NitrOlympX - Dragster - Hockenheim - 2022 Knut Keller
NitrOlympX - Dragster - Hockenheim - 2022
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NitrOlympX - Dragster - Hockenheim - 2022 26 Bilder
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35. NitrOlympX: 10.000-PS-Dragster im Motodrom

Drag-Racing: 35. NitrOlympX Mit 500 km/h durch Hockenheim

Europas größte Drag-Racing-Veranstaltung hat sich im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Knall zurückgemeldet. Nach zwei Jahren elendig langer Corona-Pause schmiss die speedsüchtige Szene ihren geliebten NitrOlympX ein rauschendes Comeback-Fest im Motodrom.

Ein schockiertes Zucken, ein ungläubiges Staunen und dann ein nicht enden wollender Adrenalinstoß: Selbst in der Rennstadt Hockenheim, wo man brachiales Rennmaterial seit unzähligen Jahrzehnten gewohnt ist, sorgen die NitrOlympX immer wieder aufs Neue für ein gewaltiges Gefühlschaos. Das Saisonhighlight mit seinen wilden Beschleunigungsrennern ist das größte Drag-Racing-Event in Europa – nur in den USA, wo alles mit illegalen Straßenduellen begann, ist das Spektakel noch ein kleines bisschen größer. Allerdings nicht viel enthusiastischer.

Los ging das bunte Treiben im Jahr 1986 auf der Start-Ziel-Geraden. Dort sausten die Dragster zunächst entgegen der Fahrtrichtung hinunter. 1989 wechselten die Organisatoren rund um Legende Rico Anthes auf die bis heute penibel gepflegte Viertelmeile am Fuße der Südtribüne. Durch ihren neuen überdachten Oberrang wird der Sound seit dem Umbau nun wie durch einen Verstärker in Richtung Heidelberg geschleudert. Dass der Titel "ohrenbetäubend" hier kein ausgenudeltes Klischee ist, zeigt ein Blick durch die gut besetzten Reihen: Nahezu alle Fans haben Ohrenschützer auf – der Rest hat es spätestens nach den Läufen der mit Nitro aufgeladenen Autos und Motorräder.

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Die mit Nitromethan befeuerten Top-Fuel-Dragster holen über 10.000 PS aus ihren 8193,5-cm³-V8. Jedes Duo entspricht so einem gesamten Formel-1-Feld.

Frauen an der Macht

Die Spitze des weltweiten Dragstersportes bilden die lang gezogenen Top-Fuel-Monster mit ihren riesigen Hinterrädern und den weit über ihnen thronenden Heckflügeln. Angetrieben werden die auf Leichtbau getrimmten Rahmenkonstruktionen von einem klassischen 8193,5-cm³-V8-Aggregat, das im Nitro-Rausch über 10.000 Pferdestärken herausbrüllt. Ein K.o.-Duell am Finaltag entspricht so vereinfacht einem gesamten Formel-1-Feld.

Die Schweizerin Jndia Erbacher, die für das Team ihres Vaters Urs fährt, erzählt: "Nach jedem Lauf wird unser Motor komplett zerlegt. Das ist nötig, weil mir mit Nitromethan, also flüssigem Sprengstoff, fahren." Wie auch bei normalen Autos stehen ihr eine Kupplung, eine Handbremse, ein Gaspedal und ein Lenkrad zur Verfügung. "Viele denken immer, wir müssen gar nicht lenken. Das ist aber nicht so: Das Auto versucht die ganze Zeit, nach links oder rechts wegzubrechen. Wenn das passiert, sind das aber geile Läufe, weil man weiß: Da kommt eine geile Zeit bei heraus." In ihrer Klasse sollten es auf der etwas kürzeren 304,8-Meter-Distanz unter vier Sekunden im besten Fall sein.

Obwohl der Titel "Königsklasse" dementsprechend nahe liegt, verfehlt er gekonnt die Realität. Denn: Top-Fuel-Racing ist eine Frauenwelt – drei der fünf Starter sind bei den diesjährigen NitrOlympX Damen. Der Trend beginnt aber schon bei den Junior-Dragstern, die wie Modelle ihrer großen Brüder wirken, aber trotzdem weit über 100 km/h schnell sind. Im Paddock hat man für die anderswo schmerzlich vermisste Vielfalt zwei mehr und weniger charmante Erklärungen: Zum einen ist die Szene durch den Familien-Charakter viel offener für rennhungrige Mädchen. Zum anderen, so scherzt man, basteln sie im Gegensatz zu gewissen Herren nicht viel selbst herum, und ersparen sich so egogetriebene Technik-Fehler.

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Die Schweizerin Jndia Erbacher gehört zu den Stars der Szene. Sie tritt für das Team ihres Vaters Urs an und stellte schon einen Europa-Rekord auf.

Teilenot in der Königinnenklasse

Dass auch das Alter keine entscheidende Rolle spielt, beweist die diesjährige Siegerin Susanne Callin. Die Mutter aus Stockholm kehrte erst kürzlich in den Sport zurück und kämpfte sich auch mit etwas Pech auf Seiten der Konkurrenz ins Finale vor. "In diesem Sport weiß man nie, was passiert. Ich hatte wegen meines Nachwuchses schon damit aufgehört, aber feiere nun den ersten Top-Fuel-Sieg meiner Karriere", resümierte die sympathisch-ruhige Schwedin, nachdem ihr finnischer Rivale das Finale wegen Teilemangels auslassen musste.

Wie andere Rennsportdisziplinen leidet auch das Drag-Racing aktuell unter stark gestörten Lieferketten. Dass ein Großteil des speziell gefertigten Materials extra aus den USA beschafft werden muss, macht es im Falle der Geschwindigkeitsjäger sogar noch etwas komplizierter. Trotzdem blickt die Szene mit ihren Dragstern, Silhouetten-Rennern, Tourenwagen und Motorrädern optimistisch in die Zukunft. Die ausverkauften Tribünen bei der traditionellen "Nightshow" im Anschluss an die Samstagsläufe seien das beste Argument dafür. Dabei handelt es sich um eine große Party für die beiden Hauptelemente des Drag-Racings: Speed und Feuer.

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Die ganze Vielfalt des Sports in einem Bild: Die deutsche Dragster-Legende Gerd Habermann misst sich mit einem Renner im Stile eines GMC-Pick-ups.

Keine Zeit für Krisenstimmung

Die Publikumslieblinge sind dort die außerhalb der Konkurrenz fahrenden Dragster mit Jet-Turbinen. Je nach Hochrechnung – die klassische Auto-Mathematik kommt genau wie die Physik an ihre Grenzen – haben die krassesten Vertreter über 25.000 Pferdestärken im Angebot. Bei den Anwohnern kommt der Lautstärkepegel, der weit über eine Silvesternacht hinausgeht, natürlich nicht überall gut an.

Dieser rustikalen und anachronistischen Außenwirkung ist man sich in der Szene zwar bewusst, aber das damit verbundene, amerikanisierte Lebensgefühl überlagert jede herzlose Kritik und jede Hürde. Trotz der miesen Teileversorgung, des Bürokratie-Ärgers in Großbritannien und der letzten Ausläufer der Pandemie fährt man fleißig weiter an den Start. Denn man weiß ja aus eigener Erfahrung: Es kommen immer bessere Zeiten.

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