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Sebastian Vettel: Verbot für Montreal-Protest-Helm?

Streit um Vettel-Aktion Team-Verbot für Protest-Helm?

GP Kanada 2022

Sebastian Vettel hatte sich für den GP Kanada einen spezielles Helmdesign anfertigen lassen, mit dem er die schmutzige Ölgewinnung aus Teersanden kritisiert. Vor dem Rennen wanderte der Protest-Helm aber überraschend zurück ins Regal. Beugte sich der Pilot dem Druck von außen?

Sebastian Vettel nutzt seinen Bekanntheitsgrad gerne für die gute Sache. Der vierfache Weltmeister wirbt regelmäßig für mehr Toleranz in der Gesellschaft, gegen die Diskriminierung von Minderheiten, für den Kampf gegen den Klimawandel oder einfach für verantwortungsbewusstes, ökologisches Handeln.

Zum Montreal-Gastspiel hatte sich der Heppenheimer ein ganz spezielles Umweltschutz-Thema auf die Fahnen geschrieben. Mit einem bedruckten T-Shirt und einem neuen Helmdesign prangerte Vettel die Ölgewinnung aus Teersanden in der kanadischen Provinz Alberta an. Vettel bezeichnete es als Verbrechen, dass dabei Waldflächen zum Opfer fallen und die Landschaft zerstört wird.

Die Aktion brachte Vettel ordentlich Kritik von einheimischen Politikern ein. Vor allem die Energieministerin von Alberta preschte über die sozialen Medien vor und bezeichnete Vettel als Heuchler, weil er als Formel-1-Pilot nicht gerade einen umweltfreundlichen Sport betreibe und sein Arbeitgeber Aston Martin mit Aramco den größten Öl-Produzenten der Welt als Sponsor hat.

Freiwilliger Verzicht oder Druck von außen?

Eigentlich hatte die Aktion damit schon für genug Schlagzeilen gesorgt. Doch am Sonntag (19.6.) sollten unerwartet noch ein paar dazu kommen. Auslöser war der überraschende Verzicht von Vettel, den umstrittenen Helm auch im Rennen zu tragen. Stattdessen ging der Pilot mit seinem traditionellen Design an den Start.

Auf die Gründe für die Entscheidung angesprochen, gab sich Vettel im Interview mit dem F1-Sender Sky wortkarg: "Da möchte ich nichts zu sagen. Ich habe ja mehr als einen Helm." Als Reporter Peter Hardenacke nachhakte, ob denn das Team Druck ausgeübt habe, wich der Pilot erneut aus. Mit dem Satz: "Haben wir irgendwelche anderen Fragen?", beendete der 34-Jährige das Interview.

Das hörte sich ganz nach einem Maulkorb an. Doch Aston-Martin-Teamchef Mike Krack dementierte, dass man Vettel den Protest verboten habe: "Mit dem Helm und dem T-Shirt wollte er um Aufmerksamkeit für das Thema werben. Irgendwann hat er entschieden, dass die Aufmerksamkeit erreicht wurde. Er kann ja auch nicht jeden Tag dasselbe T-Shirt anziehen", versuchte das Oberhaupt die Angelegenheit mit Humor zu nehmen.

Laut Krack spricht Vettel seine Aktionen immer schon lange vorher mit dem Team ab. Dann überlege man sich ein gemeinsames Vorgehen. "Man hat es in der Vergangenheit gesehen, dass solche Aktionen hauptsächlich am Freitag und Samstag liefen. Aber er darf natürlich frei entscheiden. Er ist ein freier Mann", so Krack.

Sebastian Vettel - GP Kanada 2022
Aston Martin
Erst am Rennsonntag gab es in der Medien-Datenbank von Aston Martin wieder Nahaufnahmen von Vettel mit Helm aus Montreal. Da war er aber wieder auf das alte Design gewechselt.

Aston Martin ignoriert Vettel-Aktion

Klar ist aber auch: Der Montreal-Helm stieß bei Aston Martin auf wenig Gegenliebe. Während andere Initiativen von Vettel früher gerne über die eigenen Social-Media-Kanäle des Teams verbreitet wurden, gab es dieses Mal gar keine entsprechenden Posts. Das Statement wurde komplett ausgeblendet, der Helm war nicht ein einziges Mal im Bild zu sehen.

Auch in der Medien-Datenbank des Rennstalls, die Fotomaterial für die Berichterstattung von Pressevertretern zur Verfügung stellt, wird das Thema mehr als deutlich ignoriert. 352 Bilder sind vom Montreal-Wochenende abrufbar. Das neue Helmdesign von Teamkollege Lance Stroll ist gleich mehrfach in Nahaufnahme verfügbar. Doch Vettel-Fotos aus der Box vom Freitag und Samstag gibt es nur ohne Helm. Das ändert sich erst am Sonntag, als wieder der alte Kopfschutz im Einsatz war.

Wie man im Fahrerlager hört, soll nicht nur Aston Martin so manche Vettel-Aktion kritisch sehen. Auch das Formel-1-Management ist offenbar nicht immer davon begeistert, wenn der Deutsche den Finger in die Wunde legt und dabei Regierungen von gut zahlenden Grand-Prix-Ländern vor den Kopf stößt oder potenzielle Werbepartner vergrault.

Die Toleranz-Initiative "We Race as One", die auf Druck von Lewis Hamilton während der Corona-Zeit ins Leben gerufen wurde, bekommt mittlerweile kaum noch Sichtbarkeit. Im letzten Jahr hatten die Serienbosse den Piloten wenigstens noch ein paar Minuten TV-Zeit vor jedem Rennen reserviert, um ihren gemeinsamen Protest gegen Diskriminierung auszudrücken. Jetzt müssen die Fahrer individuell handeln, um sich Gehör zu verschaffen.

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