Formel 1: Last-Minute-Regeländerung für Suzuka-Qualifikation

Neue Regeln für Suzuka
Last-Minute-Änderung für die Qualifikation

GP Japan 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.03.2026
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Audi - GP Australien 2026
Foto: xpb

Die ersten drei Rennwochenenden sollten eigentlich wie ursprünglich geplant über die Bühne gehen. Erst danach wollten sich die Formel-1-Verantwortlichen zusammensetzen und über mögliche Anpassungen diskutieren. So lautete zumindest die Ansage im virtuellen Teamchef-Meeting am vergangenen Donnerstag. Doch nun wurde für Suzuka doch schon nachjustiert.

Das Problem, das auch von den Fahrern immer wieder moniert wird, liegt darin, dass sie in den schnellen Quali-Runden nicht mehr ans Limit gehen können, weil das Energie-Management eine zu große Rolle einnimmt. Die Piloten müssen schon vor dem normalen Bremspunkt vom Gas, um die Batterien mit Energie zu laden, die sie dann auf den Geraden zur besseren Beschleunigung nutzen.

Unter dem Zwangslupfen leidet das Spektakel. Mut wird nicht mehr belohnt. Gefragt ist nicht mehr der kompromisslose Ritt am absoluten Limit, sondern eine fehlerfreie Runde bei 99 Prozent. Wichtiger als das Ausloten des Grenzbereichs ist das Gefühl im Gasfuß und das perfekte Timing der Lade- und Entlade-Vorgänge.

Impressionen - Riesenrad - GP Japan 2026
xpb

Weniger Super-Clipping und Lift-and-Coast

Der Plan sah vor, dass man bis zum Grand Prix von Miami Ideen sammelt, um das Problem zu lösen. Auch die Fahrer sollten ein Mitspracherecht bekommen. Sie sind es schließlich, die neue Regeln im Cockpit umsetzen müssen. Durch die Absage der Rennwochenenden in Bahrain und Saudi-Arabien hätten alle Beteiligten genügend Zeit, Vor- und Nachteile der Vorschläge genau abzuwägen.

Doch nach den ersten Probeläufen im Simulator haben sich die Teams mit der FIA kurzfristig dazu entschieden, nun doch schon für Suzuka zu reagieren. Die flüssige Highspeed-Strecke in Japan weist kaum harte Bremspunkte auf, bei denen die Piloten die notwendige Energie-Menge rekuperieren können – ähnlich wie beim Saisonstart in Melbourne.

Die Folge ist, dass Energie am Ende der Vollgasphasen eingesammelt werden muss – per Lift and Coast oder über das sogenannte Super-Clipping, bei dem der Fahrer auf dem Gas bleibt und der Verbrenner quasi als Generator Elektro-Power generiert.

Elektro-Power wird reduziert

Ursprünglich wurde festgelegt, dass jeder Fahrer 9 Megajoule pro Runde in die Batterie laden darf. Doch dieser Wert wurde jetzt auf nur noch 8 MJ reduziert. Damit sollte sich die Problematik mit Lift-and-Coast und Super-Clipping etwas entspannen. Es bedeutet aber auch, dass weniger Energie zur Verfügung steht, die man bei der Beschleunigung einsetzen darf.

Laut FIA gab es keine Gegenstimmen bei dieser Entscheidung. Auch von den Fahrern gab es keine Kritik. "Es hat einen Einfluss, aber die Dinge ändern sich dadurch nicht substanziell", kommentierte zum Beispiel George Russell. "Bei unserer Vorbereitung hatten wir noch mit dem alten Wert geübt. Wie es sich genau auswirkt, sehen wir also erst im Training. Es ist gut, dass sich die FIA Gedanken macht. Es ist noch früh in der Saison. Wir haben gute Rennen gesehen. Aber am Qualifying müssen wir noch arbeiten."

Fazit