24h Nürburgring: Disqualifikations-Drama um Abt-Lamborghini – Platz 2 futsch!

Auffälligkeiten nach dem 24h-Rennen
Disqualifikations-Drama um Abt-Lambo

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.06.2026
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Abt - Lamborghini Huracan - 24h-Rennen 2026 - Nürburgring
Foto: Baldauf

Das Abt-Team verliert rund vier Wochen nach dem 24-Stunden-Rennen (16./17.5.) auf dem Nürburgring. Das gaben die Sportkommissare am 12. Juni bekannt. Zunächst hatte "Motorsport-Total" berichtet, dass bei einer routinemäßigen Nachuntersuchung auf dem Prüfstand die Motorleistung des Lamborghini Huracan GT3 Evo2 mit der Startnummer 84 nicht mit den zuvor festgelegten Referenzwerten übereingestimmt habe. Diese Referenzwerte wurden im Vorfeld des Rennens ermittelt und bildeten eine Grundlage für die Balance of Performance (BoP).

Auf Anfrage von auto motor und sport bei Abt hieß es anschließend, dass man über das aktuelle Verfahren momentan nichts sagen könne. Gegenüber "Motorsport-Total" hatte aber ein Sprecher des 24h-Rennens die Unregelmäßigkeiten am Fahrzeug bestätigt. Insgesamt waren sechs GT3-Fahrzeuge der SP9-Klasse überprüft worden. Bei den weiteren untersuchten Fahrzeugen von Aston Martin, BMW, Ford, Mercedes-AMG und Porsche hatte es keine Beanstandungen gegeben. Der Bericht der Technischen Kommissare war an die Sportkommissare übermittelt worden.

Im Umfeld der Untersuchung war von einer Abweichung von rund 20 PS die Rede. Damit läge die gemessene Leistung deutlich außerhalb der im Reglement vorgesehenen Toleranz von zwei Prozent. Bei einer angenommenen Motorleistung von etwa 500 PS entspräche diese Toleranz ungefähr zehn PS. Eine bestätigte Zahl verkündete der Veranstalter ADAC Nordrhein in seiner Pressemitteilung nicht.

Nur Abt-Lambo auffällig

Die Nachkontrollen wurden nach dem Rennen vorbereitet, indem die bestplatzierten Fahrzeuge der stärksten Hersteller verplombt und für die Untersuchungen gesichert wurden. Betroffen waren der siegreiche Winward-Mercedes mit der Startnummer 80, der zweitplatzierte Abt-Lamborghini mit der 84, der Walkenhorst-Aston-Martin mit der Startnummer 34, der Rowe-BMW (#99), der 24er-Lionspeed-Porsche sowie der HRT-Ford mit der Startnummer 67. Die Teams erhielten erst zwei Tage später wieder Zugriff auf ihre Fahrzeuge, um sie unter Aufsicht für die Messungen vorzubereiten. Die Prüfungen fanden bei McChip in Mechernich statt.

Während die ersten fünf Fahrzeuge ohne Auffälligkeiten überprüft wurden, konnte der Abt-Lamborghini am ursprünglich angesetzten Termin nicht vermessen werden. Als Grund wird eine defekte Kupplung genannt, die für den Ablauf der Messung erforderlich ist. Das Fahrzeug wurde daraufhin versiegelt und erneut gesichert. Die Untersuchung wurde um eine Woche verschoben.

Abt - Lamborghini Huracan - 24h-Rennen 2026 - Nürburgring
Baldauf

Analysen setzten Lambo unter Druck

Parallel zu den Prüfstandsdaten standen bereits die Renndaten im Fokus. Verantwortliche sollen Auffälligkeiten bei den Geschwindigkeiten festgestellt haben, weil die Topspeeds im Verhältnis zu den Vorgaben des Luftmengenbegrenzers ungewöhnlich hoch wirkten. Genannt werden in diesem Zusammenhang beide Abt-Lamborghini sowie ein privat eingesetzter Lamborghini des Konrad-Teams. Als Referenzwert wird ein Mittel aus den 20 Prozent der höchsten gemessenen Topspeeds in einem bestimmten Streckensektor auf der Döttinger Höhe herangezogen, um Effekte wie Windschatten besser einzuordnen.

Für den Abt-Lamborghini mit der Startnummer 84 wird dabei ein Mittelwert von 275,2 km/h genannt. Das sorgte auch deshalb für Diskussionen, weil das Fahrzeug in einem früheren Abschnitt des Wochenendes mit einem größeren Restriktor und damit potenziell höherer Motorleistung eine geringere Höchstgeschwindigkeit erreicht haben soll. Eine BoP-Anpassung zuungunsten von Lamborghini erfolgte am Freitagmorgen. Dennoch blieb das Fahrzeug auch danach in den Messwerten auffällig und schnappte sich im Top-Qualifying die Pole-Position.

Abt - Lamborghini Huracan - 24h-Rennen 2026 - Nürburgring
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Starke Pace im Rennen

Auch die Pace des Abt-Lambos spielte in der Debatte eine Rolle. Der Wagen mit der Startnummer 84 erzielte die schnellste Rennrunde. In Auswertungen, die mehrere schnelle Rennrunden mitteln, liegt das Auto ebenfalls deutlich vorn. Theoretische Bestzeiten aus den jeweils besten Sektorzeiten ergeben ein ähnliches Bild, wobei auch das Abt-Schwesterfahrzeug mit der Startnummer 130 sehr hohe Werte zeigte.

Die endgültige Entscheidung lag bei den Sportkommissaren. Nach einer Anhörung konnte das Team Stellung beziehen. Erst danach war die ausgesprochene Disqualifikation möglich. Abt hat die Entscheidung der Sportkommissare akzeptiert und von einer Berufung abgesehen.

Den zweiten Platz erbte der Aston Martin Vantage von Walkenhorst Motorsport mit den Piloten Christian Krognes, Mattia Drudi und Nicki Thiim. Aufs Podest rückte der Rowe-BMW vor. Daniel Harper, Max Hesse, Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor sind nun offiziell Dritter.