Ferrari - Prototyp - Concept Sean Bull Design
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Ferrari: Le-Mans-Comeback 2023 mit Hypercar

Ferrari fordert 2023 Porsche, Audi & Co. heraus Hypercar für Le-Mans-Top-Klasse

Ferrari wird 2023 in die Top-Klasse von Le Mans zurückkehren. Der italienische Sportwagenbauer bestätigte offiziell, beim Langstrecken-Klassiker mit einem sogenannten Hypercar gegen Toyota, Peugeot, Porsche und Audi antreten zu wollen.

Lange wurde hinter den Kulissen über ein Comeback von Ferrari in die Königsklasse von Le Mans spekuliert. Nun ist die Kuh endlich vom Eis. Die Verantwortlichen in Maranello haben am Mittwoch (24.2.) offiziell bestätigt, dass man das Abenteuer 2023 angehen wird. 50 Jahre nach dem letzten Kampf um den Gesamtsieg (1973) will man wieder ganz oben mitgeigen.

Dass die Italiener an einer Teilnahme am 24h-Klassiker und der Langstrecken-WM interessiert sind, war schon eine ganze Weile bekannt. Durch die Budget-Grenze in der Formel 1 müssen aus der Scuderia Ressourcen und Personal abgezogen werden, die man nun elegant in das Le-Mans-Engagement rüberschieben kann.

Zuletzt lautete die Frage nur noch, mit was für einem Auto Ferrari das Le-Mans-Programm bestreiten wird. Ab 2023 sollen sich in der ehemaligen Protoypen-Klasse sogenannte Hypercars und LMDh-Rennwagen um den Gesamtsieg streiten. Am Ende entschied sich Ferrari für die Entwicklung und den Bau eines komplett neuen Hypercars.

Ferrari entscheidet sich für Hypercar

"Nach langen Studien und Analysen hat Ferrari mit der Entwicklung eines neuen LMH-Autos (Hypercar) begonnen, das sich seit einigen Wochen in der Design- und Simulations-Phase befindet. Details zum Testprogramm auf der Strecke, zum Namen des Autos und zur Wahl der Fahrer der einzelnen Crews werden Bestandteil künftiger Bekanntgaben sein", ließ Ferrari in einer dünnen Mitteilung verlauten.

So könnte ein Ferrari-Prototyp aussehen, wenn es nach Designer Sean Bull geht.

Der größte Unterschied der beiden Konzepte liegt in den Kosten. LMDh-Renner sind deutlich günstiger, weil die Ingenieure hier auf viele Standard-Teile wie z.B. das Monocoque, die Aufhängungen, das Hybrid-System und das Getriebe zurückgreifen können. Porsche, Audi und Honda-Tochter Acura fahren diesen sparsamen Kurs, der ein Budget von ca. 15 bis 20 Millionen verlangt.

Die aufwändigeren Prototypen kommen nach Schätzungen von Experten auf den dreifachen Preis. Hier müssen Hersteller das komplette Auto selbst konstruieren. Das Hybrid-System darf seine Power dafür aber auch an die Vorderräder abgeben. Für diesen Weg haben sich neben Ferrari bislang auch Toyota, Peugeot und Glickenhaus entschieden.

Run auf Le-Mans-Königsklasse

Die große Frage lautet nun, ob die beiden Konzepte irgendwie künstlich auf ein vergleichbares Niveau gebracht werden können, damit am Ende auch beide siegfähig sind. Dem austragenden Veranstalter ACO, der für die sogenannte Balance of Performance zuständig ist, dürften da noch einige heiße Diskussionen ins Haus stehen.

Noch ist die Stimmung bei ACO-Präsident Pierre Fillon aber natürlich gut: "Das ist ein toller Tag für den Langstreckensport. Ferrari kehrt zurück auf das Top-Level von Le Mans und der FIA-Langstrecken-WM. Das Hypercar-Feld verspricht epische Duelle. Neben Ferrari werden die vielen Hersteller, die bereits ihre Zusage gegeben haben, alle Hebel in Bewegung setzen, um beim 100. Geburtstag des Rennens den Sieg einzufahren. Das sind exzellente Nachrichten für eine Motorsport-Disziplin, deren Reglement-Basis eine solides Fundament für eine goldene Zukunft bildet."

Die Fans können sich auf jeden Fall jetzt schon auf ein großes Rennen mit großen Namen freuen. Und vielleicht ist mit den bereits genannten Protagonisten auch noch nicht Schluss. Bei BMW, GM, Hyundai und McLaren beschäftigt man sich ebenfalls mit dem Thema Le Mans. Der Run erinnert an das Jahr 1982, als die Gruppe C eingeführt wurde. Man darf gespannt sein, wie lange dieser Hype anhalten wird. Am Ende kann schließlich nur einer gewinnen.

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