Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Abu Dhabi 2022 - Rennen Motorsport Images
Sebastian Vettel - Aston Martin - GP Abu Dhabi 2022 - Rennen
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Vettel-Abschied: Aston-Strategie floppt

Strategie-Flop bremst Vettel in Abu Dhabi Ein Punkt am Anfang und Ende

GP Abu Dhabi 2022

Sebastian Vettel beendet seine Formel-1-Karriere mit einem WM-Punkt. So stieg er auch 2007 in Indianapolis in die Königsklasse ein. Es hätte diesmal mehr sein können, hätte sich Aston Martin nicht mit der Strategie verzockt.

Das Ende war wie der Anfang. Sebastian Vettel wurde in seinem 299. Grand Prix wie in seinem ersten vor 15 Jahren in Indianapolis mit einem WM-Punkt belohnt. Es war ein würdiger Schlusspunkt unter einer großen Karriere. Mit einem Podium durfte man als Aston-Martin-Fahrer nicht rechnen. Schon gleich gar nicht in Abu Dhabi, einer Strecke, die Effizienz verlangt. Das war in diesem Jahr nie die Stärke der grünen Autos. Man sah es am Topspeed. Vettel lag auf der Gerade immer auf den hinteren Plätzen.

Die Hoffnung auf WM-Punkte zum Abschied blieb aber wach. Der Aston Martin zählt zu den Autos, die nett mit den Reifen umgehen. Am Samstag fürchteten die Ingenieure noch eine Reifenschlacht mit geringen Chancen auf ein Einstopp-Rennen. Das sprach für Vettel und sein Auto. Doch die Reifen hielten quer durch das Feld besser als erwartet. Zu gut für Vettel, denn sein Team wurde zu gierig und sah eine Gelegenheit, seinen Fahrer mit einem Stopp weit nach vorne zu bringen.

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Aston Martin entschied sich bei Vettel für die falsche Taktik.

50/50 Chance für einen Stopp

Vor dem Rennen gingen die Strategen von einer 50/50-Chance aus, mit einem Reifenwechsel über die Distanz zu kommen. Auf dem Papier war ein Stopp unter idealen Bedingungen leicht schneller. "Gefühlsmäßig war es uns lieber, weil wir nur einen harten Satz in der Hinterhand hatten. Wenn schon zwei Stopps, dann ein langer erster und ein langer zweiter, weil wir dem Medium-Reifen nicht so viel zugetraut haben", erklärt Chefingenieur Tom McCollough die Motive für die Taktikentscheidung.

Während für Lance Stroll zwei Stopps alternativlos waren, weil er hinter Yuki Tsunoda zu viel Zeit verlor, hatte Vettel das Gefühl schneller fahren zu können als die beiden Alpine. Als Esteban Ocon früh seinen ersten Stopp abspulte und Lando Norris mitzog, so dass Vettel freie Bahn hatte, reifte der Entschluss, es zu probieren. Der Schuss ging nach hinten los. Spätestens in der 20. Runde, als die Rundenzeiten über 1.33 Minuten kletterten und die Kollegen auf frischen Sohlen zwei Sekunden pro Runde schneller fuhren, reifte im Cockpit und am Kommandostand die Erkenntnis einen Fehler gemacht zu haben.

Aston Martin unterschätzt Verkehr

Doch jetzt war es bereits zu spät wieder auf ein Zweistopp-Rennen umzuschwenken. Vettel hielt noch bis zur 25. Runde durch und reihte sich nach dem Wechsel von Medium-Gummis auf die harten Sohlen als Vorletzter in die Schlange wieder ein. "Erst wurden meine Rundenzeiten immer langsamer, und ich wurde von hinten aufgefressen, und nach meinen Reifenwechsel musste ich die ganzen Leute wieder überholen, die an mir vorbei sind. Ich war zwei Mal mit den Reifen im Nachteil", ärgerte sich Vettel.

Der Aufstieg zurück in die Punkteränge wurde nicht nur durch den schwachen Topspeed erschwert. Teamkollege Lance Stroll drängte mit den frischeren Reifen nach vorne. "Wir hatten die langsamste Strategie der Welt", schüttelte der angehende Formel-1-Rentner der Welt den Kopf. Dabei war ein Stopp grundsätzlich nicht falsch. Für Max Verstappen und Charles Leclerc hat die Taktik funktioniert, weil beide immer freie Fahrt hatten und nie in den Verkehr fielen. "Wir haben in unseren Berechnungen den Verkehr unterschätzt", gab Teammanager Andy Stevenson zu.

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Nach 299. Grand Prix endet eine große Laufbahn in der Formel 1.

Alonso zog schon ein

Der Ausfall von Lewis Hamilton gab Vettel wenigstens noch die Chance sich für seine Ausdauer mit einem WM-Punkt zu belohnen. "Mit einem perfekten Rennen hätten wir vielleicht mit Ocon um Platz acht fahren können", rechnet Teamchef Mike Krack vor. Der neunte Platz wäre es fast geworden. Im Ziel lag Vettel nur 0,6 Sekunden hinter Daniel Ricciardo. "Einmal war ich an ihm dran, aber mit unserem Topspeed war es schwer an ihm vorbei zu kommen."

Der eine Punkt fehlte auch Aston Martin. Bei Punktgleichheit mit Alfa-Sauber zählte das bessere Resultat. Ein fünfter Platz von Valtteri Bottas in Imola. Teamchef Krack schloss das Jahr trotzdem mit einer positiven Note ab: "Wir haben uns nach einem schwierigen Anfang zurückgekämpft, haben nicht die Nerven verloren und unsere Schwachstellen Schritt für Schritt abgebaut. Das spricht für unser Team." Stevenson erinnert sich mit Galgenhumor: "Nach Melbourne hatten wir null Punkte und zwei verschrottete Autos."

Für Vettel war der Abend von Abu Dhabi mit der Zielflagge nicht beendet. Nach der Gratulationstour der Fahrerlager-Gemeinde bestand er darauf, ein letztes Mal am technischen Briefing teilzunehmen. Er sah es als seine Pflicht an, die Ingenieure noch einmal mit seinem Feedback zu versorgen. Kaum war die Sitzung beendet tauchte ein Mann im blauen Alpine-Shirt mit Koffern bepackt und seinen Trainern im Gefolge am Aston-Martin-Pavillon auf. Nur zwei Stunden nach Rennende bezog Fernando Alonso sein neues Büro. Zwei Tage später wird er in Vettels Auto sitzen, das dann nicht mehr die Startnummer 5 sondern die 14 trägt.

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