Garage 54 Lada Dampf-Samara Garage 54
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Garage 54 Lada Dampf-Samara 18 Bilder

Lada Samara mit Dampfantrieb

Warum das Garage-54-Experiment gefährlich ist

Die Mechaniker von Garage 54 aus Nowosibirsk haben einen Lada Samara auf Dampfantrieb umgebaut – und sind nicht ganz zufrieden.

Die Samara-Modellreihe baute Lada von 1984 bis 2013. Die Mechaniker von Garage 54 aus dem russischen Nowosibirsk haben sich jetzt ein Modell aus den 1990er-Jahren geschnappt und es aufwendig auf Dampfantrieb umgerüstet. Fans der russischen Schrauber kommentieren das dazu bei Youtube veröffentlichte Video ironisch damit, dass Sicherheit in der Garage-54-Prio-Liste gleich an zweiter Stelle kommt.

Um den großen Dampfkessel und den noch größeren Ofen im Samara zu installieren, macht Garage 54 aus dem Kompaktwagen einen Pickup. Dafür flexen die Russen das Dach und die C-Säulen ab. Den hinteren Türen nimmt die Flex die Fensterrahmen, beim Flexen zerspringen die Scheiben. Die Ladefläche beginnt nun auf Höhe der B-Säule, der verbliebene Innenraum ist durch Gipsplatten vor der im Heck wirkenden Kesselhitze geschützt – die Schrauber haben Angst, dass sich ansonsten die Sitze entzünden.

Garage 54 Lada Dampf-Samara
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Aufschneiden des Dampfrohres für den Einbau des Schubventils.

Schornstein mit Zusatzventilator

Allein die Installation des Ofens hat den experimentierfreudigen Schraubern einiges abverlangt: Der erste Schornstein erwies sich als zu klein, der zweite ist deutlich höher als zwei Meter. Damit der Verbrennungsrauch besser abzieht, drückt ein Ventilator über ein seitliches Zusatzrohr von unten Luft in den Schornstein. Zum Betrieb des Ventilators war die Installation einer zweiten Zwölfvolt-Batterie nötig.

Der im Heck produzierte Dampf gelangt über ein hoch liegendes isoliertes Rohr nach vorn in den Motor. Die Isolation ist nötig, da es in Nowosibirsk gerade sehr kalt ist und der Dampf im Rohr deshalb wieder zu Wasser kondensieren könnte. Auf der Höhe der Vordersitze ragt ein Rohr von oben in den Innenraum: Damit bedient der Fahrer das Ventil für die Dampfzufuhr.

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Letzte Karosserie-Anpassungsarbeiten per Fuß.

Dann feuern die russischen Enthusiasten mit Kohlen und alten Brettern, in denen noch Nägel stecken, den Ofen an. Den Druck im Wasserkessel lesen sie an einem Manometer ab, dessen Skala sie selbst nach Gefühl mit einem groben Stift auf das Monometer-Fenster gemalt haben.

Sicherheitsventil? Fehlanzeige

Der Druck im Kessel steigt unaufhörlich. Und auch wenn es zur Zeit der Dampfmaschinen viele schwere Unfälle mit explodierenden Dampfkesseln gab: Die Männer von Garage 54 wollen nur genug Druck aufbauen, um mit dem Dampf-Samara den kleinen Anstieg vor ihrer Werkstatt zu schaffen. Ein automatisches Sicherheitsventil scheint es nicht zu geben, nur ein per Hand betätigtes Zusatzventil.

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Kohlen nachschippen bis der Kesseldruck stimmt.

Bei einer ersten Probefahrt zuckelt der Samara sofort los – aber er ist sehr langsam. Der offen liegende Motor schnurrt und eine der Gipsplatten hinter den Sitzen fällt aus ihrer Verankerung. Den Anstieg schafft der Dampf-Samara nicht. Deshalb legen die Heizer noch ein paar Kohlen nach und erhöhen so den Kesseldruck auf sechs Atmosphären. Einige der Schrauber sind unruhig, wollen, dass der Samara los fährt, bevor er explodiert. Mit mächtig Dampf beginnt der zweite Hill-Climb-Versuch. Wieder nichts: Der Samara bleibt stehen und rollt dann hilflos zurück.

Mehr Druck und größerer Motor gewünscht

Die Mechaniker vermuten, dass der Motor des Samara zu klein sein könnte und dass sie noch mehr Dampfdruck brauchen. Allerdings trauen selbst sie sich jetzt nicht mehr an weitere Druckerhöhungen ran: Der metallene Dampfkessel bläht sich schon sichtbar auf. Also schieben sie den Dampf-Samara den Anstieg hoch und lassen ihn auf einer herkömmlichen Straße fahren – was gut funktioniert. Allerdings lässt der Dampfdruck schnell nach und der Lada steht wieder. Garage 54 schätzt, dass der Samara 19 bis 24 km/h schnell war.

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465 Mal abgestimmt
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Klar, ist sicher ein außergewöhnlicher Spaß.
Nein, ich bin doch nicht lebensmüde.

Fazit

Das Fazit ziehen die Schrauber von Garage 54 selbst: Sie sehen es als bewiesen an, dass sich jeder Verbrennungsmotor mit Dampf betreiben lässt. Als Vorteil sehen sie dabei die im Vergleich zu Verbrennungsmotoren sehr leise Arbeitsweise. Und sie freuen sich über den massiven Wasserdampf-Strom, der aus dem Endrohr schießt. Den Verbrennungsqualm aus dem Schornstein lassen sie unerwähnt. Für eine flottere Fahrweise hätten sie gern einen Motor mit mehr Hubraum und einen Dampfgenerator, zehn bis zwölf Atmosphären Druck erzeugt.

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