Peugeot - Le Mans - Rebellion Peugeot

Peugeots Rückkehr nach Le Mans 2022

Rebellion wird das Einsatzteam

Peugeot will 2022 nach elf Jahren Abstinenz wieder in Le Mans antreten. Die Franzosen treten dann gegen Toyota und Aston Martin an. Einsatzteam wird Rebellion Racing.

Die Sportwagen-Weltmeisterschaft (WEC) ist seit Porsches Ausstieg Ende 2017 kein Quell der Spannung. Seither fährt Toyota einsam an der Spitze. Die Regelmacher müssen schon tief in die Technikkiste greifen, um die TS050 einzubremsen und den restlichen Le Mans Prototypen ohne Hybrid eine Siegchance zu verschaffen. Nur wenn Toyota maximal eingebremst wird, kann auch mal ein Privatteam gewinnen. So geschehen beim dritten Saisonlauf in Shanghai. Da gewann Rebellion.

Peugeot bereitet Rückkehr vor

Die Grundidee des Motorsports wird durch das Regelwerk konterkariert. Eigentlich soll derjenige mit den besten Fahrern und dem besten Auto gewinnen. Doch solange nur Privatteams gegen den Weltkonzern Toyota antreten, bleibt FIA und ACO nichts Anderes übrig. Ansonsten könnten sie die Sportwagen-WM gleich einstellen.

Ab September 2020 soll alles besser werden. Dann plant Aston Martin seinen Einstieg mit dem Valkyrie in die neu geschaffene Hypercar-Klasse. Die Privatteams Glickenhaus und ByKolles haben ebenfalls ihr Kommen angekündigt. Ob das reicht, um wieder echte Spannung zu erzeugen?

Das Hypercar-Reglement, das ab der Saison 2020-2021 greift, weckt jedenfalls Interesse bei Herstellern. Am Mittwoch (13.11.2019) gab es für den Motorsportweltverband FIA und Le Mans-Ausrichter ACO gute Nachrichten. Peugeot strebt eine Rückkehr zu den 24 Stunden von Le Mans und einen Einstieg in die Sportwagen-WM an.

Peugeot 908 - V12-Diesel - Le Mans 2009
Motorsport Images
Den dritten Le Mans-Sieg feierte Peugeot 2009.

Peugeot baut Hypercar

Die Absichtserklärung des französischen Herstellers besagt, dass man für die Saison 2022-2023 einen Rennwagen mit Hybridantrieb bauen und einsetzen möchte. Details sollen erst 2020 folgen. Noch gibt es kein Basisfahrzeug für den Rennwagen. Doch ein Straßensportwagen scheint nicht weit entfernt. Peugeot bekennt sich auch deshalb zum Langstreckensport, weil das kommende Reglement weg von den reinen Prototypen geht. Man wolle seine Modellpalette elektrifizieren und High-Performance-Modelle mit Elektro-Antrieb bauen, twitterte Peugeot-CEO Jean-Philippe Imparato. Das Hypercar-Reglement verlangt, dass in einem Zeitraum von zwei Jahren 20 Straßenautos entstehen. Man kann aber auch einen reinen Prototypen bauen.

Der momentane Stand ist, dass die Sportwagen-WM die ersten beiden Saisons mit der neuen Hypercar-Topklasse mit zwei Herstellern bestreitet: Toyota und Aston Martin. Peugeot lässt sich Zeit, muss es aber auch. Ein solches Engagement braucht Vorbereitung. Als Partner für den Wiedereinstieg hat Peugeot Rebellion Racing gewonnen. Die Macher der Sportwagen-WM hoffen auf einen Dominoeffekt: „Peugeots Ankunft neben Aston Martin und Toyota kann andere Hersteller nur dazu ermutigen, sich dem höchsten Niveau von Lagstreckenrennen zu stellen“, sagt WEC-CEO Gérard Neveu.

Peugeot hat in der Vergangenheit Geschichte geschrieben in Le Mans. Die Franzosen gewannen 1992 und 1993 mit dem 905 Evo 1B an der Sarthe. Und sie zwangen Audi 2009 mit ihrem V12-Diesel im Kampf der Selbstzünder in die Knie. Im Jahr darauf folgte die Pleite. Alle vier Peugeots fielen aus. 2011 unterlagen die Franzosen abermals Audi. Im Frühjahr 2012 zog der Vorstand dann den Stecker – kurz bevor die neue Sportwagen-WM begann.

Das Hypercar-Reglement skizziert zumindest den Peugeot-Renner ab 2022. Der Verbrennungsmotor, dessen Layout frei bestimmbar ist, darf rund 750 PS leisten, das Hybridsystem maximal 270 PS zusteuern. Das Gewicht der Fahrzeuge wird bei 1.100 Kilogramm liegen.

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