Es war ein lustiges Spielchen in Bahrain. Egal, mit wem man von den vier Topteams geredet hat, der Favorit war immer ein anderer. Keiner wollte sich vorschnell auf die Pole-Position hieven und damit selbst unter Druck setzen. Lieber erstmal den anderen den Vortritt lassen und dann in Melbourne zuschlagen, wenn es drauf ankommt.
Die Rundenzeiten bei den Testfahrten geben erste Anhaltspunkte, aber die noch sehr unreifen Autos, komplett verschiedene Programme und die noch zu erwartenden Upgrades machen Prognosen so schwierig wie selten zuvor. Und was macht man heutzutage, wenn man nicht mehr weiterweiß? Man befragt die künstliche Intelligenz.
Wir haben gleich mehrere KI-Tools um Antwort gebeten. Die Fragestellung lautete immer gleich: Wer gewinnt das Auftaktrennen in Melbourne? ChatGPT will sich am liebsten gar nicht festlegen, weil keine aktuellen Longrun-Daten der Testfahrten zur Verfügung stehen. Trotzdem bekommen wir schließlich doch noch einen Namen genannt: Max Verstappen.
Der Chatbot hat auch eine Begründung parat: "Er ist aktuell der konstanteste Fahrer im Feld und macht kaum Fehler. Red Bull war in den letzten Jahren gerade zu Saisonbeginn oft sofort auf Topniveau. Verstappen kommt mit High-Pressure-Situationen und wechselnden Bedingungen (typisch Melbourne) extrem gut klar."

Lando Norris gewann vor zwölf Monaten in Australien. Als amtierender Weltmeister scheint es naheliegend, auf ihn zu tippen.
KI-Tools sind sich nicht einig
Copilot kommt bei gleicher Fragestellung zu einer anderen Antwort. Hier hat George Russell die Nase vorne. Offenbar greift der KI-Assistent von Microsoft auf aktuellere Daten zu. "Mercedes gilt als stärkstes Team der Tests – sowohl laut Experteneinschätzungen als auch laut Fahrerlager-Trends. Mehrere Berichte sprechen davon, dass Mercedes das neue Reglement am besten gelöst hat."
Um ganz sicherzugehen, fragen wir auch noch Perplexity. Das KI-Unternehmen wirbt auf dem Helm von Rekordsieger Lewis Hamilton. Das sollte doch für Formel-1-Kompetenz sprechen, oder nicht? Hier bekommen wir wieder einen anderen Namen genannt als zuvor, nämlich den von Lando Norris.
Auch hier wird die Wahl gut begründet: "Norris ist amtierender Weltmeister und McLaren kommt als aktuell stärkstes Gesamtpaket in die neue Saison, was ihn automatisch zum logischen Top-Favoriten macht. McLaren galt schon 2025 in Melbourne als klar stärkstes Auto und hat dort mit Norris und Piastri einen Traumstart hingelegt, was auf eine starke Melbourne-Performance des Teams hindeutet." Naja, zumindest Piastri wurde im Regenchaos nach einem Fahrfehler nur Neunter.

Die Buchmacher sind sich einig: Setzt man auf George Russell gibt es im Erfolgsfall das wenigste Geld zurück.
Buchmacher sehen Russell vorne
Verstappen, Russell oder Norris – so richtig schlauer sind wir auch nach Befragung der künstlichen Intelligenz nicht geworden. Also schauen wir mal nach, was die Wettanbieter so sagen. Ihre Quoten werden von den Einsätzen der Formel-1-Fans beeinflusst. Setzen viele Couch-Experten auf einen Fahrer, gehen die Ausschüttungen im Erfolgsfall runter. Es ist also auch immer etwas Schwarmintelligenz dabei.
Bei den Buchmachern hat George Russell die Nase vorne – sowohl beim Siegertipp für Melbourne als auch bei der Frage, wer der neue Weltmeister wird. Aktuell gibt es im Erfolgsfall 3,50 Euro für jeden eingesetzten Euro zurück. Das gilt für die deutschen Anbieter genauso wie für die englischen "Bookies".
Die Engländer sehen allerdings Max Verstappen und Charles Leclerc dahinter gleichauf, während der deutsche Fan offenbar mehr Vertrauen in Verstappen setzt. Er hat bei den deutschen Anbietern leicht die Nase vor der Ferrari-Speerspitze. Mit einer Quote von 4,33 liegt der Niederländer auch gar nicht so weit hinter Russell zurück. Das spricht auf jeden Fall für viel Spannung in Melbourne.












