24 E-Autos im Reichweiten-Test: Deutsche Marke vor China-Konkurrenz

24 Elektroautos im Reichweiten-Test
Deutsche Marke vor China-Konkurrenz

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.06.2026
Als Favorit speichern
NAF Reichweitentest Sommer 2026 Norwegen
Foto: NAF / Christiansen

Beim größten unabhängigen Elektroauto-Reichweitentest der Welt – so zumindest bezeichnet der norwegische Automobilclub NAF das eigene regelmäßig stattfindende Elekto-Kräftemessen – haben sich 24 aktuelle Stromer unter realen Bedingungen messen lassen. Das Ergebnis des norwegischen El-Prix-Sommertests 2026 überrascht: Zwar dominierten chinesische Hersteller in mehreren Kategorien, den Gesamtsieg sicherte sich jedoch ein deutscher Premium-SUV.

Zweimal pro Jahr prüfen der norwegische Automobilclub NAF und das Fachmagazin Motor die tatsächliche Reichweite und Ladeleistung aktueller Elektroautos. Anders als im Labor müssen sich die Fahrzeuge dabei auf öffentlichen Straßen, bei echten Wetterbedingungen und im normalen Verkehr bewähren. Die Sommerausgabe 2026 fand bei Temperaturen zwischen 12 und 18 Grad Celsius auf trockenen Straßen statt – nahezu ideale Bedingungen für Elektroautos.

BMW iX3 fährt allen davon

Den Sieg bei der absoluten Reichweite holte sich der neue BMW iX3. Der elektrische SUV legte beeindruckende 781 Kilometer mit einer Akkuladung zurück und übertraf damit sogar seine offizielle WLTP-Reichweite von 770 Kilometern um 1,4 Prozent. Damit setzte sich der BMW nicht nur gegen die gesamte chinesische Konkurrenz durch, sondern verwies auch den zweitplatzierten Lucid Gravity deutlich auf Abstand. Der amerikanische Luxus-SUV kam auf 720 Kilometer und lag damit mehr als 60 Kilometer hinter dem BMW.

Für die Münchner ist das Ergebnis ein wichtiger Erfolg. Schließlich zeigt der Test, dass die neue Elektroplattform nicht nur auf dem Papier überzeugt, sondern auch unter realen Bedingungen außergewöhnliche Reichweiten ermöglicht.

Mercedes schlägt sich ebenfalls stark

Auch Mercedes-Benz konnte im Test überzeugen. Besonders der neue elektrische GLC erwies sich als effizienter Langstreckenfahrer. Statt der offiziell angegebenen 643 Kilometer schaffte der SUV 665 Kilometer und übertraf die Werksangabe damit um 3,4 Prozent. In der Gesamtwertung der Reichweite belegten die Mercedes-Modelle mehrere Spitzenplätze. Allerdings zeigte sich nicht jedes Fahrzeug der Marke von seiner besten Seite. Der elektrische CLA blieb um 4,7 Prozent unter seiner WLTP-Angabe und gehörte damit zu den Modellen mit den größten negativen Abweichungen.

Chinesischer Van überrascht die Konkurrenz

Für die größte Überraschung des Tests sorgte der Xpeng X9. Der vollelektrische Familien-Van absolvierte 646 Kilometer und übertraf seine offizielle Reichweitenangabe von 580 Kilometern um bemerkenswerte 11,4 Prozent. Kein anderes Fahrzeug im Feld konnte seine WLTP-Angabe so deutlich übertreffen. Das Ergebnis unterstreicht, wie stark chinesische Hersteller inzwischen bei Effizienz und Batterietechnik aufgeholt haben.

Der Xpeng X9 zeigte zugleich, dass große Familienfahrzeuge keineswegs Reichweiten-Nachteile haben müssen. Mit Platz für bis zu sieben Personen kombiniert der Van Alltagstauglichkeit mit Langstreckenqualitäten.

Familienautos dominieren das Teilnehmerfeld

Generell standen beim diesjährigen Sommertest vor allem Familienfahrzeuge im Mittelpunkt. Vom günstigen Einstiegsmodell bis zum luxuriösen Premium-SUV war nahezu jede Fahrzeugklasse vertreten. Zu den auffälligsten Teilnehmern gehörte der Lucid Gravity. Der große Elektro-SUV erreichte 720 Kilometer und blieb damit lediglich 3,7 Prozent unter seiner WLTP-Reichweite von 748 Kilometern.

Ebenfalls im Test: der neue Hyundai Ioniq 9. Der große Familien-SUV kam auf 566 Kilometer und verfehlte seine Normreichweite von 600 Kilometern um 5,7 Prozent.

Preisbrecher aus China

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch der Dongfeng Vigo. Der chinesische SUV zählt zu den günstigsten Elektroautos seiner Klasse und kostet in Norwegen umgerechnet lediglich rund 250.000 Kronen (knapp 23.000 Euro). Mit einer WLTP-Reichweite von 340 Kilometern gehört er zwar nicht zu den Langstrecken-Champions, im Test schaffte er dennoch 348 Kilometer und übertraf damit seine Werksangabe leicht um 2,4 Prozent.

Das Ergebnis zeigt, dass auch preisgünstige Elektroautos inzwischen solide Reichweiten bieten können – selbst wenn sie nicht mit den Spitzenreitern mithalten.

Kleinwagen mit Langstreckenqualitäten

Nicht nur große SUVs und Vans standen im Fokus. Mit dem Hyundai Inster und dem Kia EV2 traten auch zwei kompakte Elektroautos an, die sich insbesondere an Paare und urbane Nutzer richten.

Beide Modelle sollen zeigen, dass auch kleinere Fahrzeuge für längere Reisen geeignet sein können. Gerade für Kunden, die kein großes Familienauto benötigen, werden solche Fahrzeuge zunehmend attraktiv. Der Hyundai Inster kam im Test immerhin 373 Kilometer weit, der Kia EV2 ganze 325 Kilometer.

MG enttäuscht

Während einige chinesische Hersteller positiv überraschten, musste MG einen Rückschlag hinnehmen. Der MG IM6 erreichte lediglich 446 Kilometer und blieb damit 11,7 Prozent unter seiner offiziellen Reichweitenangabe von 505 Kilometern. Damit verzeichnete das Modell die größte negative Abweichung des gesamten Teilnehmerfeldes. Umso bemerkenswerter: Das Schwestermodell MG S6 schnitt deutlich besser ab und übertraf seine Werksangabe sogar.

Fazit