Wenn man der Kritik der Fahrer an der neuen Generation der Formel-1-Autos mit dem vergrößerten Elektroanteil anhört, könnte man meinen, die Rennen seien ein Trauerspiel im Vergleich zum Vorjahr. Die Zuschauerzahlen zur Saisonmitte zeigten jedoch ein völlig anderes Bild.
Die globale Zahl der Fans wächst stetig weiter und liegt 2026 nach offiziellen Informationen der Formel 1 bei über 830 Millionen, was einen Anstieg von 64 Prozent seit 2018 entspricht. Im Endjahresbericht 2025 lag die Zahl der weltweiten Gemeinschaft bereits bei 827 Millionen.
Genau wie im Vorjahr sind immer noch 43 Prozent der Fans unter 35 Jahren. Der Frauenanteil liegt nach wie vor bei 42 Prozent, wobei drei Viertel aller neuen Fans weiblich sind.
Zuschauerrekorde bei sechs Rennen
Alle elf Events der ersten Saisonhälfte waren ausverkauft. An den Rennwochenenden kamen insgesamt knapp 3,7 Millionen Zuschauende. Im Vergleich: 2025 waren es noch 3,4 Millionen.
Zudem wurden die Zuschauerrekorde bei den Rennen in Australien, Kanada, Österreich, England, Belgien und Ungarn gebrochen. Allein in Silverstone wurden 564.000 zahlende Besucher über das gesamte Wochenende gezählt. Mit 18 Prozent verbuchte der Japan GP den größten Zuwachs bei der Zuschauerzahl.
Diese Zahlen sind erstaunlich, vor allem weil die Fans am Anfang der Saison größtenteils noch zwiegespalten darüber waren, wie sie die Rennaction mit den neuen Autos finden sollten.
Allerdings muss man natürlich anmerken, dass viele Tickets weit im Voraus gekauft wurden. Zu diesem Zeitpunkt wussten viele noch nicht, was sie mit den neuen Autos in dieser Saison erwartet.

Nach dem ersten Rennen in Australien 2026 entbrannte in den sozialen Medien eine große Diskussion darüber, ob die Fans mit der Rennaction der neuen Autos zufrieden sind.
Zufriedene Fanreaktionen
Aussagekräftiger sind da schon die Umfragen der Formel 1 unter Fans, um herauszufinden, wie die Rennaction bei den Zuschauenden ankommt. Demnach bewerteten 60 Prozent aller Befragten das Renngeschehen als Gut oder Exzellent.
In dieser Bewertung stieg die Zufriedenheit in den folgenden Rennen im Vergleich zum Vorjahr stark an: China (+18 Prozent), Japan (+ 30 Prozent), Kanada (+15 Prozent), Monaco (+21 Prozent) und Belgien (+24 Prozent). Besondere Highlights für die Fans waren nach wie vor Kanada, Österreich und Miami.
Der Melbourne GP sank in der Bewertung von 86 auf 61 Prozent, was sich die Formel 1 damit erklärt, dass im letzten Jahr die nassen Wetterbedingungen für große Spannung gesorgt hatten. In Silverstone soll die umstrittene Safety-Car-Phase am Ende des Rennens den Rückgang der positiven Bewertung auf 69 Prozent (-20 Prozent im Vergleich zu 2025) verursacht haben.

2019 war der letzte GP in Hockenheim. Deutsche Fans haben nun wieder Hoffnung: Die Rennstrecke hat Interesse an einem Wiedereinstieg in die Formel 1 gezeigt. Es gab bereits erste Gespräche mit der Königsklasse.
Immenser Social-Media-Zuwachs
Nicht nur die Zuschauerzahl vor Ort brach Rekorde, auch die Reichweite in den sozialen Medien erreichte neue Größen. Die offizielle Instagram-Seite der Formel 1 zählt nach Informationen der Königsklasse weiterhin zu den Sport-Accounts mit den meisten Interaktionen weltweit.
Insgesamt soll es einen Abonnentenzuwachs von 125 Millionen (+ 19 Prozent) über alle Social-Media-Plattformen hinweg gegeben haben. Ein besonderes Highlight waren dabei die Videos zur Fahrer-Parade in Silverstone mit den kleinen LEGO-Rennwagen, die insgesamt rund 70 Millionen Klicks erhalten hatten.





