Formel 1: Neues Rennergebnis, aber ändert sich noch mehr?

Nachträgliche Strafe, Streit über Speeding
Neues Monaco-Ergebnis, aber nicht das finale?

GP Monaco 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.06.2026
Als Favorit speichern
Formel 1 - GP Monaco 2026 - McLaren - Oscar Piastri - Ferrari - Lewis Hamilton
Foto: Mark Sutton - Formula 1/Formula 1 via Getty Images

Der Strafenkatalog der FIA wurde in Monaco fleißig durchgeblättert. Etliche knifflige Situationen sorgten bis weit nach dem Rennen für Diskussionen. Besonders Sanktionen wegen überhöhter Geschwindigkeiten in der Boxengasse standen im Fokus. Fünf Fahrer wurden geblitzt, der Alpine-Pilot Pierre Gasly sogar doppelt. Dazu kommen kontroverse Duelle, beispielsweise das von Nico Hülkenberg (Audi) gegen Carlos Sainz (Williams) während des Schlussspurts nach der roten Flagge.

Sportdirektor Allan McNish grummelte über die zehn Sekunden, die Hülkenberg vom potenziellen neunten auf den schlussendlich dreizehnten Rang abstürzen ließen. Sein Fahrer sei nach innen gezwungen worden, von außen kam der Spanier ebenfalls durch einen Zweikampf weit. Die Offiziellen wollten keinen Rennunfall darin sehen. Diesen Spielraum gewährten sie Franco Colapinto (Alpine), der wenig später Unglücksrabe Sainz drehte.

Nach dem Rennen blieben zwei wichtige Entscheidungen offen. Hat Red Bull illegal am Auto von Isack Hadjar während der Rotflaggenunterbrechung wegen Streckenschäden ausgangs Rascasse gearbeitet? Und rettet die Ausrede eines weichen Bremspedals den Cadillac-Fahrer Sergio Pérez nach seinem zweiten falschen Startposition des Tages?

Rückkehrer Honda statt Newcomer Caddy

Die erste Antwort lautet: Ja! Obwohl das Red-Bull-Team versuchte, die Zündkerzen des stotternden Motors zu wechseln, reichte der Abbruch der Reparaturen, um einer Strafe zu entgehen. Das Auto sei im identischen Zustand wieder aus der Boxengasse gefahren. Zuvor wurde Hadjar schon von einem Safety-Car-Regelbruch freigesprochen. Es ist das zweite Podium am Stück für die Austro-Briten.

Wäre alles so geblieben, hätte Sergio Pérez den ersten Punkt überhaupt für Cadillac geholt. Nachdem sein Teamkollege Valtteri Bottas früh aufgrund starker Bremsprobleme ausgefallen war, überlebte er das chaotische letzte Drittel. Beim zweiten stehenden Start des Tages stand er erneut außerhalb der vorgeschriebenen Startbox. Die FIA hatte kein Erbarmen und schlug zehn Sekunden drauf.

Fernando Alonso, der eigentlich ein schlimmes Wochenende befürchtet hatte, erbte so den Punkt. "Ich bin bei beiden Starts volles Risiko eingegangen. Dann habe ich die so gewonnenen Plätze verteidigt. Außerdem war unsere Strategie dank eines frühen Stopps in der dritten Runde mutig. Jeder bei uns hat sich das verdient."

Formel 1 - GP Monaco 2026 - Alpine
xpb

Stellt Alpine alles auf den Kopf?

Das längste Nachspiel des 83. GP Monaco könnte die besagte Ansammlung von Blitzervorfällen haben. Alle betroffenen Teams beteuerten, dass ihre Fahrer nach eigener Telemetrie unter den maximal erlaubten 60 km/h lagen. Und trotzdem kassierten George Russell (Mercedes), Oscar Piastri (McLaren), Colapinto und der spätere Zweite Lewis Hamilton (Ferrari) jeweils Fünfsekunden-Strafen.

Gasly verlor durch die Dopplung sogar zehn Sekunden und ärgerlicherweise einen Platz auf dem Podium. Die Sportkommissare berechnen die Geschwindigkeit nicht an der Boxeneinfahrtslinie, sondern über einen Durchschnittswert bis zum nächsten Messpunkt nach der Linie. Der Tenor der Bestraften: Wer die Boxeneinfahrt zu eng anvisierte, verkürzte den Weg und erhöhte somit seine Durchschnittsgeschwindigkeit.

Besonders Alpine störte sich an der Differenz zwischen den eigenen und den offiziellen Zahlen. Die Truppe von Flavio Briatore erklärte, ihr Recht auf einen Einspruch zu prüfen. Ob sie es tatsächlich tut, wird sich im Laufe der kommenden Woche zeigen.

Fazit