Die neuen Hybrid-Motoren verlangen von den Piloten einige Umstellungen. Nach dem Wegfall der MGU-H kehrt das gute alte Turboloch zurück in die Formel 1. Der Elektromotor, der direkt auf der Welle des Turbos saß, hatte entweder Energie abgezweigt oder das Verdichterrad in Schwung gebracht. Damit standen Ladedruck und Drehmoment jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung.
In Zukunft müssen die Leistungslöcher im unteren Drehzahlbereich mit Hilfe der Batterie ausgeglichen werden. Die einzig verbliebene Elektromaschine setzt direkt an der Kurbelwelle an. Mit 350 kW Leistung schiebt sie ordentlich an. Das Problem dabei: Es gibt zwar viel Power auf einen Schlag, aber die Batterien sind so klein, dass die Energie nicht lange reicht. Deshalb müssen die Piloten gut haushalten.
Während das Energie-Management im Normalbetrieb des Rennens weitestgehend von der Software gesteuert wird, müssen die Piloten am Start noch selbst Hand anlegen. "Das wird deutlich schwieriger", verrät Weltmeister Lando Norris. "Früher hat man den Turbo mit Hilfe der Batterie auf einer stabilen Drehzahl gehalten. Das Anfahren war dann ein sehr angenehmes Zusammenspiel von Elektro-Energie und Verbrenner-Power."

Lando Norris geht dieses Jahr mit der Startnummer 1 ins Rennen. Der Weltmeister erklärt, warum die Starts komplizierter werden.
Kostbare Batterie-Power
Laut Norris wird es jetzt richtig kompliziert: "Wenn man die Batterie dazu benutzen will, beim Start zu unterstützen, dann verliert man viel Energie, die danach auf dem Rest der Runde fehlt. Dann hat man vielleicht einen besseren Start, aber noch bevor man bei Kurve 1 ankommt, ist die Batterie leer. Das gilt für einige Strecken, wie zum Beispiel Mexiko."
Beim ersten gemeinsamen Start aller 22 Piloten in Melbourne könnte es deshalb interessant werden. Die Gefahr, beim Anfahren einen Fehler zu machen und gleich von mehreren Gegnern überholt zu werden, steigt. Wenn der Launch gleich bei mehreren Piloten stottert, könnte es zu chaotischen Szenen kommen.
"Mit den neuen Motoren verkompliziert sich alles", warnt Norris. "Das Hauptproblem beim Start liegt darin, den Turbo vor dem Launch in den richtigen Bereich zu bekommen. Die Batterie hilft jetzt nicht mehr dabei, irgendwelche Löcher zu stopfen. Ich erwarte deshalb, dass wir beim Test in Bahrain jede Menge Startübungen sehen werden."












