Toyota TS050 Hybrid - Startnummer #7 - 24h-Rennen Le Mans 2020 Toyota

24h Le Mans 2020 - Qualifying

Toyota meilenweit voraus

Toyota dominierte das erste Qualifying für das Langstreckenrennen. In der GTE Pro setzte sich Aston Martin gegen Ferrari und Porsche durch. Sophia Flörsch belegte bei ihrem Le Mans-Debüt den 25. Platz in der Quali.

Die 24 Stunden von Le Mans werden in diesem Jahr nicht nur zu einem ungewöhnlich späten Termin ausgetragen. Die Corona-Krise zwang den Veranstalter ACO, das Langstreckenrennen vom Juni in den September zu verlegen. Auch das Format ist ein anderes. Es gab im Vorfeld keinen Testtag, dafür ein ausgedehntes Programm über zehn Fahrstunden am Donnerstag vor dem Rennen. Und zwischendrin eine 45-minütige Qualifikation.

Sie ist der Vorbote für das erste Highlight, das neue Hyperpole-Format am Freitagmittag (11:30 bis 12 Uhr). Dafür qualifizieren sich die jeweils sechs schnellsten Autos aus den vier Klassen LMP1, LMP2, GTE Pro und GTE Am.

Toyota über vier Sekunden voraus

Für die Topklasse war die Qualifikation praktisch bedeutungslos. Es starten in diesem Jahr nur fünf Autos in der LMP1. Alle sind automatisch am Freitag weiter dabei. Der haushohe Favorit bestimmte das Tempo. Toyota räumte die Bestzeiten im ersten und zweiten Training über jeweils drei Stunden ab. Im Qualifying zermalmte der japanische Autogigant die privaten LMP1-Teams ein weiteres Mal. Rebellion Racing büßte mehr als vier Sekunden ein.

Kamui Kobayashi erzielte die schnellste Rundenzeit gleich im ersten Run. Der Japaner lenkte den TS050 mit der Startnummer 7 in 3:17.089 Minuten um die 13,6 Kilometer. Kobayashi teilt sich das Auto mit Mike Conway und Jose Maria Lopez. Das Schwesterauto von Sebastien Buemi, Brendon Hartley und Kazuki Nakajima, dem die schnellste Zeit des Trios gelang, verlor 0,247 Sekunden.

Es wird der letzte Auftritt des Toyota TS050 Hybrid. Im nächsten Jahr greift das neue Hypercar-Reglement mit neuen Autos. Die Ära der LMP1-Hybrid endet. Sie erlebte ihre goldenen Zeiten mit einem Dreikampf zwischen Audi, Porsche und Toyota und war in den letzten beiden Le Mans-Ausgaben eine Ein-Team-Show. Toyota holte zwei Doppelsiege. Konkurrenz war weit und breit nicht in Sicht. Die privaten LMP1-Autos sind den japanischen Hybridrennwagen nicht gewachsen.

Aston Martin Vantage - 24h-Rennen Le Mans 2020
Aston Martin
Aston Martin führte in der Qualifikation das GT-Feld an.

Aston Martin in GTE Pro vorn

Das wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 2020 nicht anders sein. Wenn überhaupt wird Rebellion eine Überraschung zugetraut. Die Schweizer Mannschaft gewann in dieser Saison der Sportwagen-Weltmeisterschaft zwei der sechs Rennen. In den restlichen Läufen hatte jeweils Toyota einen Doppelsieg gefeiert.

Rebellion wechselte am Donnerstag bereits den Motor. Trotzdem klassifizierten sich Bruno Senna, Norman Nato und Gustavo Menezes im R13 mit Gibson-Saugmotor auf dem dritten Platz. Dahinter folgte das einzige LMP1-Auto von Kolles vor dem zweiten Rebellion. Die besten Autos aus der LMP2, die mit 24 Autos die größte Klasse ist, lagen zwei Sekunden hinter den Hinterbänklern der Topklasse.

Die Bestzeit bei den LMP2 setzte das Racing Team Nederland (Startnummer 29) um Nyck De Vries, Frits van Eerd und Giedo van der Garde. Für die Hyperpole sind außerdem die Autos von Jackie Chan DC Racing (Startnummer 37), United Autosports (22 und 32), G-Drive Racing (26) und High Class Racing (33) qualifiziert. Sophia Flörsch, die in einem Damen-Team erstmals in Le Mans unterwegs ist, erreichte zusammen mit Tatiana Calderon und Beitske Visser den 20. Platz in der Klasse und den 25. im Gesamtklassement.

Die GTE-Pro-Klasse mit den Profis in den GT-Autos ist auf drei Hersteller zusammengeschrumpft. Aston Martin belegte in der Qualifikation die beiden ersten Plätze. Ferrari folgte mit den beiden Autos von AF Corse dahinter. Abstand zwischen den Engländern und den Italienern: drei Zehntel. Porsche reihte sich mit den Werksautos dahinter ein. Es fehlt mehr als eine Sekunde.

In der GT-Klasse sind Anpassungen an der Balance of Performance – die Einstufung der Fahrzeuge für das Rennen – nie ausgeschlossen. FIA und ACO werden sich die Daten wie üblich genau ansehen, damit unter den Herstellern trotz unterschiedlicher Fahrzeugkonzepte Chancengleichheit besteht.

Am Donnerstagabend findet ab 20 Uhr das letzte Training des Tages statt. Diesmal über vier Stunden. Es ist die einzige Übungseinheit bei Dunkelheit vor dem Hauptrennen.

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