor einigen Jahren geriet ein Turbo von Red Bull am US-Flughafen Detroit in die Fänge des Zolls. Damals hatte der Rennstall aus Milton Keynes bereits damit begonnen, seinen eigenen F1-Motor für die Saison 2026 zu entwickeln. Nach dem Ausstieg von Honda als Lieferant, musste sich Red Bull nach einer Alternative umschauen und entschied sich dafür, es mit den großen Herstellern aufzunehmen.
Das Bauteil war für Tests im Rahmen der technischen Partnerschaft zwischen Red Bull und Ford nach Michigan in die USA transportiert worden, weil Red Bull in Milton Keynes noch keine Möglichkeit hatte, den Turbolader zu überprüfen. Aber bei der Ankunft gab es ein großes Problem: Die notwendigen Papiere für den temporären Import waren unvollständig. Die Zollbeamten hielten das Teil zurück.
Der Ford-Chefingenieur Christian Hertrich musste sofort eingreifen, das gab er gegenüber der Website "The Drive" zu: "Ich saß um 2 Uhr morgens beim Zoll und versuchte, diesen Turbolader zurückzubekommen, weil innerhalb von 12 Stunden die Sommerpause in der Formel 1 angefangen hätte. Danach konnten wir keine Tests mehr durchführen."
Ford-Ingenieur verhandelt mit Zollbeamten
Der Ford-Chefingenieur Christian Hertrich musste sofort eingreifen, das gab er gegenüber der Website "The Drive" zu: "Ich saß um 2 Uhr morgens beim Zoll und versuchte, diesen Turbolader zurückzubekommen, weil innerhalb von 12 Stunden die Sommerpause in der Formel 1 angefangen hätte. Danach konnten wir keine Tests mehr durchführen."
Der US-Amerikaner führte weiter aus: "Wir mussten die Daten von diesem Bauteil bekommen, um unsere Fristen zu erfüllen. Das war mein erster Moment in der Formel 1 und ich verhandelte mit Zollbeamten." Für die geplanten Tests war es entscheidend, dass der Turbolader schnell freigegeben wurde. Die Daten von den Tests waren dringend erforderlich. "Es gab keine Zeit, um die üblichen bürokratischen Wege zu gehen. Wir mussten einfach schnell handeln", so Hertrich.
Als der Anruf aus England von einem Red-Bull-Mitarbeiter kam, war ihm klar, dass er sich persönlich darum kümmern musste. "Ich bin dann umgehend zum Zoll gefahren", erzählt er. "Ich habe den Beamten die Situation erklärt und ihnen klargemacht, dass es sich nur um einen vorübergehenden Import handelt. Ohne den Turbolader konnten wir die Tests nicht durchführen. Wir standen also unter erheblichem Druck."
Die Zeit drängte, und der Sommerurlaub der Formel 1 stand unmittelbar bevor. "Es war einfach eine Mischung aus Bürokratie und Timing. Man musste die richtigen Dokumente nachreichen, aber noch viel wichtiger war es, zu zeigen, wie entscheidend dieser Turbo für unsere Tests war, die genau auf diese Frist angewiesen waren", erklärt er.

Das Ford-Oval klebt seit 2026 auf dem Red Bull und steht für die Partnerschaft der beiden Firmen.
Richtige Formulare retten Red Bull
Hertrich betonte, dass es nicht nur darum ging, die richtigen Formulare zu finden. "Es ging darum, den Zollbeamten klarzumachen, warum dieses Bauteil so wichtig war. Wir mussten uns auf die Details konzentrieren, die dafür sorgten, dass es schnell weitergehen konnte. Das sind die Momente, in denen du merkst, dass es in der Formel 1 nicht nur um Technik geht. Es geht auch darum, schnell und präzise auf solche unvorhergesehenen Hürden zu reagieren."
Am Ende konnte Hertrich die Zollbeamten davon überzeugen, dass der Turbo kurzfristig freigegeben werden musste. "Es war eine reine Teamleistung, aber ich musste den letzten Schritt machen", sagt er. Der Turbolader wurde schließlich freigegeben, und die Tests konnten ohne Verzögerung fortgesetzt werden.
"Es war ein aufwühlender Moment, aber auch eine Bestätigung dafür, wie schnell wir in der Formel 1 auf solche Herausforderungen reagieren müssen", erinnerte sich Hertrich an den Vorfall. "Ich hatte nie erwartet, dass meine erste Erfahrung in der Formel 1 am Zoll stattfindet. Aber es hat mir gezeigt, wie wichtig jede Kleinigkeit ist und wie wir selbst in den scheinbar kleineren Aufgaben als Team zusammenarbeiten müssen."












