Am Rennwochenende von Miami hatten die FIA-Kommissare viel zu tun. Schon nach dem Sprint bekam Audi Ärger mit den Schiedsrichtern. Wegen Druckspitzen im Ansaugsystem wurde Gabriel Bortoleto disqualifiziert. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen hatten ein Problem verursacht, das für die verantwortlichen Ingenieure der noch jungen Power Unit nur schwer vorhersehbar war.
Nach dem Rennen am Sonntag waren gleich acht Untersuchungen anhängig. Sechs davon endeten in einem Freispruch. Für zwei Fahrer setzte es nachträgliche Zeitstrafen. Charles Leclerc verlor dadurch gleich zwei Positionen. Max Verstappen hatte Glück im Unglück. Seine Fünf-Sekunden-Strafe wirkte sich nicht negativ auf die Platzierung aus.
Der vierfache Weltmeister kam schon am Tag zuvor glimpflich davon. Nach der Qualifikation wurde am Schwesterauto von Isack Hadjar ein Regelverstoß festgestellt. Die sogenannten "Floorboards", also die vertikalen Leitbleche am vorderen Ende des Unterbodens, ragten um zwei Millimeter aus der erlaubten Zone heraus – und zwar auf beiden Seiten des Autos.

Die Floorboards an den Autos von Hadjar und Verstappen hatten die identische Spezifikation. Sie sind von der FIA vorgeschrieben, damit die Luft nicht zu sehr nach außen gelenkt wird.
Verstappen mit identischen Teilen
Auf Anfrage von auto motor und sport bestätigte Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies nach dem Rennen, dass die beanstandeten Aero-Elemente am Auto von Verstappen der identischen Spezifikation entsprachen. Am RB22 mit der Startnummer 3 hatten die FIA-Inspektoren aber nichts auszusetzen. Doch warum war ein Auto illegal und eins nicht, wenn doch die gleichen Teile verbaut wurden?
Möglich wäre zum Beispiel ein Produktionsfehler in der Carbon-Abteilung. Aber dass dieser zufälligerweise auf beiden Seiten gleichzeitig auftritt, ist eher unwahrscheinlich. Die logischste Variante lautet, dass bei der Montage der Floorboards und der anschließenden Vermessung in der Garage ein Fehler passiert sein muss, so dass die Elemente aus dem vorgeschriebenen Fenster ragten.
Mekies, der früher selbst in Diensten der FIA stand, betonte, dass es sich bei dem Regelverstoß um ein Versehen gehandelt habe. Man wolle jetzt die Prozesse überarbeiten, um eine Wiederholung zu verhindern. Niemals hatte man beabsichtigt, sich damit einen Performance-Vorteil zu verschaffen. "Wir hätten das früher erkennen müssen. Das war sehr schmerzhaft. Aber es ist ein Problem, das einfach zu lösen ist."





