Das 24-Stunden-Rennen der Super Taikyu-Rennserie auf dem Rennkurs in Fuji hat der japanische Autobauer Toyota genutzt, um neue spektakuläre Projekte zu präsentieren. Eines davon ist ein Toyota Camry mit einem Siebenzylinder-Antrieb. Entwickelt und aufgebaut wurde der Camry GR von Gazoo Racing. Der Camry als Basismodell wurde gewählt, weil er eines der Modelle ist, die die Japaner in den USA fertigen und künftig auch in Japan anbieten.
3+4=7
Ein Motor mit sieben Zylindern klingt äußerst unkonventionell. Die Japaner haben dann auch kein neues Triebwerk entwickelt, sondern die Siebenzylinder-Konfiguration völlig anders umgesetzt. Und zwar mit einem Bimotor-Konzept. Unter der Motorhaube des Camry wurde der aus dem Yaris und dem Corolla bekannte 1,6-Liter-Turbo-Dreizylinder eingepflanzt. Die fehlenden vier Zylinder steuert ein zweiter Motor an der Hinterachse bei. Um Platz für diesen zu schaffen, wurde der komplette Heckbereich umgebaut. Wo sonst die Rücksitzanlage sich breit macht, sitzt nun eingebettet zwischen einem Überrollkäfig in einem Hilfsrahmen der zweite Motor.
Offizielle Leistungsangaben zum kreativen Allradkonzept macht Toyota nicht. Vom Dreizylinder weiß man aber, dass der selbst im Serientrimm locker 300 PS liefern kann. Der Vierzylinder im Heck dürfte mit zwei Liter Hubraum gesegnet sein. Sollte es sich dabei um den neuen G20E-Motor mit Turboaufladung handeln, liegt hier das Leistungspotenzial zwischen gut 450 und 600 PS. In Summe sprechen wir hier von möglicherweise 750 bis 900 PS. Aber wie gesagt, offizielle Daten gibt es nicht.
Mit Breitbauoptik, aber ohne Serienchance
Für eine spektakuläre Optik sorgt ein Breitbau-Bodykit mit mächtigen Kotflügelverbreiterungen, eine neue Spoilerschürze vorn, neu gezeichneten Seitenschwellern und einem großen Diffusor am Heck. Auf dem Heckdeckel türmt sich zudem ein riesiger Flügel auf. Die Radhäuser füllen schwarze Leichtmetallfelgen.
Das Siebenzylinder-Bimotor-Konzept im Camry wird allerdings nie seinen Weg in die Serie finden; es bleibt ein Unikat. Das zeigt allerdings, wie ernst Toyota-Aufsichtsratschef Akio Toyoda auch weiterhin das Thema Fahrspaß bei den Japanern vorantreibt.





